Wider das politische Getöse einiger Krankenkassen

  • Hallo Allerseits,


    ist eigentlich mal über eine prinzipielle Trennung der Prozesse Kodierprüfung und Verweildauerprüfung nachgedacht worden?


    Damit könnte man diese Hetzerei über den vermeintlichen Mißbrauch des Gesundheitswesens endlich mal einfangen, denn hier handelt es sich ja um eine Leistung, die unzweifelhaft vom Krankenhaus erbracht wurde.


    Eine Verweildauerdiskussion kann nie eine Upcoding-Diskussion sein, aber momentan wird das auf Basis \"gefühlter Daten\" verquirlt und dieses Gebräu dann in der Presse hochgekocht.


    Es wäre daher m.E. sinnvoll, die Vorgaben und Rahmenbedingungen für die beiden Prozesse zu trennen und das grundsätzlich getrennt zu betrachten. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob das bei den Kassen überhaupt immer getrennt ausgewertet wird - zumal eine Auswertung multifaktorieller Kürzungen nicht trivial ist.


    Strafgebühren würden so oder so nur zu einer Klageflut führen, ich habe da vom letzten Gerichtstermin noch das Bild des kopfschüttelnden Richters vor Augen, der nicht fassen konnte, was für ein Quatsch da z.T. jetzt schon diskutiert verhandelt werden mußte. Hätten wir uns auch gerne gespart. javascript: nix()


    es grüßt.
    Der Kolibri ;(

  • Hallo Herr Schaffert,


    ich habe es innerlich bereits aufgegeben den Gesetzgeber von irgendwas zu überzeugen, wenn man die Beiträge in den Medien verfolgt, geht es nicht um Sachlichkeit, viel mehr darum, wie man schnell und effektiv beim Wähler punkten kann. Das uns hier betreffende Thema ist bei weitem nicht das einzige mit dem man derzeit eine gute Glut im Grill erzeugen kann...


    Tag täglich muss man sich über die hohe Anzahl vorhandener juristischer Graubereiche und z.T. abwegigen Gutachteransichten herumschlagen.
    Man kann es drehen und wenden wie man will, \"wer zahlt schafft an\" wir werden in diesem Sinne immer den Kassen hinterherlaufen müssen.

    MfG
    Ductus
    Die Welt ist global, das Denken lokal

  • Guten Morgen Forum,


    das ist schon ein starkes Stück! Und ich hatte mich schon ein wenig gewundert, daß die Anschuldigungswelle aus dem letzten Jahr so schnell verebbt ist, und nun so ein Tsunami!!!
    Ich find es einfach unerträglich, in welcher Form unsere Politiker und die Medien auf die Branche und momentan speziell auf die Krankenhäuser eindreschen.





    Dann zahlen wir KH den Kassen und Versicherungen doch mal die 1.000.000.000 € zurück - dann können vielleicht mal vernünftige Prüfsysteme geschrieben werden und es werden in Zukunft nur noch 2-3% der Fälle geprüft. Außerdem schließen dann 50% der Krankenhäuser weil die Rückzahlung das Aus für sie bedeutet, was zum Glück den Prüfaufwand weiter reduziert. Die Kosten für die Allgemeinheit sinken endlich, oder die GKVen stecken das Geld u.U. in neues Personal - JuHu!! Die entlassenen KH-Mitarbeiter wechseln die Seite und gehen zur Kasse, dort wird sich schon eine absurde Arbeit finden.


    Was für ein Schreckensszenario! Genauso wie die beiderseitige AWP! Wo würden wir enden ??? Unvorstellbar, oder ?



    Nur dürfen wir eben nicht aufgeben, wie oben von Wurmdobler beschrieben (oder habe ich es falsch verstanden \" Gesetzgeber\" ? )
    Viele Kassenmitarbeiter stehen in puncto Falschabrechnungen nicht hinter den Aussagen Ihrer Vorstände. Und wir müssen uns weiter bemühen das gegenseitige Vertrauen wieder zu verbessern/ aufzubauen. Das versuche ich tagtäglich, meistens erfolgreich!


    Zitat


    Original von Wurmdobler:


    ich habe es innerlich bereits aufgegeben den Gesetzgeber von irgendwas zu überzeugen




    Es geht nur Miteinander, nicht Gegeneinander!



    Die Ausgaben für das Gesundheitswesen sollten doch nicht zu 99% für einen Mega-Bürokratie-Apparat verschleudert werden!


    Ich hätte gerne noch mehr Lösungen für dieses Dilemma. Absolut keine Lösung wäre eine AWP zu Lasten der KH, dann sollte die bestehende AWP lieber wieder auf 100,- € reduziert werden! Eine gute Idee fände ich die Abschaffung/ Modifikation der UGVD wie unlängst von Dr. Gramminger gefordert. Umgehend würde wahrscheinlich die Hälfte der Prüfungen wegfallen!!!


    Allen ein schönes Wochenende und weiterhin erfolgreiches Schaffen an der \"Krankenhausfront\"!


