Projektbericht zur Erstkalkulation

  • Hallo Forum,


    das InEK hat den detaillierten Projektbericht zur Erstkalkulation veröffentlicht (www.g-drg.de) - einschließlich der "klinischen Profile" je DRG nach australischem Vorbild.


    Für Geriatrie-Interessierte haben wir daraus einige der geriatrierelevanten Aspekte kommentiert auf BAG-Geriatrie zusammengestellt.


    MfG,
    M. Borchelt
    DRG-Projekt der BAG Klinisch-Geriatrischer Einrichtungen e.V.

  • Sehr geehrter Herr Dr. Borchelt,
    herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Ich habe ihn in die Neuigkeiten aufgenommen.:)
    Schöne Grüße
    sendet
    B. Sommerhäuser

  • Hallo Forum,


    interessante Infos auf über 1000 Seiten. Das hätte man vielleicht auch schon früher (etwa zur Veröffentlichung der Relativgewichte, muss ja vorgelegen haben) lesen wollen.
    Weiß jemand, welche arme, arme Klinik den Patienten mit Fallkosten von 753 Mio. € behandelt hat? (Teil 1 Seite 16, 3.3.1, Kostenmaximum 753.000.000 Euro) ;)


    Freundliche Grüße & guten Rutsch!


    Christian Jacobs

  • Guten Morgen Forum, Hallo Herr Sommerhäuser,


    die Links zum G-DRG-Projektbericht "Erstkalkulation"


    http://www.g-drg.de/optionsmod…Projektbericht_Band_1.zip

    http://www.g-drg.de/optionsmod…Projektbericht_Band_2.zip


    wären doch sicher etwas für den myDRG-Downloadbereich. Insbesondere die klinischen Profile sind auch für Schulungszwecke gut geeignet.


    Zukünftige Versionen werden noch aussagekräftiger werden. Aber 500.000 Fälle sind ja schon mal nicht schlecht. Wer im Forum hat Zeit und Lust, entsprechend dem australischen Vorbild die Häufigkeiten der DRGs aus den klinischen Profilen direkt in eine Spalte der Entgelttabelle zu übertragen?
    --
    Mit freundlichen Grüßen


    Dr. Bernhard Scholz
    DRG-Beauftragter
    Kliniken des Landkreises Freyung-Grafenau gGmbH

    [center] Bernhard Scholz [/center]



  • Hallo,
    dazu sehr lesenswert:


    Lüngen M, Wolf-Ostermann K, Schmidt K J, Lauterbach KW. Die Kalkulation der DRG-Relativgewichte wird aufwendiger als angenommen. f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus, 2000 352-355.



    Gruß


    E. Rembs

  • Hallo Forum,


    ich finde den Projektbericht zur Erstkalkulation wirklich extrem nützlich. Schöne Beispiele für Schulungen, man sieht: "Wie kodiert Deutschland?", in Zukunft werden mE sowohl der MDK als auch wir fleißig mit diesen Daten argumentieren, um zu belegen, was wo hineinkalkuliert ist und was nicht (jedenfalls solange, lieber Dirk Selter, bis zu jedem Fall klare Kodierrichtlinien vorliegen ;) ).
    Noch toller wäre natürlich, dieses Teil läge nicht nur als PDF vor, sondern in einem sinnvoll weiterverwurstelbaren Format, zB .mdb oder .xls. Was tun?


    a) Ich beschwere mich beim InEK
    b) Wir beschweren uns beim InEK, besser: Wir bitten freundlichst unter Hinweis auf unser ach so großes Interesse an diesen Zahlen, die sogar die Existenz dieses Institutes rechtfertigen, um eine gemeinfreie Veröffentlichung des Zahlenmaterials in anderer Form. Hierzu könnte man (zB ich) eine Muster-E-Mail oder einen Musterbrief verfassen, den man das dem InEK so oft wie möglich zukommen lässt.
    c) und d) analog a) und b), jedoch "InEK" durch "3M" ersetzen.


    e) Wir machens mal wieder selbst. Herr Scholz schlug ja bereits vor:


    <scholz>
    Wer im Forum hat Zeit und Lust, entsprechend dem australischen Vorbild die Häufigkeiten der DRGs aus den klinischen Profilen direkt in eine Spalte der Entgelttabelle zu übertragen?
    </scholz>


    Ich nicht. Und ich habe derzeit auch keinen Praktikanten, den ich missbrauchen könnte. Natürlich ist aber auch e) eine denkbare Möglichkeit, sofern man das buchstäbliche Abtippen irgendwie vermeiden kann. Vor dem Gedanken, sowas aber nach jeder Kalkulationsrunde neu tun zu müssen, graut mir aber ...


