Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung: Gemeinsame Eckpunkte für eine bedarfsgerechte Versorgung

Gemeinsames Eckpunktepapier zur Stationsäquivalenten Behandlung (StäB) Aufsuchende Angebote im Lebensumfeld durch ambulante Leistungserbringer reduzieren stationäre Behandlungen und erhöhen die Lebensqualität von psychisch erkrankten Menschen und ihren Angehörigen. Das neue Angebot der Stationsäquivalenten Behandlung (StäB) erlaubt es nun auch allen Krankenhäusern mit Pflichtversorgung, Behandlung im Lebensumfeld anzubieten. Für den effektiven Einsatz der neuen Möglichkeiten haben die unterzeichnenden Fachgesellschaften und Verbände Prinzipien einer strukturierten sektorenübergreifenden

Zusammenarbeit konsentiert. Dabei steht der betroffene Mensch mit seinem individuellen Behandlungsbedarf und seinem familiären und sozialen Umfeld im Mittelpunkt.


Hintergrund

Internationale Studien belegen, dass Behandlungsformen im Lebensumfeld, wie Home Treatment

oder ACT-Teams stationäre Behandlungen und Behandlungszeiten wirksam reduzieren und die

Behandlungsbereitschaft und damit die Zufriedenheit bei Patienten und Angehörigen erhöhen

können. Zugleich sollte Sorge dafür getragen werden, dass die häusliche Belastung auch der Angehörigen

nicht noch weiter anwächst. Auch die S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schweren

psychischen Erkrankungen“ gibt eine klare Empfehlung für eine gemeindepsychiatrisch teambasierte,

multiprofessionelle ambulante Behandlung ab.


Neben der Unterstützung durch die Familie bieten im deutschen Versorgungssystem ambulante

Leistungserbringer seit Langem mit hohem Engagement und hoher Professionalität aufsuchende

Angebote im Lebensumfeld an. Daran beteiligen

sich Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie, Fachärzte

für Nervenheilkunde, Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapie, ärztliche und psychologische

Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, ambulante psychiatrische

Pflege, Ergotherapeuten, ambulante Soziotherapie, Anbieter der Eingliederungshilfe und der

Sozialpsychiatrischen Dienste sowie Experten aus Erfahrung (EX-IN).

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und

psychosomatische Leistungen (PsychVVG) hat der Gesetzgeber mit dem § 115d SGB V psychiatrischen

Krankenhäusern mit regionaler Versorgungsverpflichtung sowie Allgemeinkrankenhäusern

mit selbstständigen, fachärztlich geleiteten psychiatrischen Abteilungen mit regionaler Versorgungsverpflichtung

eingeräumt, an Stelle der vollstationären Behandlung die stationsäquivalente

psychiatrische Behandlung (StäB) im Lebensumfeld erbringen zu können [...] (Pressemitteilung).