Postoperative Spannungsblasen

  • Guten Morgen,


    wie werden denn postoperative Spannungsblasen (die mit täglichen Verbandswechseln versorgt werden) korrekt kodiert?
    Wir hatten bisher immer den Kode T81.8 (Sonstige Komplikationen bei Eingriffen, andernorts nicht klassifiziert) verwendet, der MDK hat jetzt den Kode S30.92 Blasenbildung (nichtthermisch) \"entdeckt\", der natürlich keinen Schweregrad besitzt ...


    Vielen Dank!!!

  • Guten Morgen Fr. Ricco,


    S30.92 ist abzulehnen, da der Code die \"Prellung\" mit nachfolgender Blasenbildung beschreibt. T81.8 ist korekt!


    VG UH

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,


    Zitat


    Original von UH:
    S30.92 ist abzulehnen, da der Code die \"Prellung\" mit nachfolgender Blasenbildung beschreibt. T81.8 ist korekt!


    Wo steht da Prellung? Prellung ist inklusive, aber keine kodedefinierende Diagnose. Der 3-Steller sagt „Verletzung\". D002 ist anzuwenden --> spezifischste Diagnose bezüglich der Erkrankung/Störung. Wenn das die p.o-Blasen sind und mit dem Kode am spezifischsten beschrieben werden, dann ist dies korrekt!
    Dass eine Blase eine Verletzung (der Haut) ist, ist wohl nicht zu bestreiten.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo zusammen,


    unter \"Blasenbildung\" finde ich den Kode T14.02.
    Ist der nicht auch sehr spezifisch (auch wenn er keinen PCCL hat).


    Mit Gruß

    riol


    Viszeralchirurg/Unfallchirurg

  • Zitat


    Original von riol:
    Ist der nicht auch sehr spezifisch (auch wenn er keinen PCCL hat).


    Hallo riol,


    außerordentlich spezifisch, wenn man die Lokalisation unter den Tisch fallen lässt. Der T14.02 ist der gleich Kode wie die o.g. nichtthermische Blasenbildung, nur weiß man in der Regel wo die Bläschen aufgetaucht sind.

    Herzliche Grüße


    Kodiak

  • Guten Morgen,


    vielen Dank für die bisherigen Antworten. Wir waren der Meinung, dass die Spannungsblasen ja nicht durch eine Verletzung, sondern durch einen Eingriff(eigentlich ja durch die Naht) entstanden sind, und haben daher den Kode T81.8 (postoperative Komplikation) und nicht den Kode S30.92 (Oberflächliche Verletzung ...) verwendet.


    Gruß aus dem sonnigen Schwabenland!!

  • hallo zusammen!


    wie verhält es sich dann mit spannungsblasen am unterschenek, bei z.n. marknagelung-sprich lokal ist kein schnitt=verletzung erfolgt.
    das wäre die t 81.8?
    die S30.92 beschreibt die blasenbildung an sich, aber nicht den zusammenhang zur op...

    Grüße im Kampf gegen das Böse
    Dr.Wacket

  • ...und das sagt SEG 4.
    Kodierempfehlung Nr. 34
    Schlagworte: Schwellung, postoperativ
    Stand: 28.02.2006
    Aktualisiert: 22.01.2009
    Problem/Erläuterung
    Postoperative Schwellung:
    Z.B. wird T81.8 Sonstige Komplikationen bei Eingriffen, anderenorts nicht klassifiziert
    häufig verwendet (leichte postoperative Schwellung nach Sprunggelenksfraktur,
    1 x Lymphdrainage, vorzeitige Entfernung von 2 Klammern).
    Kodierempfehlung
    Bei der Verschlüsselung einer postoperativen Schwellung muss überprüft werden,
    ob der Befund vom üblichen Verlauf erheblich abweicht. Falls ja, und es
    sich um eine Verletzungsfolge handelt, dann wird ein Kode aus T79.- Bestimmte
    Frühkomplikationen eines Traumas, anderenorts nicht klassifiziert zugeordnet.
    Handelt es sich um eine Komplikation des Eingriffes, ist ein Kode aus T81.-
    Komplikationen bei Eingriffen, anderenorts nicht klassifiziert zuzuordnen.

    Grüße im Kampf gegen das Böse
    Dr.Wacket

  • Hallo Forum,


    wie wäre es mit S3092 in Verbindung mit:


    Y84.-!
    Chirurgische und sonstige medizinische Maßnahmen als Ursache einer abnormen Reaktion eines Patienten oder einer späteren Komplikation, ohne Angabe eines Zwischenfalls zum Zeitpunkt der Durchführung der Maßnahme

    Y84.9!
    Zwischenfälle durch medizinische Maßnahmen, nicht näher bezeichnet

    Inkl.: Chirurgische und sonstige medizinische Maßnahmen als Ursache einer abnormen Reaktion eines Patienten oder einer späteren Komplikation, ohne Angabe eines Zwischenfalls zum Zeitpunkt der Durchführung der Maßnahme


    LG

  • Hallo Herr Dr. Wacket,


    vielen Dank für die Antworten, wir werden es mit der Kodierempfehlung Nr. 34 versuchen, finde ich sehr passend!!