Versorgungsrealität der molekularen Diagnostik maligner Erkrankungen

In den letzten Jahren wurden bei verschiedenen Krebsentitäten zahlreiche onkogene Treibermutationen entdeckt oder Prädiktoren für zielgerichtete immunologische Therapien entwickelt. Eine optimale Therapieentscheidung erfordert zunehmend eine komplexe molekulare Diagnostik. Dabei besteht in Deutschland derzeit noch ein Versorgungsdefizit bei der flächendeckenden Umsetzung der umfassenden genomischen Testung. Für eine flächendeckende Umsetzung der Next-Generation-Sequencing(NGS)-Diagnostik müssen aber auch abgestimmten Qualitätskriterien implementiert werden, um die Ergebnisvalidität für jeden Patienten fortlaufend sichern zu können. Die aktuellen Refinanzierungsmängel (v. a. im stationären Sektor) haben einen negativen Einfluss auf die

bundesweiten Testraten. Das deutsche Abrechnungssystem ist weiterhin relativ unflexibel im Umgang mit den medizinischen Innovationen. Die Zukunft der

personalisierten Krebstherapien liegt in den interdisziplinären und intersektoralen Netzwerken (Springer).


DOI: 10.1007/s00740-018-0232-3