ICD-11, ICHI und SNOMED CT - was bedeuten die Systematiken für E‑Health-Anwendungen?

Die medizinische Dokumentation erfolgt in Zukunft nicht nur für administrative Prozesse und die Abrechnung der Behandlung, sondern auch für die elektronische Patientenakte und weitere E‑Health-Anwendungen.


Ziel der Arbeit

Es wird untersucht, inwieweit die „Internationale statistische Klassifikation

der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ ICD-11 und die

„International Classification of Health Interventions“ ICHI im Vergleich zur

internationalen Referenzterminologie „Systematized Nomenclature of

Medicine–Clinical Terms“ SNOMED CT den Ansprüchen aktueller

E‑Health-Anwendungen genügen und Interoperabilität gewährleisten.

[...]

Ergebnisse

Das medizinische Fachvokabular ist mit der ICD-11 und ICHI nicht abbildbar,

aber gut mit SNOMED CT, da ICD-11 und ICHI auf die Repräsentation von

Prozeduren und Diagnosen limitiert sind. Eine exemplarische Werteliste (n = 30)

zeigt eine gute semantische Abbildungsqualität mit SNOMED CT, im Gegensatz zur

ICHI. In der Fachliteratur werden ICD-11- zu SNOMED-CT-Mappings als komplex und

fehleranfällig beschrieben.


Diskussion

In Bezug auf die inhaltliche Ausdrucksstärke und internationale Nutzbarkeit

kann das Potenzial von SNOMED CT in E‑Health-Anwendungen selbst für die

originären Teilbereiche Diagnosen bzw. Prozeduren insgesamt als vorteilhafter

beurteilt werden als ICD-11 oder ICHI. Letztere werden allerdings für begrenzte

Anwendungsfälle, wie statistische Auswertungen, empfohlen (Springer).


DOI: 10.1007/s00103-018-2759-2