Rheumatologische Komplexbehandlung (Behandlungsdauer)

  • Zitat

    Ich hoffe nur das die OGVD nicht überschritten wird.


    NEIN, weil


    Zitat


    Original von casapietra:
    Der MDK kommt in seiner Beurteilung zu folgendem Ergebnis: \"Bei straffer Organisation hätte die Behandlung innerhalb von 12 Tagen abgeschlossen werden können.\"


    und da wir das seit Jahren hören, sind wir so was von straff unterhalb der oGVD :i_baeh:

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Guten Tag,



    Die Behandlung der entzündlich-rheumatischen Krankheitsbilder ist in der Regel komplex und umfasst, abhängig vom individuellen Krankheitsgeschehen, die verschiedenen Formen der medikamentösen Behandlung -insbesondere der krankheitsmodifizierenden Langfzeitbehandlung-, ....


    http://www.bdrh.de/ueber_bdrh.php




    im ambulanten Bereich herrscht Unterversorgung bei Rheumakranken .
    Nur 31% der Patienten werden leitliniengerecht mit Medikamenten versorgt.




    Stattdessen müsse man mehr davon ausgehen, dass Ärzte und andere Klinikbeschäftigte “selbstverständlich im Interesse der Patienten handeln“, sagte Rösler am Freitag im ZDF. Ein Mindestmaß an Kontrollen und Dokumentationen müsse es geben. “Das, was wir jetzt haben, ist eindeutig zu viel.“
    http://www.merkur-online.de/na…andare-nehmen-610118.html





    Was zählt?


    Patientenperspektive (chron. Erkrankung, Schmerz etc.)
    Unterversorgung im ambulanten Bereich
    die medizinisch erforderliche und auch dokumentierte Behandlung des Facharztes (einschl. Überprüfung Ober- bzw. Chefarzt)



    oder


    pauschale und nicht transparente und nicht begründete Behauptungen im Konjunktiv (hätte ambulant erbracht werden können, hätte eher entlassen werden können...etc, ) eines Gutachters (wahrscheinlich ohne Zusatzbezeichnung), der den Patienten nie gesehen hat.




    Gruß
    E Rembs

  • Guten Abend,


    was zählt ist \"Sein oder nicht sein\". Soll es Komplexbehandlungen geben, so müssen auch Tage mit nicht typischer Notwenigkeit anerkannt werden. Oder soll es keine geben (Wunsch der Kostenträger), dann können wir uns Definitionen etc. sparen, den Aufwand einschränken. Leider auf Kosten der wirklich Kranken.


    Wir haben derzeit fünf Verfahren zur rheumatologischen Komplexbehandlung im fortgeschrittenen Zustand bei Gericht, sobald etwas Spruchreifes rauskommt werde ich dies hier kundtun. Sollten wir alle verlieren wäre dies der Abgesang auf die rheumatologische Komplexbehandlung, wahrscheinlich nicht nur bei uns.


    Doch das Thema geht jetzt noch weiter. Nicht operative Wirbelsäulentherapie. Auch hier wird unter absurden, im Konjunktiv verfassten Argumentationen die Notwendigkeit der KH-Behandlung in Frage gestellt. Bei 23 € im Quartal pro Patient bei Orthopäden in NRW bleibt gerade einmal genügend Geld die AUs weiter auszustellen.


    Gruß

    Dr. F. Schemmann
    FA f. Orthopädie, Chirurgie, O&U

  • hallo Dres Schemmann et ERembs!


    Eben wurden wir kulturhauptstadt.
    Und ausgerechnet jetzt stoßen Sie sich am konjuntiv in den gutachten!


    Ich jedenfalls lehne zumindest in diesem kulturjahr eine nachschulung bei Herbert Knebel ab.


    mfg ETgkv

  • Hallo ETgkv,


    auch ich bin Kulturhauptstadtbewohner (oder heißt es Kulturhauptstädter?), gegen eine Schulung bei Herrn Knebel, auch als Intensivkurs hätte ich nichts einzuwenden. Danach aber nur noch inhouse-Prüfungen mit ner ordentlichen Currywurst.


    Glück auf !

    Dr. F. Schemmann
    FA f. Orthopädie, Chirurgie, O&U

  • Hallo zusammen,
    ich möchte mich mit der Frage nach der Ermittlung der Dauer der Behandlungszeiten (Therapiedichte mindestens 11 Stunden pro Woche) hier anschließen.


    Der MDK ist der Meinung, dass nur die Zeit, in der ein Therapeut unmittelbar mit der Behandlung des Patienten befasst ist, als Therapie- bzw. Behandlungszeit hinzuzurechnen ist.
    Unser Rheumatologe vertritt die Auffassung, dass auch die "Einwirkzeit" bestimmter Maßnahmen z.B. in der Physiotherapie Warmpackungen mit natürlichen Peloiden oder Kaltlufttherapie, berücksichtigt werden muss.


    In seinem Widerspruch, der vom MDK nicht akzeptiert wurde, schrieb er: "Naturgemäß ist in der physikalischen Therapie vielfach eine Einwirkung physikalischer Maßnahmen erforderlich und Ziel der Therapie. Diese werden aber nicht ständig durch einen Therapeuten erbracht, so würde sonst ja beispielswiese eine Fango-Anwendung lediglich aus Auflegen und Ablegen der Anwendung bestehen. In den Kodierrichtlinien wird hierzu keine Aussage getroffen."


    Der MDK streicht jetzt Minutenwerte, sodass wir statt 740 Min. / Woche nur noch auf 635 Minuten kommen.


    Wie sehen Sie diese Problematik?


    Gruß
    S. Stephan

  • Hallo Stephan,


    da haben Sie ja noch Glück im Unglück mit Ihren Erbsenzählern. Die Behandlung von Rheumatikern ist ja inzwischen weitgehend in den ambulanten Bereich abgewandert, die Therapie erfolgt mit MTX, Humira und Ähnlichem. Patienten mit stationärem physiotherapeutischem oder ergotherapeutischem Behandlungsbedarf sind Raritäten. Wir haben hier inzwischen die Multimodale rheumatolog. Komplexbehandlung komplett aus dem Programm genommen, da wir nur wenige Patienten mit längeren Liegezeiten über eine Woche und noch weniger mit echtem physiotherapeutischem Behandlungsbedarf haben.


    Den Versuch, die Liegezeiten mit der Durchführung von Komplexbehandlungen zu begründen, haben wir hier aufgegeben. Sowas hat der MDK hier schon seit Jahren nicht mehr akzeptiert.


    Nebenbei: den meisten dieser sog. "Anwendungen" fehlt - leider - jede wissenschaftliche Grundlage.


    Aber wenn der MDK bei Ihnen schon die Durchführung solcher Komplexbehandlung als Grund für die stationäre Behandlung akzeptiert, dann sollte es Ihnen ein Leichtes sein, Ihre Minuten durchzusetzen. Natürlich ist bei den Wärmebehandlungen die Einwirkzeit gemeint. Nirgendwo steht, daß der Therapeut den Patienten die ganze Zeit berühren muss....


    Gruß


    W.