HD : i67.3 oder R 63.3

  • Hallo an ALLE ,
    Pat mit ausgeprägter Subcortikaler arteriosklerotischer Enzephalopathie ( Morbus Binswanger ), komplett pflegeabhängig , nahm im Pflegeheim keine Nahrung mehr zu sich. wWurde mit Vd. auf Schluckstörung eingewiesen. Gastroskopie War unauffällig. MRT Schädel : ausgeprägte SAE. Pat hat eine PEG-Sonde erhalten.
    HD : I67.3 da meiner Meinung nach die Nahrungsverweigerung auf die SAE zurückzuführen ist.
    Es folgte ein reger Briefwechselmit dem MDK, der die R 63 al HD möchte! KönntIhr mir weiterhelfen Wäre sehr nett!
    Vielen Dank
    Schwanja

  • Hallo Schwanja,
    worauf begründen Sie denn die SAE als HD?:
    neu diagnostiziert oder lediglich kontrolliert?
    behandelt? wie?


    DKR D002f
    Zuweisung der zugrunde liegenden Krankheit als Hauptdiagnose
    Wenn sich ein Patient mit einem Symptom vorstellt und die zugrunde liegende Krankheit zum Zeitpunkt der Aufnahme bekannt ist und behandelt wird bzw. während des Krankenhausaufenthaltes diagnostiziert wird, so ist die zugrunde liegende Krankheit als Hauptdiagnose zu kodieren.


    Zuweisung eines Symptoms als Hauptdiagnose
    Wenn sich ein Patient mit einem Symptom vorstellt und die zugrunde liegende Krankheit zum Zeitpunkt der Aufnahme bekannt ist, jedoch nur das Symptom behandelt wird, ist das Symptom als Hauptdiagnose und die zugrunde liegende Krankheit als Nebendiagnose zu kodieren.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,
    immerhin wurde ein MRT durchgeführt, obwohl die SAE schon bekannt war, möglicherweise um andere Ursachen oder auch die Progredienz der Erkrankung festzustellen. Möglicherweise wurde auch antihypertensiv behandelt - reicht dies nicht auch schon als \"Therapie\" der SAE?? Wäre in gewisser Weise ja sogar eine kausale Therapie, wobei ich nicht der Meinung bin, dass eine Krankheit \"kausal\" behandelt werden muß, um kodiert werden zu können.
    Ich würde die R63.3 nur als HD akzeptieren, wenn der Pat. wg. der Schluckstörung zur Anlage der PEG aufgenommen würde und nach 1-2 Tagen entlassen - so im Sinne eines \"Zielauftrages\".
    Viele Grüße
    P. Dietz

  • Zitat


    Original von P_Dietz:


    immerhin wurde ein MRT durchgeführt, obwohl die SAE schon bekannt war,


    und genau deswegen ist die HD-Regelung nicht erfüllt, ausser ich sehe die Durchführung einer Diagnostik als Behandlung an.
    Mir ist z.B. keine Definition des Begriffs Behandlung bekannt. Bedeuet dies allgemein \"Umgang mit dem Patienten und seiner Krankheit\" oder \"Therapeutische Maßnahmen\"?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Morgen liebes Forum,


    ich möchte den Faden an dieser Stelle in einer etwas anderen Konstellation wieder aufnehmen:


    Eine Patientin, seit Jahren bekannter Alkoholabusus, wird stationär mit diffusen abdominellen Beschwerden aufgenommen. Sie selber gibt an, seit 10 Tagen keine Alkohol zu sich genommen zu haben und in den letzten Tagen kaum Flüssigkeit und Nahrung zu sich genommen zu haben. Ein Alkoholspiegel im Blut ist nicht nachweisbar, es besteht jedoch eine äthyltoxische Pankreatitis und ein Leberschaden.


    Die Patientin bot keine Entzugssymptomatik, es wurde eine Flüssigkeitsubstitution i.v. durchgeführt und sie wurde hochkalorisch ernährt. Hinzu kam, dass einige Medikament wieder angesetzt werden musste, die die Patientin ebenfalls nicht eingenommen hatte.


    Wir haben als HD die R63.3 kodiert und als eine ND die F10.2. Der MDK ist jedoch der Ansicht, dass die F10.1 als Ursache als HD kodiert werden müsste, die Kodierung der F10.2 wird als falsch abgelehnt.


    Wie sehen denn die Forumsmitglieder diese Fallkonstellation?


    Schönen Grüße aus Unna


    Heribert Hypki

  • Guten Morgen,


    Zitat


    Original von Hypki:
    seit Jahren bekannter Alkoholabusus


    entspricht für mich einer Alkoholabhängigkeit und damit F10.2. Im Zweifelsfall sollte man die Krankengeschichte eienr kritischen Würdigung der Vorbemerkungen Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im ICD unterziehen.


    Hier wirkt sich m.E. der in der Regel verharmlosende medizinische Jargon (Abusus statt Abhängigkeit) fatal aus.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo Herr Hypki,


    Zitat


    Original von Hypki:
    ... mit diffusen abdominellen Beschwerden aufgenommen...es besteht jedoch eine äthyltoxische Pankreatitis...



    warum dann nicht die Pankreatitis als HD?



    MfG

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. med. Roland Balling

    Chirurg
    Medizincontroller
    "Ärztliches Qualitätsmanagement"
    Chirurgische Klinik, 82229 Seefeld