Wider das politische Getöse einiger Krankenkassen

  • Schönen guten Tag allerseits,


    Zitat


    Original von Blaschke:
    Schön, daß sich des Themas angenommen wird.


    Dem stimme ich zu. Allerdings halte ich es für fraglich, ob allein die Änderung der Finanzierung ausreicht. Schließlich sind die Strukturen und Denkweisen bereits langjährig erprobt. Wenn ich plötzlich nicht mehr durch das Krankenhaus sondern durch eine neutrale Behörde bezahlt würde, glaube ich auch nicht, dass sich viel an meiner Einstellung und meinen Ansichten zur Abrechnung ändern würde.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hallo,
    zumal der Gesundheitsfonds (oder wer auch immer) NICHT an einer Kostenausweitung interessiert sein kann.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo zusammen,


    ich finde diesen Vorschlag sehr gut!
    Wie schon das Sprichwort sagt:\"Wes Brot ich ess, des Lied ich sing\".


    Beste Grüße - NV

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag


    Zitat


    Original von papiertiger_2:
    ....
    Hintergrund sind zahlreiche, überwiegend vertrauliche Beschwerden von Ärztinnen und Ärzten der Medizinischen Dienste






    Frage 1
    Warum werde ich Gutachter?



    Frage 2
    Wenn Missstände bestehen:


    Warum werde ich nicht als externer(!) Whistleblower (Hinweisgeber) bzw. Ethical Resister tätig?



    Frage 3
    Warum „erdulde“ ich die Angriffe auf die persönliche Integrität?







    Gruß


    E Rembs

  • Guten Tag,


    nun liegt der Bericht der INEK-Begleitforschung vor. Darin finde ich folgende Ausführungen (Kap. 4.9; S. 469 (513 von 731)

    Zitat

    Die ANzahl von Fällen, bei denen eine Rechnungskorrektur zugunsten des KH vorgenommen wurde, siteig im Untersuchungszeitraum zwar jahresdurchschnittlich um 10% an, der Anteil dieser Fälle mit einer positiven Rechungskorrekturblieb hingegen bei ca. 5% weitgehend konstant.


    Ich finde das sensationell. In dem von den KK vorselektionierten Patientengut finden sich 5 % Rechnungskorrekturen zugunsten des KH. Ich gehe mithin auch weiterhin davon aus, dass sich auch in den nicht geprüften Fällen 5% nicht verwirklichter Erlöse finden. Die Realisierung dieser Erlöse wäre ein gigantischer Betrag, der die Rechnungskorrekturen zugunsten der Kostenträger sicher egalisieren dürfte.


    Es gab vergleichbare Zahlen schon in MDK-Veröffentlichungen. Diese sind aber sehr aktuell und helfen ggf., die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen.


    Bleibt noch meine alte Klage, dass derartige Fälle bei uns nicht vorkommen...


    Gruß


    merguet

  • Ja, ich frage mich auch wo diese Fälle denn sind. Für die vergangenen sieben Jahren kann ich die Zahl solcher Fälle an einer Hand abzählen. Bei aktuell etwa 1.700 MDK-Fällen im Jahr würde ich schon ein paar mehr erwarten.


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag


    Getöse der Journaille:



    Sparen im Krankenhaus
    Patienten tragen die Risiken


    Die Fachanwältin für Medizinrecht, Maia Steinert, beklagt im Frontal21-Interview einen Missbrauch des Fallpauschalen-Systems in vielen Krankenhäusern. Immer mehr Menschen würden falsch oder viel zu kurz behandelt. Es komme vermehrt zu so genannten blutigen Entlassungen, weiß Steinert.



    Die Abrechnung über Fallpauschalen schaffe Fehlanreize bei der Behandlung, kritisiert Markus Lüngen vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie Köln: \"Fallpauschalen führen dazu, dass teilweise die falschen Patienten ins Krankenhaus aufgenommen werden“…



    http://frontal21.zdf.de/ZDFde/…1872,1001633,00.html?dr=1





    Gruß


    E Rembs

  • Moin,


    Zitat


    Original von ERembs:


    (...) Markus Lüngen vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie Köln


    Direktor dieses Institutes ist übrigens ein gewisser Karl Lauterbach....


    Seufz


    merguet

  • \"[...]Die Fachanwältin für Medizinrecht, Maia Steinert, beklagt im Frontal21-Interview einen Missbrauch des Fallpauschalen-Systems in vielen Krankenhäusern. Immer mehr Menschen würden falsch oder viel zu kurz behandelt. Es komme vermehrt zu so genannten blutigen Entlassungen, weiß Steinert. Die Patienten würden teilweise mit eitrigen, offenen Wunden entlassen.[...]\"


    Das ist doch das was die KKn/MDK wollen!?


    Entlassungen wären doch nach deren Ansicht IMMER vor erreichen der OGVD möglich. (Abgesehen davon, dass meiner Einschätzung nach ein Krankenhaus IMMER miese macht, wenn ein Patient die OGVD überschreitet).
    Und die Wundversorgung kann doch ambulant erfolgen (auch schon oft genug gehört).
    Nachblutungen, und deshalb länger im KH? Das geht doch nach Ansicht der KKn/MDK mal gar nicht! Der Patient kann doch nach Hause, und wenn es blutet kann er doch wieder vorstellig werden! (doof nur wenn er dann blutend am Boden liegt und das Telefon (welches ja nach Ansicht der KKn/MDK ausreichend ist, um einen Patienten ohne Angehörige nach Hause zu schicken) nicht mehr erreichen kann.)
    93 Jahre, DM II, pAVK IV, KHK , Herzinsuffizienz, Hypertonus, Glaukom und wackelig auf den Beinen? Die Zehenamputation ist doch wohl bitteschön ambulant möglich!


    Ich weiß gar nicht was sich die Krankenhäuser immer so anstellen 8o


    :t_teufelboese: :t_teufelboese: :t_teufelboese:


    P.S.: Da erzählen die im gleichen Block was von einer VwD Senkung nach Hüft TEP. War das nicht auch ein erwartetes Ziel der DRGs?

    stellv. Leitung Medizincontrolling
    Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)
    MDA

  • Zitat: Entlassungen wären doch nach deren Ansicht IMMER vor erreichen der OGVD möglich.


    Nicht nur das, Entlassungen sind sehr oft auch vor Erreichen der UGVD möglich! Ist momentan einer der häufigsten Gründe für MDK-Anfragen bei uns. Geht nur noch um möglichst viel Abschlag. Beispiel von gestern: 83jährige Patientin mit Weber B-Fraktur re. und dist. Radiusfraktur li. hätte nach einem Tag bei konservativer Behandlung entlassen werden sollen. Sie war allerdings 4 Tage da, da Hilfsmittel organisiert werden mussten und der vom MDK vorgesehene Entlasstag der 1.5. war, wo so etwas nicht funktioniert. Außerdem sollte soetwas wie Mobilisation schon mal begonnen werden (geht doch alles ambulant-lt. MDK---bis zum nächsten Sturz).
    Schönen Tag noch
    Anne

  • Hallo an alle Leser,


    aber liegt nicht genau bei der UGVD der Hund begraben? Der Patient wird ja versorgt, nur am Ende wir die Versorgung - nach Kürzung, siehe Beispiele oben - nicht bezahlt!! Und dann wird das auch noch als Rechnungsbetrug des Krankenhauses tituliert - da platzt mir der Hals .....

    Gruss
    Dr. Christian Kramer


    Orthopäde - Oberarzt