    Also:
    Wer will das noch alles haben?
    Wie weitermachen?


    Freundliche Grüße


    Christian Jacobs



    PS - Wenn irgendjemand das Ding abgetippt hätte, könnten wir nach einem Tag 50 und nach einer Woche 200 Downloads zählen, jede Wette.

  • Hallo Forum,


    na das Echo ist ja berauschend. Danke immerhin an Dr. Scholz für einen Tip. Was ich mir so ungefähr vorstelle, kann man am Attachment schon mal sehen.
    Die einkalkulierten Fallzahlen sind in dieser Form bereits verwertbar. Die übrigen Felder sind schon mal grob getrennt, bedürfen aber noch weiterer Nachbearbeitung, das sollte aber mit diesen Daten mit vertretbarem Aufwand und ganz sicher ohne Abtippen zu leisten sein. Nur hab ich keine Lust, das alleine zu machen.


    Das Attachment ist eine willkürliche Auswahl von 42 DRGs (alle mit Kalkulationsfallzahlen zwischen 100 und 150). Gerne stelle ich den Rest zur Verfügung, wenn sich ein paar Mitstreiter finden, die mit mir die derzeit noch unbefriedigenden Felder aufdröseln. Ich habe die Befürchtung, dass sich anderenfalls zu viele nach dem schönen biblischen Motto "Sie säen nicht und ernten doch" verhalten, denn leider ist auch meine Zeit am Optionsjahresanfang knapp bemessen.


    Freundliche Grüße


    Christian Jacobs


    PS - Attachment s.o. Hat wegen des langen dateinamens nicht mehr neben diesen Beitrag gepasst. Diesmal gleich als Access97. Macht wegen der riesigen Memo-Felder als .xls nicht wirklich Sinn.

  • Hallo Herr Jacobs,


    also ich würde "das Ding" nicht abtippen...


    Gruß,
    M. Borchelt
    DRG-Projekt der BAG KGE e.V.
    PS - Die Forschung ist diesbezüglich durchaus bereits "am Ball". Der Nutzen der Einzelkostendaten für das direkte Med.-Controlling erschließt sich mir noch nicht ganz. Die Verfügbarkeit der Datengrundlage zur Kodierung von HD, ND, und PROZ inkl. Kodierfehlern schon eher (Schulung, Interpretationsfähigkeit etc.), diese Daten sind auch seit einiger Zeit bereits zugänglich.
    Die MC-Kunst wird m.E. 2003 sein, den Katalog V1.0 aufgrund der jetzt transparenten und beschreibbaren Schwächen nicht zum Steuern zu verwenden. Noch wichtiger: Der Katalog 2004 muss besser und wird anders sein. Und: Mit der jetzigen Dokumentation wird die Grundlage für den 2005er Katalog gelegt - beides sollte Hauptaugenmerk sein.

  • Hallo Herr Borchelt,


    <borchelt>
    also ich würde "das Ding" nicht abtippen...
    </borchelt>


    Das müssen Sie auch nicht. Das Teil liegt ja als verwertbares Dokument vor. Man muss nur dem Textdokument eine Struktur verpassen, die es zum Datenbankimport tauglich macht. Beispielsweise kann man im Feld "Geschlecht" jedes "M" durch ein ";M" ersetzen und jedes "W" durch ein ";W" - schon hat man zwei weitere .csv-Felder, die sich importieren lassen.
    Nicht anders ist die Beispieldatei entstanden. Kein einziges Zeichen ist abgetippt. Für die etwas komplizierteren Felder wie Diagnosen und Therapien muss man sich was einfallen lassen, funktioniert aber auch garantiert ohne Abtippen. Ob und wie das für den Teil Kostendaten Sinn ergibt, darüber bin ich mir noch nicht so im klaren.


    Aber eine Gegenüberstellung meine Klinik - alle Kalkulationskliniken bezüglich


    - Verteilung auf a-b-(c-d) DRGs
    - PCCL
    - Hauptdiagnosenprofil
    etc etc


    finde ich durchaus interessant. Und das geht eben *nicht* mit einem PDF-Dokument, außer zu Fuß.
    Und dass mit den Nichtsäern nicht Sie gemeint waren, wissen Sie sicher.


