Wider das politische Getöse einiger Krankenkassen

  • Hallo Forum,


    ich schließe mich Herrn Balling an: wenn ich immer lesen muss die Krankenhäuser falsch abrechnen sind und dem Krankenhaus ein gewisser Vorsatz zwischen den Zeilen unterstellt wird, dann muss man mal deutlich machen, dass es um Verweildauern geht. Diese Leistung wurden zunächst mal unzweifelhaft am Patienten erbracht! Ob dann die sogenannte "Wirtschaftlichkeit" diese als medizinisch (oder ökonomisch?!?) unnötig ansieht steht auf einem anderen Blatt.


    Mein Vorschlag:


    Jede Fachrichtung bestimmt ihre TOP 3 DRG´s, dann wird ein Betrag X vom INEK ermittelt, vom DRG abgezogen und dann die Untere Grenzverweildauer eliminiert.
    Meine Prognose: Mindestens 50% Reduktion der Verweildauerprüfung - weniger Zeit mit Prüfungen verschwendet - und vielleicht sogar die Patienten entspannter behandelt .......


    Einen schönen Abend

    Gruss
    Dr. Christian Kramer


    Orthopäde - Oberarzt

  • Guten Morgen,


    ich fürchte, dieser Vorschlag:


    Zitat

    Jede Fachrichtung bestimmt ihre TOP 3 DRG´s, dann wird ein Betrag X vom INEK ermittelt, vom DRG abgezogen und dann die Untere Grenzverweildauer eliminiert.
    Meine Prognose: Mindestens 50% Reduktion der Verweildauerprüfung - weniger Zeit mit Prüfungen verschwendet - und vielleicht sogar die Patienten entspannter behandelt .......


    wir kaum zu einer Änderung führen. Viele Kostenträger prüfen nach Quoten. Wir können das bei uns für einige Kotenträger auf die Nachkommastelle genau nachvollziehen. Dabei ist der Inhalt in der Regel gleichgültig. Sie werden nur die Grenzen verschieben.


    So lange wir als KH keine Kopien aller angefertigten GA sehen und solange die GA Aspekte zugunsten der KH nicht werten, kann eh nicht von einer korrekten Ermittlung ausgegangen werden.


    Ich betone übrigens an dieser STelle noch einmal, dass ich die Aufwandspauschale für Unsinn halte.


    Gruß


    merguet

  • Guten Tag


    Siehe auch:


    „Ob es der AOK allerdings wirklich um die Sache geht, darf bezweifelt werden. Vielmehr handelt es sich wohl um das durchsichtige politische Manöver, das Thema mit Negativschlagzeilen zu besetzen. Statt der üblichen Vorwurfspolitik hätten wir gerne von den AOK-Verantwortlichen gehört, was ihr Bundesverband ernsthaft unternimmt, um die Probleme zu mildern.“




    http://www.bundesaerztekammer.…is=3.71.11855.11856.11886


    Gruß


    E Rembs

  • Guten Morgen Forum,


    neben einem müden lächeln sowie stirnrunzeln und kopfschütteln lösen die beiden gestrig verfassten Beitrräge nur noch ein Schlagwort aus: "man packe sich selber beim eigenen Schopf"


    weiter Formulierungen zu den Beiträgen dürften als Zeitverschwendung zu bewerten sein...


    mit freundlichen Grüßen


    Einsparungsprinz

  • AOK-Bericht
    Krankenhäuser wehren sich gegen Vorwürfe
    Auf den AOK-Krankenhaus-Report und den Meldungen über Behandlungsfehler in den Kliniken reagieren die Krankenhausgesellschaften mit scharfer Kritik am AOK-Bundesverband.


    http://www.kma-online.de/nachr…e___id__32557___view.html

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Zitat Hasenbein:
    "Eine acht Jahre alte internationale Studie als Basis zu nehmen und auf die aktuellen Behandlungszahlen in Deutschland hochzurechnen, wird dem Thema in keiner Weise gerecht"


    und


    "Dies alles zu ignorieren und auf einer veralteten Basis einfach plakativ auf 19.000 Tote im Jahr hochzurechnen, ist unglaublich"


    Das waren auch die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen. Ich finde es, milde ausgedrückt, erstaunlich, wie amateurhaft hier Zahlen und Statistiken erstellt, hochgerechnet und strapaziert werden. Der Einsatz von Arbeitgebern- und Versichertengeldern hätte eine weitaus professionellere Performance verdient.