    Sebastian

  • Hallo Sebastian,


    ich habe es aufgegeben mit Politikern darüber zu reden, weil die im Detail keine Ahnung haben, wir haben hier in unserer Region einen gesundheitspolitischen Sprecher einer Bundestagsfraktion, ohne den Namen nennen zu wollen, gewinne ich stark den Eindruck, dass die Leute auf Stimmenfang aus sind, wenn Sie sich dem Volke widmen, die eigentliche Arbeit aber machen doch die Lobbyisten im Hintergrund, bzw. die Strategen, die die Linie vorgeben.
    Und die Linie ist derzeit ganz klar KONTRA Kliniken, koste es was es wolle.


    Hingegen gebe ich sicherlich nicht innerhalb meiner Klinik, ebenso im Bekannten- und Verwandtenkreis auf, ich bin mittlerweile auch sehr Streibar vor dem SG, mal sehen wie es weitergeht.


    Ich gewinne nur immer mehr den Eindruck, dass unsere Politik nicht mehr an der Behebung von Problemen interessiert ist, vielmehr an einer Politik der Imageaufwertung... wie gesagt nicht nur bei diesem Thema...

    MfG
    Ductus
    Die Welt ist global, das Denken lokal

  • Guten Tag


    Zitat


    Original von Admin:
    und hier die Retoure:


    SECURVITA BKK verkennt die Aufgaben des Bundesversicherungsamtes




    „Will man Beamte so richtig reizen, dann muß man sie nur auf ihre Fehler hinweisen, die sie sonst so gerne wie geschickt zu vertuschen versuchen. Oder aber man packt sie bei ihrer Beamtenehre. Geschieht beides, dann schlagen sie unbarmherzig zurück.“



    Siehe auch:


    „Wenn die Vizepräsidentin des Bundesversicherungsamtes (BVA) Sylvia Bohlen-Schöning (54) nicht wäre, man müßte sich fragen, warum die Bonner Behörde in dieser Form überhaupt noch existieren darf.

    Die Leitung des Hauses ist mit dem Di-Mi-Do-Präsidenten Dr. iur. Maximilian Gaßner quasi nicht existent, so daß eben jede(r) RegierungsdirektorIn am Rhein tun und lassen kann, was sie oder er will “





    Quelle: dfg Dienst für Gesellschaftspolitik





    Gruß


    E Rembs

  • Hallo Forum,


    DRG-Rowdy, ich glaube auch das Sie keine entsprechenden Artikel in Spiegel... (wie im Beitrag vom 18.05.11 von Hr. Schafftrt gefordert) finden werden da dies zu diesem Zeitpunkt gar nicht notwendig war.


    Zur Einführung bzw. Verdreifachung der Aufwandspauschale bediente man Sich im Lager der Leistungserbringer eines \"politischen Pferdchens\" das just genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war und die Einführung und Erhöhung der Aufwandwandspausche somit kein Problem darstellte. Wäre dieser Schachzug nicht gelungen hätten Sie (DRG-Rowdy) bestimmt kein Problem entsprechende Artikel zu finden und die Teilnehmer damit zu \"überschütten. Das Ziel der Aufwandspauschale die Prüfzahlen zu mindern wurde nicht annähernd erfüllt und deshalb sehe ich eine erneute Diskussion über diese Pauschale mehr als gerechtfertigt.


    Aber ich sehe das alles auch etwas \"locker\". Wäre jede Rechnung perfekt wäre das Med.-Controlling personell nicht so ausgeprägt, wären die Mitarbeiter in der Rechnungsprüfung weniger, würden Schulungsprogramme und Weiterbildungen zu Ladenhütern vergammeln und solche Plattformen wie diese würden nicht oder nur eingeschränkt existieren...


    mit freundliche Grüßen
    Einsparungsprinz

  • Schönen guten Tag Einsparungsprinz,


    Zitat


    Original von Einsparungsprinz:
    Das Ziel der Aufwandspauschale die Prüfzahlen zu mindern wurde nicht annähernd erfüllt und deshalb sehe ich eine erneute Diskussion über diese Pauschale mehr als gerechtfertigt.


    Diese Aussage würde ich auch nicht unbedingt bestreiten, es geht mir jedoch um die Form der \"Diskussion\" und darum dass eine \"Strafpauschale\" gefordert wird und nicht mehr die Abschaffung der Aufwandspauschale. Dieser Thread dokumentiert das im Verlauf sehr eindrucksvoll.


    Zitat


    Original von Einsparungsprinz:
    Aber ich sehe das alles auch etwas \"locker\". Wäre jede Rechnung perfekt wäre das Med.-Controlling personell nicht so ausgeprägt, wären die Mitarbeiter in der Rechnungsprüfung weniger, würden Schulungsprogramme und Weiterbildungen zu Ladenhütern vergammeln und solche Plattformen wie diese würden nicht oder nur eingeschränkt existieren...


    Genaus das sehe ich nicht ganz so locker, denn die dafür aufgewendeten Ressourcen könnten ansonsten für die Patienten zur Verfügung stehen.


    Wenn wir tatsächlich über Einsparungen im Gesundeheitswesen diskutieren wollen, dann bitte doch eher über tatsächliche Feisetzung von Ressourcen als über das hin - und herschieben von Geld. Denn bei letzterem handelt es sich um ein Nullsummenspiel, da die Beträge letzlich über die Beiträge finanziert werden müssen.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,