Dekubitus erkennen und richtig klassifizieren: ein Positionspapier

Dekubitalulzera sind schwerwiegende Haut- und Gewebeschäden. Die korrekte Diagnose und Einteilung in verschiedene Kategorien gestaltet sich in der Praxis oft schwierig.


Fragestellung

Welches Vorgehen kann empfohlen werden, um Dekubitalulzera in der Praxis

richtig zu diagnostizieren und zu klassifizieren?

[...]


Ergebnisse

Die Diagnose Dekubitus soll nur dann gestellt werden, wenn Haut- und/oder

Gewebeschäden mit hoher Wahrscheinlichkeit infolge von länger andauerndem Druck

oder Druck in Verbindung mit Scherkräften entstanden sind. Es muss eine

vollständige Anamnese durchgeführt werden, um Phasen von vorhergehender

längerer Immobilität zu erfassen. Dekubitalulzera befinden sich in der Regel an

typischen Prädilektionsstellen. Bei der Kategorie I und „vermuteter tiefer

Gewebeschädigung“ liegen Gewebeschäden unter (zunächst) intakter Haut vor. Die

Diagnose ist jedoch unsicher, und die Klassifikation soll erst im weiteren

Verlauf vorgenommen werden. Ein Kategorie-II-Dekubitus ist in der Regel eine

Ausschlussdiagnose. Die Kategorien III und IV sind Dekubitalulzera im

eigentlichen Sinn. Solange die Abgrenzung zwischen Kategorie III und IV nicht

möglich ist, soll die niedrigere Kategorie kodiert werden.


Schlussfolgerungen

Derzeit soll passend für das jeweilige Setting einheitlich eine relevante

Klassifikation verwendet werden. Die am besten dem klinischen Bild

entsprechende Diagnose kann dann gestellt werden. Dabei ist es unerheblich,

welches Klassifikationssystem verwendet wird. Mithilfe der zukünftig zu

erwartenden Version des ICD-11 der WHO können Dekubitalulzera dann besser

klassifiziert werden.

(Springer).


DOI: 10.1007/s00105-018-4230-6