DKG zum Psychiatrie-Barometer 2018: Fachkräftemangel und Investitionsstau in den Psychiatrien

Der Fachkräftemangel bildet mittlerweile auch in der stationären Psychiatrie eine zentrale Herausforderung. Dies ist das Ergebnis des aktuellen "Psychiatrie Barometers" des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), einer jährlich durchgeführten Repräsentativbefragung der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäuser und Fachabteilungen in Deutschland. Aktuell haben 45 Prozent der Einrichtungen Probleme, offene Stellen im Pflegedienst zu besetzen. Im

Ärztlichen Dienst sind es sogar 63 Prozent. Besonders dramatisch ist die Situation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hier konnte in den betroffenen

Einrichtungen jede fünfte Arztstelle nicht besetzt werden.


„Das Problem des Fachkräftemangels nimmt damit auch in der Psychiatrie

besorgniserregende Ausmaße an. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen

Erarbeitung einer Richtlinie im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu

Mindestanforderungen in Psychiatrie und Psychosomatik, sind die flankierenden

Erhebungen des DKI zur Ist-Situation äußerst hilfreich und bei der Entwicklung

der Mindestvorgaben zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik

zwingend zu berücksichtigen. Objektive Stellenbesetzungsunmöglichkeiten müssen

akzeptiert werden, sonst kollabiert die Versorgung“, erklärte der Präsident der

Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß.


Zudem kommen laut DKI-Studie die Bundesländer ihrer finanziellen

Verpflichtungen zur Vorhaltung der psychiatrischen Fachkrankenhäuser nicht

ausreichend nach. Nur noch die Hälfte der Krankenhausinvestitionen wird hier

aus öffentlichen Fördermitteln bestritten. Die andere Hälfte müssen die

psychiatrischen Fachkrankenhäuser aus Eigenmitteln aufbringen. Die Erlöse der

Kliniken reichen aber nicht aus, um den Investitionsbedarf zu decken. Drei von

vier Psychiatrien in Deutschland sind deswegen nicht ausreichend

investitionsfähig. Der DKG-Präsident machte deutlich, dass die Länder den

Bedarf der Kliniken an Investitionsmitteln decken müssten. Gaß: „Die

psychiatrischen Krankenhäuser brauchen ausreichende Investitionsmittel, um

Qualität und Sicherheit der stationären Patientenversorgung weiterentwickeln zu

können. In der Psychiatrie haben wir zum Teil eine lange Verweildauer, das

konkrete Umfeld ist deshalb für diese Patienten von besonderer Bedeutung, auch

für den angestrebten positiven Behandlungsverlauf.“


Die Ergebnisse des Psychiatrie Barometers 2018 beruhen auf der schriftlichen

Repräsentativbefragung von psychiatrischen und psychosomatischen

Fachkrankenhäusern sowie den Allgemeinkrankenhäusern mit psychiatrischen oder

psychosomatischen Fachabteilungen. (Deutsche Krankenhausgesellschaft).