Kosten-Erlös-Verhältnis orthopädisch-unfallchirurgischer Patienten in Abhängigkeit vom Body-Mass-Index

Hintergrund Immer mehr Patienten in der Orthopädie und Unfallchirurgie sind adipös. Damit gehen unter anderem erhöhte Operationsrisiken, aber auch höhere Kosten zum Beispiel für verlängerte Krankenhausaufenthalte oder spezielle Operationstische einher. Fraglich ist, inwiefern die im deutschen DRG-System erzielten Erlöse die individuellen Kosten in Abhängigkeit vom Body Mass Index (BMI) der Patienten decken und in welchen Bereichen der stationären Versorgung eventuell höhere Kosten anfallen.

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Ergebnisse Die in orthopädisch-unfallchirurgischen Kliniken anfallenden

individuellen Kosten der Versorgung von Patienten mit einem Adipositasgrad III

(BMI ≥ 40) sowie von Patienten mit Untergewicht (BMI < 18,5) übersteigen

oftmals signifikant (p < 0,05) die individuellen Erlöse aus dem DRG-System.

Signifikant höhere Kosten ließen sich bei allen Eingriffen an den unteren bzw.

oberen Extremitäten außer bei Eingriffen am Sprunggelenk nachweisen, bei denen

arthroskopische Eingriffe überwiegen.

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Schlussfolgerung Um eine gewichtsabhängige Diskriminierung von Patienten zu

vermeiden, sollten die Erlöse für die nicht gedeckten Kosten bei stark über-

und untergewichtigen Patienten, die an der unteren oder oberen Extremität

operiert werden, über eine Vergütungsanpassung nachgebessert werden. Zudem

sollten sich Kliniken auf diese Patienten organisatorisch vorbereiten.


Kosten-Erlös-Verhältnis orthopädisch-unfallchirurgischer Patienten in Abhängigkeit vom Body-Mass-Index / Cost and Revenue Relationship in Orthopaedic and Trauma Surgery Patients in Relation to Body Mass Index (Thieme-Connect).


DOI: 10.1055/a-0608-5343