Az. B 1 KR 38/17 R und B 1 KR 39/17 R: Auswirkungen auf Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz

Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Todesursachen und sehr häufig ein Grund für Behinderung und Pflegebedürftigkeit. Durchschnittlich trifft es täglich 40 Menschen in Rheinland-Pfalz, also circa 12.000 Fälle im Jahr. Mit der Ausweisung von Schlaganfalleinheiten wurden in den letzten beiden Jahrzehnten grundlegende Fortschritte in der Versorgung gerade auch in der Fläche erzielt und immer weiter ausgebaut, zuletzt durch die Nutzung telemedizinischer Möglichkeiten wie dem telemedizinischen Schlaganfallnetzwerk Rheinland-Pfalz (TemeS).


Die Umsetzung der Urteile des Bundessozialgerichtes (BSG) vom 19.06.2018, Az: B

1 KR 38/17 R und B 1 KR 39/17 R könnte sich jedoch negativ auf die

Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz auswirken. „Die im Urteil des BSG

getroffene Definition der Transportzeiten könnte die flächendeckende

Schlaganfallversorgung gefährden. Ich sehe hier Handlungsbedarf auf Bundesebene

und habe mich deshalb an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewandt. Dieser

hat angekündigt, eine Lösung mit Beginn des Jahres 2019 zu schaffen. Mein Ziel

ist es, die bestehende flächendeckende Versorgung im Land zu erhalten. Niemand

soll sich Sorgen darum machen, im Fall eines Schlaganfalls nicht rechtzeitig

behandelt und versorgt zu werden“, so Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.


Hintergrund ist, dass Krankenhäuser für die spezialisierte

Schlaganfallversorgung eine gesonderte Vergütung erhalten können, wenn sie die

Voraussetzungen dafür erbringen. Damit ist die komplexe Behandlung des

Schlaganfalls qualitativ sichergestellt und wird entsprechend der erbrachten

Leistung von den Krankenkassen bezahlt. Eine der Vorgaben gibt die Zeit

zwischen dem Rettungstransportbeginn und dem Rettungstransportende vor, also

der Fahrzeit des Rettungswagens oder der Flugzeit des Rettungshubschraubers.

Das Gericht urteilte nun, dass diese Frist bereits mit der Entscheidung des

behandelnden Arztes zur Verlegung in eine Neurochirurgie zu laufen beginnt und

mit der Übergabe des Patienten an die behandelnden Ärzte der Neurochirurgie

endet. [...]


Az. B 1 KR 38/17 R und B 1 KR 39/17 R: Auswirkungen auf Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz (Deutsche Krankenhausgesellschaft).