Herzinsuffizienz: Geriatrische Expertise in Leitlinienüberarbeitung implementiert

Die Herzinsuffizienz ist ein Krankheitsbild, dessen Prävalenz mit steigendem Alter sehr stark zunimmt. Im Gegensatz zu jüngeren leiden ältere Patienten jedoch häufig unter weiteren Erkrankungen – dies gilt es insbesondere bei der medikamentösen Behandlung zu berücksichtigen. In der überarbeiteten Nationalen Versorgungsleitlinie Herzinsuffizienz werden neuste wissenschaftliche Erkenntnisse dazu berücksichtigt und Geriatern wertvolle Informationen zum Versorgungsalltag an die Hand gegeben. Aufgrund einiger neuer medizinischer Erkenntnisse war eine Überarbeitung der ursprünglichen Fassung aus 2009 dringend notwendig geworden.

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Wie sollen Patienten mit Herzinsuffizienz im Zusammenspiel von Haus- und

Fachärzten, auch in Krankenhäusern, optimal behandelt werden? Welche

Untersuchungen sollen in jedem Fall durchgeführt werden? Und wir haben die

medikamentösen Therapieempfehlungen in der neuen Leitlinie an internationale

Standards angepasst.

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Im Wesentlichen ist im Vergleich zu 2009 eine neue medikamentöse Substanz

hinzugekommen. Diese Substanz hat sich in einer im Jahr 2015 veröffentlichten

Studie als vorteilhaft bei der Herzinsuffizienz-Therapie herauskristallisiert.

Das haben wir entsprechend der Europäischen Leitlinie nun auch in der

nationalen Leitlinie umgesetzt.

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Bei älteren Patienten muss berücksichtigt werden, welche Krankheiten neben der

Herzinsuffizienz eine Rolle spielen und behandelt werden. Das Thema heißt hier

Polypharmazie. Es muss kritisch geprüft werden, wie diese Medikamente

interagieren und welche Medikamente wirklich unbedingt nötig sind.

Gegebenenfalls muss auch eine Hierarchisierung vorgenommen werden.

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Vorsicht ist bei der Schmerztherapie geboten. Der Einsatz von

nichtsteroidalen Antirheumatika ist wegen teilweise gefährlicher

Wechselwirkungen mit der Herzinsuffizienztherapie besonders kritisch zu sehen.

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Gerade läuft die Studie „Paragon HF Trial“ dazu, Ergebnisse erwarten wir aber erst in 2019.

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(Deutsche Gesellschaft f. Geriatrie).