Wider das politische Getöse einiger Krankenkassen

  • Hallo merguet,


    zugegeben, innerhalb von 10 Jahren 2 Fälle ist wirklich nicht viel. Da kann ich anderes berichten und finde dies (Gutachen zugunsten des KH) wie auch schon erwähnt, für vollkommen korrekt.


    Wie ich eine Rechnung prüfen soll ohne den Fall zu berücksichtigen erklärt sich mir nicht. Vielleicht ist auch hier nur die "formale Rechnungsprüfung" gemeint.


    Über die Nachlieferung von Daten nach 4 Wochen ist mir nichts bekannt, evtl. liegts auch am jeweiligen Bundesland...zumindest können Daten ja noch während des lfd. MDK-Verfahrens korrigiert werden.


    mit freundlichen Grüßen



    Einsparungsprinz

  • Guten Tag,


    mit der Prüfung der Rechnung war gemeint: Es wird geprüft, was das KH abgerechnet hat. Es wird nicht der Fall geprüft, also nicht die Korrektheit der Abbildung. Bei alledem ist also auch zukünftig die möglichst genaue Abbildung der tatsächlichen Fallkonstellation nicht Prüfungsgegenstand. Somit ist der MDK auch nicht verpflichtet, Sachverhalte zugunsten des KH zu bewerteten, schon gar nicht, wenn sie nicht im Rechnungsdatensatz enthalten waren und nicht im Prüfungsauftrag liegen.


    Damit ist klar, dass es eben nicht um eine korrekte Abrechnung geht, und auch nie ging. Da geht dann die alte Diskussion wieder los: "Das Krankenhaus verfügt regelmäßig über alle Fakten, die eine korrekte Kodierung ermöglichen" (BSG), das KH kann ja auch Prüfalgorhithmen anwenden (GKV SpiBu) usw.


    Dass es unmöglich sein dürfte, vergessene Sachverhalte, also nicht genannte Sachverhalte durch z.B. Programme aufspüren zu lassen, versteht sich dabei m.E. von selbst.


    Ich habe mich mit vielen Aspekten des Prüfungswesens längst abgefunden. Ich finde Prüfungen auch im Prinzip richtig. Ich bin es nur leid, dass die KH als Fehlerquelle viel und medienwirksam dargestellt werden, dabei immer wegen nicht korrekter Abrechnungen gescholten werden, die korrekte Abrechnung aber im Prinzip nicht das eigentliche Interesse ist, sondern nur die nicht korrekte Abrechnung zu Lasten des Kostenträgers.


    Gruß


    Merguet

  • Hallo,


    ich pflichte Ihnen bei, allerdings liegen mir Gutachten vor in denen der MDK z. B. auf fehlende Prozeduren hinweist obwohl hier keine direkte Fragestellung nach dem OPS seitens der KK gestellt wurde. Somit wurde die Rechnung berichtigt und der korrekte Betrag zur Auszahlung gebracht. Dieses Vorgehen ist für mich in Ordnung. Ob sich dann eine Fallverteuerung ergibt ist für micht zweitrangig. Die korrekte Abbildung hat Vorrang.


    mit freundlichen Grüßen


    Einsparungsprinz

  • Hallo,
    aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass es auch hier solche und solche gibt.
    es gibt immer noch Krankenhäuser, die schlampig verbesserungsfähig kodieren, und wo dann erst bei der Prüfung die korrekte Kodierung (und Erhöhung der Rechnungssumme)herauskommt.
    Dann gibt es Fälle, bei denen im Eifer des Gefechts tatsächlich was übersehen wurde. Das wird dann korrigiert und sollte der Normalfall sein. Hier gibt es dann zwei Arten von MDK-Verfahrensweisen.
    Die eine sagt, dass der Auftrag nicht ausgeweitet wird und dann ein ausführliches Prozedere über die Nachkodierung in Gang gesetzt wird. Die andere (eher pragmatische) Möglichkeit wäre, im Freitext des Gutachtens die Korrektheit des übersehenen Punktes zu bestätigen, um den Aufwand für ein Zweitgutachten zu vermeiden. Auch das wird manchmal so gemacht.
    Natürlich gibt es auch den Fall, dass der MDK-GA die Nachkodierung des KHs nicht akzeptiert, da er sie für falsch hält. Dann läuft halt das normale Verfahren an.
    Mit diesen Punkten kann ich leben. Dafür haben wir irgendwo Routinen, um damit umzugehen.
    Was mich aber wirklich ärgert, ist folgender Umstand: wenn eine Nachkodierung erfolgt, im Freitext des GA die Nachkodierung (inhaltlich) bestätigt wird und wir dann diese Rechnung vor dem SG einklagen müssen.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Morgen,


