Spital Davos AG 2017 mit Defizit von 5,1 Millionen Franken - strategische Neuausrichtung beschlossen

Die Spital Davos AG weist für das Jahr 2017 ein Defizit von 5,1 Millionen Franken aus und beschliesst eine strategische Neuausrichtung. In enger Kooperation mit einem starken Partner soll künftig das Risiko einer stark schwankenden Nachfrage zwischen Sommer- und Winterbetrieb finanziell besser abgefedert werden können und das medizinische Angebot für die einheimische Bevölkerung attraktiver gestaltet werden.


Nachdem in den letzten Jahren die Zahl der stationären Behandlungen im Spital

Davos konstant auf dem Niveau von rund 2300 Fällen hatte gehalten werden

können, musste im Berichtsjahr 2017 eine empfindliche Einbusse verzeichnet

werden. Der extrem schneearme Winter war mit ein Grund, dass knapp 300 Personen

weniger im Spital stationär behandelt wurden als im Vorjahr. Das entspricht

einem Ertragsausfall von rund 3 Millionen Franken. Zusammen mit dem bereits aus

strukturellen Gründen budgetierten Defizit beläuft sich der Jahresverlust

letztlich auf 5,1 Millionen Franken. Nebst den total 2025 behandelten

stationären Patienten (Vorjahr 2290) sank gegenüber dem Vorjahr auch die Zahl

der ambulanten Behandlungen von 42‘593 auf 38‘055. Zusätzlich wurden 108

Geburten (Vorjahr 112) verzeichnet.


Spitäler unter Druck


Das unbefriedigende Finanzergebnis hatte sich nach dem schneearmen Winter

2016/2017 abgezeichnet. Zum Risiko, wonach das Ergebnis des Spitals jeweils

stark von den Frequenzen im Schneesport-Tourismus abhängig ist, kam noch

erschwerend die Tatsache hinzu, dass letztes Jahr ein schweizweiter Trend von

rückläufigen Zahlen im stationären Spitalbereich festgestellt wurde. Das

Spitalwesen steht im Umbruch und ist gesundheitspolitisch unter Druck. Neue

Regulierungen (z.B. Einführung von Mindestfallzahlen; Verpflichtung, bestimmte

Behandlungen ambulant statt stationär durchzuführen) und Gerichtsentscheidungen

(Tarifentscheidungen zu Ungunsten der Spitäler) beeinflussen künftig das

Angebot. Dabei steht das Spital Davos vor einer besonderen Herausforderung,

weil es als für Schweizer Verhältnisse kleines Krankenhaus viele und teure

Ressourcen für einen relativ kleinen Markt vorhalten muss, um den

Leistungsauftrag erfüllen zu können.


Operative Optimierungen allein reichen nicht aus


Spitalleitung und Verwaltungsrat haben im letzten Jahr mit verschiedenen

Massnahmen versucht, auf die negativen Trends zu reagieren. So wurde unter

anderem die Bettenzahl reduziert und auf die unterschiedliche Nachfrage im

Sommer und Winter angepasst, Stellenpläne flexibler gestaltet und

Räumlichkeiten umgenutzt. Der Bereich Informatik wurde weitgehend ausgelagert

an das Kantonsspital Graubünden. Der Personalaufwand für die total 373

Beschäftigten (davon 50 Auszubildende) belief sich auf 27,8 Millionen Franken

(0,8 Millionen weniger als im Vorjahr). Der Sachaufwand stieg von 10,6

Millionen im Vorjahr auf 11,4 Millionen Franken.


Die gegenwärtige Entwicklung macht deutlich, dass operative Optimierungen nicht

ausreichen, um nachhaltig wesentliche Ergebnisverbesserungen zu erzielen und

dass deshalb eine strategische Neuausrichtung zwingend notwendig ist. Die stark

schwankende Nachfrage nach den stationären Leistungen des Spitals kann nur mit

einer Partnerschaft abgefedert werden. Inzwischen hat sich abgezeichnet, dass

das Kantonsspital Graubünden ein solcher Partner sein kann, der dank seiner

Grösse in der Lage ist, die saisonalen Schwankungen aufzufangen und damit das

medizinische Angebot der medizinischen Nachfrage vor Ort anzupassen. Konkrete

Gespräche zwischen den Spitalverantwortlichen sowie der Spitaleignerin Gemeinde

Davos sind im Gang und auf gutem Weg.


Umsetzung der neuen Strategie mit neuem Team


Spital Davos AG und Gemeinde Davos sind der Überzeugung, dass durch eine neue

Form der Kooperation mit dem Kantonsspital Graubünden gute Chancen bestehen,

das strukturelle Defizit zu überwinden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die

medizinische Kompetenz in Davos zu steigern und die Attraktivität für die

einheimische Bevölkerung zu erhöhen. Mit der Aufgleisung der neuen

strategischen Ausrichtung, die auch betriebswirtschaftlich eine deutliche

Verbesserung erreichen soll, wird der aktuelle Verwaltungsrat der Spital Davos AG nach Ablauf seiner

zweiten Amtszeit seine Arbeit abschliessen und steht für eine Wiederwahl nicht

mehr zur Verfügung. Der aktuelle Verwaltungsrat und die Spitaleignerin Gemeinde

Davos erachten es als sinnvoll, die Umsetzung der neuen Strategie mit neuen

Kräften anzugehen. Die Wahl des neuen Führungsgremiums findet anlässlich der

Generalversammlung der Spital Davos AG am 2. Mai 2018 statt (Medienmitteilung).