    Aber es hat seinen Zweck erfüllt. Die Medien, dankbar für jeden Toten, der präsentiert werden kann, haben das Thema aufgegriffen und leider viel zu häufig kritiklos übernommen.


    Einziger Trost: bei der heutigen Halbwertzeit von Nachrichten und Sensationen ist das Thema in der breiten Öffentlichkeit übermorgen durch.

    Viele Grüße


    Frank K.

  • Hallo Forum,


    frank K.:das die KH-Seite natürlich alle Vorwürfe abstreitet konnte man schon beim Thema "unnötige OP" beobachten, aber jeden seine Meinung.


    Wirklich rührend wie Sie sich Sorgen um die Versichertengelder machen, sind doch es Sie (Krankehäuser) welche mit dem Löwenanteil von über einem Drittel an den Leistungsausgaben maßgeblich beteiligt sind und welche dann auch hoffentlich "professionell" verwendet werden. Also bitte keine falsche Bescheidenheit!


    mit freundlichen Grüßen


    Einsparungsprinz

  • Moin,


    Nun wird die Debatte schon wieder schärfer. Nicht nur, dass die KH unnötig operieren (Zitat eines Referenten einer großen Kasse auf einen Forum vor 400 KH-Managern: "Nichts operiert sich so gut, wie ein gesundes Knie"), sie haben auch 19.000 Menschen durch Fehler auf dem Gewissen.


    Ein Heilmittel: Der AOK-Gesundheitsnavigator. Solange hier keine Daten über die Behandlungsverläufe an die vermeintlichen Versursacher zurückgespiegelt werden nur ein Pranger.


    Nun die KPMG


    Zitat


    Im zweiten Schritt hat KPMG das EHCI-Ranking in Beziehung gesetzt zu den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Hier weist Deutschland nach den Niederlanden und Frankreich mit 11,3 Prozent den dritthöchsten Wert auf.


    Beim Gesamtvergleich zwischen Qualität und dem Quotienten aus Gesundheitsausgaben und BIP landet Deutschland dann auf dem drittletzten Platz - nur noch vor Griechenland und Portugal.


    Hier wird suggeriert, dass die Qualität der deutschen Gesundheitsversorgung im europäischen Vergleich auf dem drittletzten Platz liegt. Das ist doch offensichtlicher Unsinn. Es befeuert nur die Debatte und erweitert die permanente Vorwurfskultur. Leidtragenden sind die Angestellten im Gesundheitswesen, weil jede neue Struktur und Prozessforderung zu höheren Kosten, vermehrter Bürokratie und erweiterter Kontrolle führt. Das muss alles aus Versichertengeldern und Budgets bezahlt werden und führt dazu, dass noch weniger Zeit für Zuwendung und medizinische Kernleistungen zur Verfügung steht.


    Gruß


    merguet

  • Ohne Zusammenhang:


    Im Flowtex-Skandal testierte KPMG die Bilanzen des Unternehmens. Den Vorwurf, die Fälschungen des Bestands an Bohrern zumindest fahrlässig übersehen zu haben, wies KPMG zurück. Die anschließenden staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen erhärteten den Vorwurf nicht. KPMG zahlte 2001 dennoch außergerichtlich 100 Mio. DM an die betrogenen Gläubiger, insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl der Gläubiger ebenfalls Mandanten der KPMG waren.


    Quelle: wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/KPMG_Deutschland

  • Guten Tag,


    Einsparungsprinz: Ihre Reaktion zu meinem Beitrag spricht interessante Bände.


    Verraten Sie mir doch bitte eines, wenn Sie mögen: Stehen Sie inhaltlich voll und ganz hinter der Veröffentlichung des Krankenhausreports? Finden Sie alle Zahlen, Statistiken und Hochrechnungen fundiert und nachvollziehbar?


    Noch einen schönen Tag.

    Viele Grüße


    Frank K.