    es geht weiter: Tagesspiegel "Kassieren, bis der Arzt kommt"



    Zitat

    In welchen Kliniken und inwiefern absichtlich betrogen worden ist, wollte MDK-Geschäftsführer Axel Meeßen nicht kommentieren. Kenner berichten, Fehlrechnungen kämen in Kliniken aller Träger vor – private, landeseigene und gemeinnützige Häuser unterschieden sich kaum.


    erstaunlich:

    Zitat

    Mit fehlerhaften Abrechnungen verschaffen sich Kliniken nicht immer finanzielle Vorteile, manchmal hätte ein Krankenhaus durch korrekte Rechnungen mehr Geld erhalten.

    . Erlebe ich auch weiterhin nicht (bisher 3 Mal in 11 Jahren)


    Zitat

    In welchen Kliniken und inwiefern absichtlich betrogen worden ist, wollte MDK-Geschäftsführer Axel Meeßen nicht kommentieren.


    Kein Wort über 70% VWD-Prüfungen.


    Gruß


    merguet

    • Offizieller Beitrag

    Kein Wort über 70% VWD-Prüfungen.



    Guten Tag


    Was die Gutachter auch verschweigen:


    „Gutachten von Sachverständigen können sowohl Tatsachenbehauptungen als auch Werturteile enthalten. Aufgabe des Gutachters ist es häufig, kraft seiner Sachkunde zu bestimmten Tatsachen Stellung zu nehmen. Dann hat er einmal Auskunft über Sätze der Wissenschaft, Erfahrungssätze und dergleichen zu geben, wendet diese Sätze aber gleichzeitig auf den konkreten Fall an und gelangt so zu Schlußfolgerungen über das Vorliegen konkreter Tatsachen. Meint er, aufgrund seiner Untersuchungen und Überlegungen Gewißheit über die erfragte Tatsache erlangt zu haben, so wird er deren Existenz im Einzelfall uneingeschränkt behaupten. Gleichwohl ist rechtlich in der Regel der Schluß, den der Sachverständige aus seinem Gutachten zieht, ein Werturteil und nicht Behauptung einer Tatsache.


    http://lexetius.com/1999,784




    Gruß


    E Rembs

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag


    Lt. Artikel: jede 7. Klinik ist überflüssig


    http://www.welt.de/wirtschaft/…ik-ist-ueberfluessig.html




    Lt einem Experten: jede 5. Klinik ist überflüssig


    http://www.aerzteblatt.de/nach…iniken-fuer-ueberfluessig






    Zur Erinnerung


    28.2. 2000


    Binnen der nächsten 15 Jahre dürften fast 600 der insgesamt 2 263 deutschen Krankenhäuser (1998 ) ihre Pforten schließen. Die gesetzlichen Krankenkassen werden bis dahin faktisch abgeschafft sein, die Kosten der Gesundheitsversorgung sich aber auf annähernd 1,9 Billionen Mark (971 Milliarden Euro) jährlich mehr als verdreifacht haben. Das sind die zentralen Prognosen der Studie "Krankenhaus 2015" des Consulting-Konzerns Arthur Andersen, deren erste Detailergebnisse nun der "Berliner Zeitung" vorliegen


