Endoprothesenregister Deutschland - Tätigkeitsbericht 2017: Erstmals belastbare Aussagen zu Standzeiten

Der Jahresbericht ist die zentrale Publikation des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD), einer Initiative der DGOOC. Der aktuell gültige wurde im Oktober 2017 veröffentlicht. Warum wird das hier erwähnt? Weil das Register damit im vergangenen Jahr erstmals einen Schritt in Richtung zu mehr Transparenz in Bezug auf die Standzeit künstlicher Gelenke gegangen ist. Als Standzeit wird die Zeitspanne bezeichnet, die eine Implantatversorgung bis zu einer Wechseloperation im Körper verbleibt.


Anhand der Registerdaten wurde zum ersten Mal untersucht, wie groß die

Wahrscheinlichkeit ist, dass ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk in den

ersten beiden Jahren nach dem Ersteingriff gewechselt werden muss. Und nicht

nur der aktuelle Jahresbericht weist Standzeiten aus: Auch für

Implantathersteller und Krankenhäuser wurden erstmalig belastbare Auswertungen

zu Standzeiten durchgeführt und in das Berichtswesen integriert. Für am EPRD

teilnehmende Implantathersteller heißt das: Sie erhalten seit Dezember 2017 —

und dann einmal jährlich — eine Auswertung mit Standzeiten ihrer Produkte. Beim

EPRD registrierte Krankenhäuser erhalten seit diesem Jahr einmal jährlich eine

Auswertung mit Standzeiten wesentlicher, in ihrem Haus vorgenommener

Versorgungsformen und ein Benchmarking, also einen Vergleich ihrer eigenen

Performance mit dem Durchschnitt aller beim EPRD registrierten Kliniken.


Dynamisch entwickelt

Die Teilnahme am Register ist gesetzlich nach wie vor nicht verpflichtend,

dennoch waren 2017 bereits knapp 60 % aller in Deutschland endoprothetisch

tätigen Kliniken beim EPRD registriert. Als Basis für diesen Prozentwert gilt:

Bundesweit gibt es annähernd 1.300 Kliniken, die künstliche Hüft- und

Kniege-lenke einsetzen. Beim EPRD angemeldet haben sich bis Ende des

vergangenen Jahres 750. Dazu kommen bis Ende 2017 etwas mehr als 720.000

Operationen, die seit Beginn der Erfassung ab Ende 2012 im Register vorhanden

sind [...] (Springer).


DOI: 10.1007/s41785-018-0537-x