Nosokomiale Infektionen: Intensive Bemühungen der Berliner Krankenhäuser um Schutz der Patienten

Nach der heute bekannt gewordenen Antwort der Senatsgesundheitsverwaltung auf eine kleine Anfrage zu nosokomialen Infektionen aus dem Abgeordnetenhaus verweist BKG-Geschäftsführer Marc Schreiner auf die zahlreichen und intensiven Bemühungen der Berliner Krankenhäuser, Patientensicherheit, Hygiene und insbesondere den Schutz der Patienten vor nosokomialen Infektionen sicherzustellen. Die hierzu von den Krankenhäusern in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Infektionen mit dem häufigsten MRSA-Keim seit Jahren rückläufig sind und inzwischen unter dem europäischen Durchschnitt liegen. Bei den Infektionen insgesamt ist in den letzten Jahren kein wesentlicher Anstieg zu beobachten. Wenn man die in den

letzten zehn Jahren gestiegenen Fallzahlen und die mit dem demographischen

Wandel steigenden Morbiditätslasten mit berücksichtigt, zeichnet sich insgesamt

eine Verbesserung der Versorgung ab, so Schreiner weiter. Dennoch ist jeder

Einzelfall ein Fall zu viel. Die Berliner Krankenhäuser setzen ihre Maßnahmen

zum Schutz vor nosokomialen Infektionen daher weiterhin fort.


Mit dem Infektionsschutzgesetz, der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie

(DART) und weiteren verbindlichen Vorgaben wurden schon klare Regelungen zur

Verbesserung der Krankenhaushygiene und ihrer Transparenz in den gesetzlichen

Qualitätsberichten festgeschrieben, die konstant weiterentwickelt werden. Die

Berliner Krankenhäuser arbeiten in der Krankenhaushygiene nach den Vorgaben der

RKI-Kommission, des Infektionsschutzgesetzes und der Hygiene-Verordnung des

Landes Berlin. Sie sind mit führend bei der Einführung freiwilliger

Qualitätsmaßnahmen, wie z.B. der Bildung von MRSA-Netzwerken, der Aktion

„Saubere Hände“ und der Beteiligung am

Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS).


Mit dem Ziel, einen Beitrag zu der weit über den Krankenhausbereich

hinausgehenden Problematik der multiresistenten Keime zu leisten, unterstützt

die Berliner Krankenhausgesellschaft die Senatsgesundheitsverwaltung im Rahmen

einer AG zur „Erstellung eines Aktionsplans zur Vermeidung nosokomialer

Infektionen“. Verbesserte personelle Voraussetzungen, einheitliche

Hygienestandards in Krankenhäusern und Präventionsstrategien aller Akteure zur

Vermeidung von Antibiotikaresistenzen und Übertragung von Keimen werden von der

BKG aktiv unterstützt. Auch die Aufklärung und Schaffung von Transparenz für

Patienten und Patientinnen im Fokus stellen einen wichtigen Beitrag zur

Verringerung des Problems dar, so Schreiner weiter.


Ein zentrales Problem bei Infektionen insbesondere im Krankenhaus bleiben aber

bestimmte antibiotikaresistente Erreger. Diese weltweit große Problematik in

der Medizin führt dazu, dass Infektionen nach wie vor zum Tode führen können,

da kein Antibiotikum greift. Daher müssen gemeinsame Strategien unter

Einbeziehung aller Beteiligter weiterentwickelt und umgesetzt werden. Schreiner

abschließend: „Eine verbesserte, gemeinschaftliche Strategie und Prävention ist

der richtige Weg, diese Keime zu bekämpfen.“

(Pressemitteilung).