KV Nordrhein und Krankenkassen einigen sich auf Honorar für 2017 und 2018 inklusive eines Konvergenzbetrages

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und die Gesetzlichen Krankenkassen im Rheinland haben sich über die Mittel für die ambulante Versorgung und die Vergütung der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten für die Jahre 2017 und 2018 geeinigt. Dabei wurde

auch eine Lösung für die einmalig zu verhandelnde Konvergenzregelung gefunden.


Das Honorar steigt in der Summe um rund 176 Millionen Euro. Davon entfallen gut

64 Millionen Euro auf den Konvergenzbetrag, also die basiswirksame Anhebung der

morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Diese lange von den

Niedergelassenen und der KV Nordrhein geforderte Anpassung wurde durch den im

Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (2015) neu gefassten Paragrafen 87a

Absatz 4a SGB V möglich und war Bestandteil der Verhandlungen für das Jahr

2017.


„Die Verhandlungen waren schwierig und lang – das Ergebnis aber kann sich sehen

lassen und ist eine gute Nachricht für die niedergelassenen Kolleginnen und

Kollegen sowie die ambulante Versorgung in Nordrhein“, sagt Dr. med. Frank

Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. „Obwohl wir bei den

Verhandlungen zur Konvergenz durch die vom Gesetzgeber vorgesehene

Beweispflicht einen strukturellen Nachteil zu kompensieren hatten, haben wir

ein sehr gutes Ergebnis erzielt.“


„Die zusätzlichen Mittel werden aufgrund der gesetzlichen Anforderungen zur

Verbesserung der Versorgungsstrukturen verwendet, also beispielsweise in die

Finanzierung förderungswürdiger Leistungen fließen“, betont Dr. med. Carsten

König, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Die Erhöhung

wird nicht über mehrere Jahre verteilt, sondern direkt ab 2017 in voller Höhe

wirksam.


Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, ist

aus Sicht der Gesetzlichen Krankenkassen ebenfalls zufrieden mit dem

Verhandlungsergebnis: „Wir investieren einen hohen Betrag in die

Zukunftsfähigkeit, in den Ausbau und die Verbesserung der ambulanten

Versorgung. Es ist uns gelungen, ein Gesamtpaket zu schnüren, das die

Interessen beider Seiten ausgewogen berücksichtigt. Die Einigung zeigt, dass

die nordrheinische Selbstverwaltung auch bei schwierigen Themen handlungsfähig

ist.“


„Die Ersatzkassen bewerten das Ergebnis als einen guten Kompromiss“, sagt Dirk

Ruiss, Leiter des Verbands der Ersatzkassen in NRW. „Wir erwarten, dass das

zusätzliche Geld die medizinische Versorgung noch verbessert und damit den

Versicherten zugutekommt.“


Inklusive des Konvergenz-Betrags beläuft sich die Steigerung der

nordrheinischen Gesamtvergütung für das vergangene Jahr auf rund 120 Millionen

Euro. Die Umsetzung der Bundesvorgabeninklusive der Anhebung des regionalen

Punktwerts um 0,9 Prozent sowie die Berücksichtigung der Veränderungsraten bei

Morbidität und demographischer Entwicklung führen zu einem anteiligen Zuwachs

von rund 48 Millionen Euro. Ebenfalls um 0,9 Prozent angehoben (etwa acht

Millionen Euro) werden für 2017 die Mittel der extrabudgetären nach Punkten

bewerteten EBM-Leistungen. Zudem wurde die Fortsetzung der

Einzelleistungsvergütung (EGV), der Zuschläge beim Ambulanten Operieren und des

Zentrumsvertrages sowie zahlreicher Sonderverträge in Nordrhein konsentiert.


Die Verhandlungen für das Jahr 2018 summieren sich auf ein Plus von mehr als 56

Millionen Euro für die ambulante Versorgung. Die Steigerungen beim regionalen

Punktwert, der Veränderungsrate sowie bei der EGV belaufen sich für dieses Jahr

auf zusammen rund 55 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 1,5 Millionen zur

rückwirkenden Vergütung des im Jahr 2015 nicht vorhersehbaren Anstiegs des

ambulanten Behandlungsbedarfes. Die geltenden Vereinbarungen zu

Einzelleistungsvergütung, den Zuschlägen beim Ambulanten Operieren und zum

Zentrumsvertrag sowie die Sonderverträge werden uneingeschränkt weitergeführt.

(Pressemitteilung).