BfArM-Konferenz zur Cybersicherheit von Medizinprodukten

BfArM-Konferenz zur Cybersicherheit von Medizinprodukten. „Hersteller und Betreiber müssen IT-Sicherheit vernetzter Medizinprodukte verstärkt in den Blick nehmen: Cybersicherheit ist wesentliche Voraussetzung für Medizinproduktesicherheit und Patientenschutz“ Pressemitteilung 4/18


Pressemitteilung Nummer4/18

Ausgabejahr2018

Datum25.06.2018


Die „Cybersicherheit von Medizinprodukten“ steht heute im Mittelpunkt einer

Konferenz des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Expertinnen und Experten aus der Medizinprodukteindustrie, Kliniken, Forschung,

Politik und Überwachungsbehörden diskutieren in Bonn Lösungsansätze für

Hersteller, Betreiber und Anwender vernetzter Medizinprodukte.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Patienten müssen sich auf die

Zuverlässigkeit und die Sicherheit von Medizinprodukten verlassen können. Nur

so können wir die großen Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen

nutzen. Vernetzung und Cybersicherheit von Medizinprodukten müssen daher Hand

in Hand gehen."


BfArM-Präsident Prof. Dr. Karl Broich: „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen

und die zunehmende Vernetzung von Medizinprodukten ermöglichen

vielversprechende neue Therapieoptionen. Um diese Chancen nutzen zu können,

müssen Hersteller, Betreiber und Anwender auch die IT-Sicherheit vernetzter

Medizinprodukte verstärkt in den Blick nehmen. Cybersicherheit ist hier eine

wesentliche Voraussetzung für die Medizinproduktesicherheit und den

Patientenschutz.“


Szenarien wie „Hacking von Herzschrittmachern“ und „Cyberangriffe auf

Medikamentenpumpen“ zeigen: In Zeiten zunehmender Digitalisierung im

Gesundheitswesen werden Medizinprodukte digitaler und vernetzter. Damit

entstehen zugleich auch neue Risiken für Angriffe und Manipulationen. Bislang

sind noch keine Fälle bekannt, bei denen Patientinnen oder Patienten durch

gehackte Medizinprodukte zu Schaden gekommen sind. Dennoch haben Forscher

gezeigt, dass dies bei einzelnen Medizinprodukten unter bestimmten, bislang

sehr unwahrscheinlichen Umständen möglich gewesen wäre.


Mit der Dialogveranstaltung „Cybersicherheit von Medizinprodukten" greift das

BfArM deshalb den großen Informationsbedarf zu diesem zukunftsweisenden und

sehr dynamischen Thema im Sinne aller beteiligten Akteure auf. Ziel ist es, für

Risiken zu sensibilisieren und gemeinsam mit allen Beteiligten im Sinne der

Patientensicherheit Lösungsansätze für Hersteller, Betreiber und Anwender

vernetzter Medizinprodukte zu diskutieren. Ausgehend von einem kritischen Blick

auf die aktuelle Situation und mögliche Patientensicherheitsrisiken bei

vernetzten Medizinprodukten werden sowohl regulatorische Rahmenbedingungen als

auch Beispiele zu Erfahrungen und Lösungsansätzen vorgestellt.


Das BfArM hatte Hersteller und Betreiber vor dem Hintergrund ihrer gesetzlich

festgelegten Aufgaben auch bereits in der Vergangenheit auf Risiken durch

ungenügend abgesicherte WLAN- und Netzwerkschnittstellen bei Medizinprodukten

hingewiesen. So sollten potentiell betroffene Medizinprodukte auf diesen Aspekt

hin überprüft und je nach Ergebnis der Risikoanalyse risikominimierende

Maßnahmen ergriffen werden. Die Überwachung dieser risikominimierenden

Maßnahmen erfolgt in Deutschland bei der Zertifizierung durch die Benannten

Stellen und bei Medizinprodukten, die bereits in Verkehr sind, durch die

Landesbehörden. Aktuelle Maßnahmen von Herstellern zum Thema Cybersicherheit

von Medizinprodukten stellt das BfArM auf seiner Internetseite zur Verfügung:

(Pressemitteilung).