ver.di-Erhebung zeigt: Personal in Krankenhäusern reicht nicht für eine gute Versorgung

Krankenhäuser müssten in Deutschland bereits am 25. Juni schließen, wenn sie die Patientenversorgung durch eine angemessene Schichtbesetzung gewährleisten wollten. Dies geht aus einer Erhebung hervor, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bundesweit unter Teams in Krankenhäusern durchgeführt hat. Nach Berechnungen der Expertinnen und Experten – der Pflegekräfte selbst – müssten mindestens 22 Prozent mehr Stellen für eine gute Versorgung geschaffen werden.


An dem ver.di-Belastungscheck hatten sich bis Ende Mai bundesweit rund 600

Stationen beteiligt, die insgesamt rund 13.000 Pflegefachkräfte repräsentieren.

Die Teams haben eine Schichtbesetzung geschrieben mit der Besetzung, die sie

für notwendig erachten, um Patienten gut versorgen zu können, und diese mit dem

vorhandenen Personal abgeglichen. Je nach Länge des Monats und der Anzahl der

Wochenend- und Feiertage variiert der „Soll-ist-voll“-Tag – also der Tag, ab

dem das Personal „aufgebraucht“ ist. Im vergangenen Monat war das

deutschlandweit im Mittel (Median) der 24. Mai.


„Der Belastungscheck belegt einmal mehr, dass die Personaldecke erschreckend

kurz ist. Die Beschäftigten sind schon alle, wenn der Monat noch gar nicht rum

ist“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Das System

funktioniert nur, weil die Beschäftigten über ihre Belastungsgrenze gehen und

mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, den Personalmangel auszugleichen.

Sie werden regelrecht verschlissen.“


Anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Düsseldorf ruft

ver.di am Mittwoch, dem 20. Juni, zu einer Demonstration in der

nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt auf. Das Motto: „Mehr von uns ist

besser für alle!“ Die Beschäftigten der Krankenhäuser und Altenpflege verlangen

eine deutliche Aufstockung des Personals. Zudem fordern sie bundesweite

gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung, Sofortprogramme zur

kurzfristigen Entlastung der Beschäftigten, eine bessere Bezahlung vor allem in

der Altenpflege, ein Ende der Tarifflucht sowie die Abkehr von befristeten

Arbeitsverträgen, erzwungenen Teilzeitverträgen und verzögerten

Stellenbesetzungen. Der Treffpunkt für die Demonstration, die zum Tagungsort

der Gesundheitsministerkonferenz führt, ist am Mittwoch ab 11 Uhr am

Düsseldorfer Hauptbahnhof.


Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie unter: https://soll-ist-voll.verdi.de (Pressemitteilung).