    .http://www.berliner-zeitung.de…lle,10810590,9774290.html




    Gruß


    E Rembs

  • Guten Morgen,
    in einer Prognose hat sich Andersen Consulting getäuscht: "Die gesetzlichen Krankenkassen werden bis dahin faktisch abgeschafft sein.." Indes sind die gesetzlichen Krankenkassen stärker denn je, treiben die Regierung vor sich her, bestimmen über das InEK, wo es lang geht und drängen die Krankenhäuser an die Wand, jedenfall die, welche nicht ins Konzept der großen Drei passen.
    Gruß

    Dr.Gerhard Fischer
    Medizincontroller/Frauenarzt

  • Guten Morgen,


    Schöne Fundsache, alles dünne Suppe?


    Zitat

    Kosten der Gesundheitswirtschaft 971 Mrd Euro


    Gesundheitsausgaben 2012 übersteigen 300 Milliarden Euro


    Zitat

    dürften fast 600 der insgesamt 2 263 deutschen Krankenhäuser (1998) ihre Pforten schließen


    nunja, waren deutlich weniger


    Zitat

    gesetzlichen Krankenkassen werden bis dahin faktisch abgeschafft sein


    wuhähähä


    Zitat

    da der heute übliche Kliniktyp vollständig verschwinden werde.

    Unsinn.


    Zitat

    dürften die privaten Haushalte in 15 Jahren mit 583 Milliarden Mark fast ein Drittel der Leistungen selbst finanzieren.

    Unsinn


    Zitat

    Die Studie prognostiziert ein Ende der Zwangsmitgliedschaft in gesetzlichen Kassen.

    Unsinn


    Zitat

    Unternehmen dürften zudem künftig versuchen, ihre besten Mitarbeiter statt mit Erfolgsprämien mit guten Krankenversicherungen an sich zu binden, meint Wandschneider

    Unsinn



    Zitat

    Zudem erwarten die Experten ein Ende der Wehrpflicht, was dem Krankenhaussektor rund 90 000 Billig-Arbeitskräfte entzieht.

    Treffer


    Zitat

    Absenken der Aufenthaltszeiten in stationären Einrichtungen von durchschnittlich 10,7 Tagen (1998) auf drei bis fünf Tage 2015

    Beinahe Treffer


    Zitat

    Als Gewinner sieht die Studie den Patienten. Er werde künftig nicht nur hotelähnlichen Service erwarten können.

    Unsinn


    Zitat

    "Halbgötter in Weiß" hätten bis 2015 abgedankt

    Wir wären froh, wenn wir ein paar bekämen


    Zitat

    den Kassenärztlichen Vereinigungen würde im ambulanten Bereich das Betätigungsfeld genommen.

    Hat nicht geklappt


    Zitat

    Die Krankenversicherer werden direkt bei einzelnen Ärzten, Arztgruppen oder stationären Einrichtungen Verträge abschließen.

    Fordern die seit Jahren, werden es vermutlich auch irgendwann bekommen.....


    Alles in allem: Auguren treffen auch mal, aber fundiert war das damals offenbar nicht. Hinterher ist man immer schlauer.

    • Offizieller Beitrag

    Guten Tag




    Diesmal kein Getöse


    Sondern eine erfreuliche „Klarstellung“




    Die Autoren zeigen für 15 chirurgische Eingriffe und für die Gesundheitsausgaben deren Altersabhängigkeit und die Folgen für die Platzierung Deutschlands im internationalen Vergleich. Die in der Studie durchgeführte indirekte Altersstandardisierung der OECD-Daten offenbart, dass das deutsche Gesundheitssystem ein hohes Maß an Versorgung durch chirurgische Eingriffe zu moderaten Kosten bereitstellt. Eine Übertreibung im System oder eine Überversorgung lässt sich mit den altersadjustierten OECD-Daten nicht mehr nachweisen


    http://www.wip-pkv.de/uploads/…im_Gesundheitsbereich.pdf




    Gruß


    E Rembs