Oberschwabenklinik OSK steigert Patientenzahlen und Umsatz - Defizit i.H.v. 4,9 Millionen Euro

Die Oberschwabenklinik hat auch im Geschäftsjahr 2017 ihr Ziel erreicht, bei gleichbleibend hoher Qualität ihrer Leistungen und erneut gestiegenen Patientenzahlen ihre Wirtschaftlichkeit zu stärken. Mit 175 958 Patienten hat das Gesundheitsunternehmen im Landkreis Ravensburg so viele Menschen wie noch nie versorgt und mit 204,1 Millionen Euro einen Rekordumsatz erzielt. Für 2018 blickt man bei der OSK insbesondere gespannt darauf, welche Herausforderungen die geplanten neuen Anforderungen für die Notfallversorgung mit sich bringen.


Der Zuwachs der Notfallpatienten bereitet der OSK wachsende wirtschaftliche Probleme. Das Defizit der Notaufnahmen hat mittlerweile rund drei Millionen Euro erreicht.


Besondere Herausforderungen hatte die Oberschwabenklinik auch im Jahre 2017 zu meistern. Nach dem Ende der wirtschaftlichen Kernsanierungsphase bezahlt die OSK in allen Bereichen wieder marktübliches Tarifniveau. Zudem ist wie geplant die Beteiligung an den vom Landkreis mit eigenen Mitteln finanzierten Investitionen in Gebäude und Geräte um 1,36 auf nunmehr 5,02 Millionen Euro gesteigert worden. Trotz dieser und anderer zusätzlicher Belastungen gegenüber 2016 konnte die OSK wirtschaftlich Kurs halten.


Das konsolidierte Jahresergebnis einschließlich Gebäude und

Investitionstätigkeit hat sich im Jahresvergleich um weitere 1,7 Millionen Euro

verbessert und lag bei - 4,9 Millionen Euro. 2016 waren es noch -6,6 Millionen

und 2015 - 8,4 Millionen Euro gewesen. "Qualität und Wirtschaftlichkeit unserer

Leistungserbringung sind gleichermaßen Voraussetzungen, um ein hohes

Versorgungsniveau für die Bevölkerung zu halten", sagt OSK-Geschäftsführer Dr.

Sebastian Wolf.


Dass die Abläufe in den OSK-Häusern weiter verbessert wurden und sich zudem die

Möglichkeiten der Neubauten niederschlagen, zeigt eine von 6,06 auf 5,74 Tage

gesunkene Verweildauer. Wirtschaftliche Reserven sucht die OSK nicht in der

Einschränkung von Leistungen, sondern im Vermeiden unnötig im Krankenhaus

verbrachter Tage. "Das liegt auch im Interesse der Patienten", sagt der

OSK-Geschäftsführer. Voraussetzung sei, dass im Anschluss an den

Klinikaufenthalt die Weiterbehandlung und Betreuung gesichert sind. "Hier

können wir noch einiges gemeinsam mit unseren Partnern in der Region schneller

und einfacher gestalten", so der Geschäftsführer.


Mit 175 958 ist die Patientenzahl gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent

gestiegen. Immer häufiger aufgesucht werden die ambulanten Medizinischen

Versorgungszentren der OSK in Ravensburg, Wangen und Isny. 22 602 Menschen

wurden versorgt, rund 1000 Mehr als im Jahr zuvor. 41 829 Kranke wurden in den

OSK-Akuthäusern in Ravensburg, Wangen und Bad Waldsee sowie in der

Geriatrischen Rehabilitation in Ravensburg stationär aufgenommen. Dies war ein

Plus von 1,4 Prozent. Trotz der gestiegenen Patientenzahl ist der Erlös aus

stationären Krankenhausleistungen zurückgegangen. Eine auf den ersten Blick

paradoxe Entwicklung, die in einer gesunkenen durchschnittlichen Fallschwere

ihre Begründung hat. Die OSK war damit von einem Trend betroffen, der sich

landesweit gezeigt hat.


Unverändert nach oben zeigt die Kurve bei den Notfallpatienten. 57 831

medizinische Notfälle wurden in den Notaufnahmen am St. Elisabethen-Klinikum in

Ravensburg, am Westallgäu-Klinikum in Wangen sowie am Krankenhaus Bad Waldsee

behandelt. Dies waren im Jahresvergleich erneut 1145 Notfälle mehr. Die

Notaufnahmen verursachen pro Jahr ein Defizit von mittlerweile rund drei

Millionen Euro. "Dieses Geld muss in anderen Bereichen erwirtschaftet werden,

womit Krankenhäuser, die intensiv in die Notfallversorgung eingebunden sind, in

unserem Gesundheitswesen einen erheblichen Nachteil gegenüber anderen

stationären Anbietern haben", sagt Dr. Wolf.


Dankbar sei die OSK den Kassenärzten für die hervorragende Zusammenarbeit in

den Notfallpraxen am EK Ravensburg und am Westallgäu-Klinikum. "Solche

Kooperationen sind die Zukunft. Ohne sie wird eine Notfallversorgung zunehmend

unbezahlbar", betont der OSK-Geschäftsführer. Gespannt warte man darauf, was

die vom Gemeinsamen Bundesausschuss bereits beschlossenen Richtlinien für eine

neue strukturierte Notfallversorgung konkret bedeuten werden.


Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften - den Medizinischen Versorgungszentren

sowie der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben - beschäftigt die OSK 2700

Menschen. Die Teilzeitquote ist erneut gestiegen. Mittlerweile ist fast exakt

jedes zweite Arbeitsverhältnis eine Teilzeitbeschäftigung. Qualifiziertes

Fachpersonal zu gewinnen, wird auch für die OSK zunehmend schwieriger. Das

Unternehmen hat seine Anstrengungen in der Ausbildung nochmals mit einem

Pflegekurs am Standort Wangen, der im April begonnen hat, verstärkt. Mit 245

Menschen in Ausbildung ist die OSK größter Ausbildungsbetrieb im Landkreis (Pressemitteilung).