Tarifstreit an der Celenus-Klinik in Bad Langensalza war Thema im Landtag

„Wir alle werden nicht aufgeben!“ Das kündigten Heike Schmidt und ihre Kolleginnen von der Celenus-Klinik an der Salza GmbH in Bad Langensalza heute im Thüringer Landtag an. Auf Einladung der SPD-Fraktion kamen die Rehaklinik-Mitarbeiterinnen Heike Schmidt, Carmen Laue, Sandy Hase, Juliane Fahsl, Silke Kirchner, Jacqueline Althaus und Angela Scholz zusammen mit Ver.di-Fachbereichsleiter Bernd Becker in die Fraktionssitzung der Sozialdemokraten. Dort schilderten sie emotional die zermürbende Taktik der Klinikleitung, die gegen die Frauen, die für einen gerechten Lohn streiken, mit unlauteren Mitteln vorgeht. Zwei Physiotherapeutinnen wurde gekündigt, fünf wurden beurlaubt und ausgesperrt.


Die SPD-Fraktion hat den Versuch der Celenus-Klinik, die Angestellten unter

Druck zu setzen indem sie in ihrer Existenz bedroht werden, zum Anlass für ihre

Aktuelle Stunde genommen.


Dazu die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Diana Lehmann: „An

der Celenus-Klinik in Bad Langensalza ist ein Tarifstreit entbrannt, bei dem

der Versuch unternommen wird, Arbeitnehmerrechte in Thüringen durch

internationale Gesundheitskonzerne auszuhöhlen. Wir von der SPD-Fraktion – und

auch ich ganz persönlich – sind der Meinung: Diese Regelungen, diese Rechte,

sind für uns unantastbar. Streikrecht ist Grundrecht und das ist nicht

verhandelbar.“


Zudem warnt die SPD-Politikerin davor, mit einem solchen Vorgehen dem

Wirtschaftsstandort Thüringen massiv zu schaden und nicht zuletzt der

Wertschätzung der Pflegeberufe.

Ihr Schicksal öffentlich zu machen und so viele Menschen wie möglich darüber zu

informieren, wie mit ihnen umgegangen wurde und noch immer wird, das ist Carmen

Laue, Heike Schmidt und ihren Kolleginnen wichtig: „Wir sind dankbar, dass wir

eine Einladung in den Thüringer Landtag bekommen haben. Wir werden nicht

aufgeben, denn das wäre ein verheerendes Zeichen für alle Menschen, die um ihre

Arbeit und eine gerechte Entlohnung kämpfen. Unseren Zusammenhalt lassen wir

uns nicht nehmen!“


Hintergrund:

Bereits 2013 forderte die zuständige Gewerkschaft Ver.di die Rehaklinik an der

Salza aufgrund eines extrem niedrigen Lohnniveaus zu Tarifverhandlungen auf.

2014 wurde nach einer gutachterlichen Prüfung durch ein externes

Wirtschaftsprüfungsinstitut klar, dass die Klinik thüringenweit die niedrigsten

Tagessätze hatte und diese nur durch niedrige Löhne der Belegschaft ermöglicht

werden konnte. In den kommenden Jahren streikte die Belegschaft immer wieder.

2016 wurde der Abschluss eines Manteltarifvertrags erreicht. Aufgrund des

Verkaufs an die Celenus GmbH wurden die Verhandlungen jedoch abgebrochen, bevor

die Verhandlungen zur Vergütung abgeschlossen werden konnten. Die Beschäftigten

kämpfen bis heute für eine Entgeltregelung im Tarifvertrag. Inzwischen versucht

der Arbeitgeber massiven Druck auf die Beschäftigten auszuüben: Celenus

versuchte die Streiks gerichtlich untersagen zu lassen, was jedoch scheiterte.

Traurigen Tiefpunkt erreichte diese Praxis im vergangenen Monat mit der

Kündigung zweier Mitarbeiterinnen, weil sie nach Dienstschluss

Informationsflyer an die Patienten der Klinik verteilten (Pressemitteilung).