    Freundliche Grüße, schönes Wochenende


    Christian Jacobs


    PS


    <borchelt>
    Datengrundlage zur Kodierung von HD, ND, und PROZ inkl. Kodierfehler [...], diese Daten sind auch seit einiger Zeit bereits zugänglich.
    </borchelt>


    Mir bisher nicht. Wo?


    <borchelt>
    [...] Der Katalog 2004 muss besser und wird anders sein. Und: Mit der jetzigen Dokumentation wird die Grundlage für den 2005er Katalog gelegt - beides sollte Hauptaugenmerk sein
    </borchelt>


    Damit haben Sie natürlich recht. Wir alle haben ja immer gepredigt: "Um Gotteswillen nicht die AR-DRG-Relativgewichte zur Basis strategischer Entscheidungen machen!" und wiederholen das zu den G-DRG 1.0 - ganz falsch wird diese Aussage auch 2004 zu 2005 nicht sein.
    Und dennoch haben wir alle uns irgendwie doch an AR-DRG orientiert und werden das auch an G-DRG 1.0 1.1 2.0 etc tun - und dieses Orientieren sollte mit geringstmöglichem Aufwand verbunden sein, darum gehts.

  • Zitat


    cjacobs: "Mir bisher nicht. Wo?"



    G-DRG V1.0 Report-Browser der Forschungsgruppe Geriatrie am EGZB (Entwurf) [Link wurde aus Urheberrechtsgründen wieder entfernt]


    Zweck der Übung: ressourcensparende Förderung der Transparenz. Testen Sie bspw. die DRG "I62A" - Profil "Prozeduren". Die weiterführenden Links zu den OPS-Codes zeigen, welche medizinischen DRG's insgesamt bspw. durch ungenau/falsch kodierte OP's beeinflusst sind. Alle Daten wurden automatisiert ausgelesen, Fehler sind dennoch möglich, daher alle Angaben ohne Gewähr.


    Gruß,
    M. Borchelt

  • ich finde den Projektbericht zur Erstkalkulation wirklich extrem nützlich. Schöne Beispiele für Schulungen, man sieht: "Wie kodiert Deutschland?", in Zukunft werden mE sowohl der MDK als auch wir fleißig mit diesen Daten argumentieren, um zu belegen, was wo hineinkalkuliert ist und was nicht



    1 Verwendbarkeit der klinischen Profile für den Vergleich mit eigenen Daten


    Die im 3M Bericht veröffentlichten klinischen Profile sind aufgrund der nachfolgende geschilderten Einschränkungen kaum für den Vergleich mit eigenen Daten geeignet:


    1.1 Doppelte Diagnosen wurden vor Erstellung der Profile nicht herausgefiltert
    Diagnosen, die identisch mehrfach im Datensatz vorkamen, wurden nicht bereinigt (siehe z.B. Karpaltunnel-DRG). Dadurch sind die Prozentangaben bei den Nebendiagnosen praktisch kaum verwertbar, da sie nicht den Anteil der Fälle mit der jeweiligen Nebendiagnose ausweisen, sondern den Anteil der auftauchenden Nebendiagnosen darstellen. Wurde bei einem Fall drei mal die gleiche Nebendiagnose kodiert, geht er auch mit der gleichen Diagnose drei mal in die Berechnung ein. Unsere Meinung nach muss vor der Darstellung eine Eliminierung der mehrfach vorkommenden Diagnosen erfolgen, so wie es im Gruppierungsprozess auch vorgeschrieben ist.


    1.2 Fälle mit fehlerhaften Diagnose- und insbesondere OPS-Kodes wurden vor der Durchführung der Kalkulation Erstellung der klinischen Profile nicht entfernt
    Es wurden von einem Teil der an der Stichprobe beteiligten Krankenhäuser offensichtlich im Erhebungszeitraum nicht mehr gültige OPS Kodes kodiert. In der Regel wurde die Differenzierung an der 6. Stelle weggelassen. Aus diesem Grund wurden viele operative Fälle in nichtoperative medizinische DRG’s gruppiert. Sie haben dort das klinische Profil verfälscht, aber auch die Kostenkalkulationsergebnisse und die daraus resultierenden Bewertungsrelationen. Dies ist eine nicht unwesentliche Ursache für den Kompressionseffekt.



    Damit ist die Vergleichbarkeit eigener Daten mit den Berichtsdaten nur sehr kritisch vorzunehmen, damit keine Fehlinterpretationen resultieren.


    N. Roeder