Netzwerk Personalisierte Neurochirurgie ins Leben gerufen

Experten aus der Medizin und Medizintechnik treffen sich am 4. Mai in Leipzig, um ein Netzwerk für eine personalisierte Neurochirurgie ins Leben zu rufen. Initiiert wurde das Projekt ZEREPRO von den Neurochirurgen am Universitätsklinikum Leipzig und den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. Die ungewöhnliche Konstellation hat einen Hintergrund: Moderne Behandlungskonzepte in der Neurochirurgie wie die Tiefe Hirnstimulation arbeiten mit hochentwickelten technischen Geräten.


Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, eine individuell auf den Patienten

zugeschnittene Therapie in der operativen Neurochirurgie zu fördern und weiter

voranzubringen. "Mit dem im März gegründeten ZEREPRO-Netzwerk Personalisierte

Neurochirurgie wollen wir dazu beitragen, operative Behandlungsstrategien

zukünftig noch sicherer, erfolgreicher und effizienter zu gestalten", erläutert

Prof. Dirk Winkler, UKL-Neurochirurg und Medizinischer Leiter des ZEREPRO.


Winkler präsentiert auf der Auftaktveranstaltung den Stand und die technische

Entwicklung auf dem Gebiet der Neuromodulation, also der stimulativen

Behandlung chronischer Zustände wie Schmerzen, Bewegungs- und

Durchblutungsstörungen durch gezielte Beeinflussung von Nervenbahnen und

Kerngebieten im Rückenmark bzw. dem Gehirn. Das kann zum Beispiel durch den

Einsatz kleinster implantierter Elektroden erfolgen, wie bei der tiefen

Hirnstimulation. Mit diesem Verfahren arbeiten die Neurochirurgen am

Universitätsklinikum Leipzig bereits erfolgreich bei Patienten mit

Bewegungsstörungen wie einer Parkinsonerkrankung. Weitere Anwendungen dieses

auch Hirnschrittmacher genannten Verfahrens sind denkbar.


"Wie genau wir mit Hilfe moderner Medizintechnik wie einem Hirnschrittmacher

unseren Patienten künftig noch besser helfen können, wollen wir gemeinsam in

dem neuen Netzwerk diskutieren", erklärt Prof. Winkler. Für den Auftakt haben

sich die Experten ein auf ganz besondere Weise anregendes Umfeld ausgesucht -

das Treffen findet im Museum der bildenden Künste in Leipzig statt (Pressemitteilung).