Das St. Vincenz-Krankenhaus in Diez hofft auf Millionen-Förderung für Generalsanierung

Das St. Vincenz-Krankenhaus in Diez wird für voraussichtlich rund zwölf Millionen Euro in mehreren Bauabschnitten generalsaniert werden. Der Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft beschloss jetzt die Ausschreibung für Architekten und Fachplaner, nachdem das Land Rheinland-Pfalz das Raumprogramm zur Vorentwurfsplanung freigegeben hatte. Landrat Frank Puchtler, Stadtbürgermeister Frank Dobra, Verbandsgemeindebürgermeister Michael Schnatz,

Betriebsratsvorsitzender Stephan Meier sowie Geschäftsführer Guido Wernert freuten sich anlässlich eines gemeinsamen Treffens am St. Vincenz-Krankenhaus

Diez über die positive Nachricht aus Mainz.


Wie Geschäftsführer Wernert erläuterte, könne somit gut zwei Jahre nach dem

Trägerwechsel nun auch baulich weiter entwickelt werden, was seit der Fusion

bereits auf dem medizinischen Sektor praktiziert wird: den Menschen der Region

ein optimal abgestimmtes, ergänzendes und länderübergreifendes

Versorgungsangebot zu bieten. Insbesondere auch von der Schaffung von

Sanitärbereichen in sämtlichen Zimmern sowie der deutlichen Ausweitung von Ein-

und Zweibettzimmern versprechen sich die Verantwortlichen positive

Patientenakzeptanz. Landrat Frank Puchtler wertete diese Nachricht als

positives Signal für den Krankenhaus-Standort Diez. Er stellte dabei besonders

die Tatsache heraus, dass hier ein hessischer Träger von einem

rheinland-pfälzischen Ministerium gefördert werde. Geschäftsführer Wernert

bekräftigte in diesem Kontext, die Politik als überaus konstruktiv und

tatkräftig erlebt zu haben.


Aufgrund des überalterten Zustandes eines Großteils der Patientenzimmer

(Duschen und Toiletten auf dem Gang, enge Dreibettzimmer) sowie des allgemeinen

Zustands der Stationsbereiche sei, so Wernert, dieser wichtige Schritt zur

Standortsicherung dringend erforderlich. Die Sanierung soll in insgesamt sechs

Bauabschnitten zügig erfolgen. Gemeinsam mit allen Nutzern und Verantwortlichen

waren schon im August 2016 die baulichen und prozessbedingten Erfordernisse

aufgenommen worden, danach erfolgten zahlreiche Gespräche mit Vertretern des

Landes Rheinland-Pfalz.


Nach Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen werde das Haus bis auf zwei

Dreibettzimmer dann mit ausschließlich Ein- und Zweibettzimmern zeitgerecht und

strukturiert aufgestellt sein. Der Zweibettzimmer-Standard sei auch deshalb

sinnvoll, weil immer mehr Raum für altersgerechte Hilfsmittel (wie z.B.

Rollatoren) geschaffen wird. Insbesondere auch vor dem Hintergrund einer immer

älter werdenden Gesellschaft mit stetig steigender Lebenserwartung der Menschen

werteten die Entscheidungsträger der Krankenhausgesellschaft die Investition

als dringend notwendig. Gleichzeitig sei es auch für die weitere Festigung der

chirurgischen und internistischen Zusammenarbeit der beiden Kliniken (Limburg

und Diez) wichtig, auch in Diez die räumlichen Voraussetzungen für optimale

Behandlungsabläufe zu verbessern.


Um dem Rechnung zu tragen, sollen auch Notaufnahme und Radiologie räumlich neu

strukturiert werden: Für die Notaufnahme ist eine versorgungsgerechte

Erweiterung vorgesehen, die Radiologie soll im Erdgeschoss konzentriert werden.

Darüber hinaus soll der Zugang vom Parkplatz, bisher über den Stationsbereich

im ersten Stock, im Zuge der Sanierung direkt an das Treppenhaus des

Eingangsbereiches angegliedert werden. Ferner werden der Bereich der Kapelle

bzw. die Räumlichkeiten der Krankenhausseelsorge in größere und passfähigere

Flächen verlagert. Die finalen Plan- und Antragsunterlagen werden dem Land

Rheinland-Pfalz erneut zur weiteren Prüfung vorgelegt werden. Der Baubeginn ist

für die zweite Jahreshälfte 2019 vorgesehen. Nach Abschluss der Maßnahme sollen

124 Betten in 72 Zimmern auf drei Gängen zur Verfügung stehen, davon 22

Einzelzimmer, 48 Zweibettzimmer sowie zwei Dreibettzimmer. Aktuell sind es 154

Betten in 67 Zimmern auf vier Gängen, zwei Einzel-, 44 Zweibett-, 20 Dreibett-

und zwei Vierbettzimmer.


„Zusammenfassend ein mehr als wichtiges Projekt, da mit zunehmendem

demographischem Faktor stets auch die Morbidität und Behandlungshäufigkeit der

Patienten und somit die Erfordernis geeigneter Räumlichkeiten steigt“,

kommentiert Geschäftsführer Guido Wernert das geplante Bauvorhaben. Die

Grundversorgung in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie,

Intensivmedizin/Anästhesie, Gynäkologie (Belegabteilung) sowie Urologie

(Belegabteilung) werden dem Haus weiterhin zugrunde liege, so der

Geschäftsführer (Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises).