Glaukome im stationären Leistungsgeschehen in Deutschland in 2015

Strukturmerkmale der stationären Versorgung bei Glaukomerkrankungen in Haupt- und Belegabteilungen werden beschrieben, konkret die Häufigkeit und Verteilung der Glaukomdiagnosen als Haupt- und Nebendiagnosen nach Fachabteilungen zum einen und Diagnosenfallzahlen, Operationen bzw. Prozeduren und Patientencharakteristiken der 4 glaukomspezifischen Diagnosis Related Groups (DRGs) zum anderen.


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Ergebnisse

30 % der 156.524 Glaukomdiagnosen waren Hauptdiagnosen, 24 % Nebendiagnosen in

ophthalmologischen Fachabteilungen, 46 % Nebendiagnosen in anderen

Fachabteilungen. Am häufigsten war das „primäre Weitwinkelglaukom“ (40 %),

andere Fachabteilungen kodierten überwiegend „sonstige bzw. nicht näher

bezeichnete Glaukome“. Glaukome als Hauptdiagnose wurden in 20 DRGs kodiert, in

allen ophthalmologischen DRGs waren Glaukome Nebendiagnosen. Die

glaukomspezifischen DRGs (C06Z, C07A, C07B, C64Z) unterschieden sich in

Fallzahlen und Leistungen, hingegen wenig in Diagnosespektren. Patienten/innen

waren überwiegend weiblich, älter und mit geringen Komorbiditäten bzw.

Komplikationen. In der DRG C64Z wurde häufig die Diagnose H40.0,

Glaukomverdacht kodiert, darunter wurden ausschließlich konservative Prozeduren

erbracht. Nur 6 % der Glaukompatienten/innen wurden von Belegabteilungen

versorgt. Abweichend von Hauptabteilungen dominierte die operative C06Z, und

Operationen, Diagnosespektrum und Patientenmerkmerkmale wiesen kaum

Unterschiede auf.


Diskussion und Schlussfolgerung

Mit 20 % der Hauptdiagnosen durchdrangen Glaukome die stationäre

ophthalmologische Versorgung. Glaukome waren jedoch in anderen Fachabteilungen

(als Nebendiagnosen) häufig. Glaukompatienten/innen wurden mehrheitlich in

Hauptabteilungen versorgt, die Patienten/innen der Belegabteilungen wiesen

jedoch gleiche Charakteristiken auf.


Glaukome im stationären Leistungsgeschehen in Deutschland in 2015 (Springer).


DOI: 10.1007/s00347-018-0757-2