Andere perkutan-transluminale Gefäßintervention intraa. Spasmolyse

  • Guten morgen,
    ich habe folgende Fragestellung.
    Wir haben einen Tip von einer Pharmareferentin erhalten.
    Ist bei der Durchführung einer PTA (Ballongdillatation) in den peripheren art. Gefäßen ggf. mit Stentimplantation bei der zusätzlichen intraarteriellen Applikation des Medikaments Prostavasin währen der Intervention ergänzend zur PTA Prozedur der Schlüssel 8.83c.40 (Intraarterielle Spasmolyse) zu verschlüsseln. Dies hat in jedem Fall eine Erlösrelevanz.


    Sonnige Grüße aus Paderborn


    Carsten Siegel
    Medizincontroller/Controlling


    ST. JOHANNISSTIFT Paderborn

  • Moin Herr Siegel,


    nur als möglicher Angriffspunkt eines MDK-Gutachters: Es muss natürlich ein Spasmus dokumentiert sein, die prophylaktische Gabe ist nicht zu kodieren. Es muss übrigends nicht Prostavasin sein, 0,10 Cent Nitro reichen auch.


    Viele Grüße
    Jannis

  • Moin Jannis,


    bitte nicht vom MDK auf\'s Glatteis führen lassen. Wo steht, dass man prophylaktische Prozeduren nicht kodieren darf?


    Die DKR P001f beschreibt, anders als die D003i Nebendiagnosen, keinen zusätzlichen Ressourcenverbrauch. Sie schreibt vielmehr vor, dass alle signifikanten Prozeduren, die vom Zeitpunkt der Aufnahme bis zum Zeitpunkt der Entlassung vorgenommen wurden und im OPS abbildbar sind, auch zu kodieren sind. Dieses schließt diagnostische, therapeutische und pflegerische Prozeduren ein. Die Definition einer signifikanten Prozedur ist, dass sie entweder chirurgischer Natur ist, ein Eingriffs- oder Anästhesierisiko birgt, Spezialeinrichtungen oder Geräte oder eine spezielle Ausbildung erfordert. Eine perkutane intraarterielle Spasmolyse ist zwar nicht chirurgischer Natur, sie birgt aber ein erhöhtes Eingriffsrisiko und erfordert durchaus eine spezielle Ausbildung.


    Ein Exklusivum im Sinne eines Kodierverbotes der Spasmolyse neben einer peripheren PTA gibt es nicht, anders als für den OPS 8-837 (Exkl.: [...] Perkutan-transluminale Gefäßintervention an Herz und Koronargefäßen (8-837)), ebenso wenig ein Inklusivum unter OPS 8-836. Ganz im Gegenteil, denn dort steht: \"Weitere perkutan-transluminale Gefäßinterventionen sind unter 8-83c zu finden\".


    Gruß Ekhard Wille

    [center][hr]Ekhard Wille
    MedCo
    FEK Neumünster GmbH[/center]

  • Hallo Herr wille,
    wenn Sie das routinemässig machen:


    Kommt als Antwort der Verweis auf die monokausale Kodierung !


    und Sie sind draussen :d_zwinker:

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo miteinander,


    ich wage mal sehr an dem erfolg einer solchen Kodierung zu zweifeln, wenn schon die intrakoronare Thombolyse durch GP IIb/IIIa Inh. nicht kodiert werden darf, obwohl diese Wirkung belegt ist.


    Zitat

    PGE1 (Prostavasin) hemmt die Thrombozytenfunktion (Adhäsion, Aggregation, Sekretion) und wirkt arteriolär vasodilatierend. Weitere für die PAVK relevante Wirkungen sind Steigerung der endogenen Fibrinolyse und der Cholesterinesterhydrolase-Aktivität in Monozyten sowie eine präsynaptische Hemmung der Noradrenalinfreisetzung. Da PGE1 einem raschen \"first pass\"-Metabolismus in der Lungenstrombahn unterliegt und therapeutisch nur sehr geringe Plasmakonzentrationen gemessen werden, wird der biologisch aktive Metabolit 13,14-Dihydro-PGE1 für die Langzeitwirkungen von PGE1 verantwortlich gemacht (1). Das zweite Prostanoid, Prostacyclin, wird selbst im Endothel gebildet. Es ist chemisch extrem instabil und war erst nach Entwicklung stabiler Analoga wie des Iloprosts (Ilomedin) klinisch anwendbar. Dementsprechend kann bei i.v. Infusion auch ein therapeutisch relevanter Plasmaspiegel (0.1 ng/ml) aufrechterhalten werden (2). Prostacyclin wirkt wesentlich stärker plättchenaggregationshemmend und vasodilatierend als PGE1. Schwächer ist die Wirkung auf Leukozyten und die präsynaptische Hemmung der Noradrenalinfreisetzung. Die folgenden Wirkungen sind für beide Prostanoide auch humanpharmakologisch verifiziert worden (3): Hemmung der ex vivo-Thrombozytenaggregation und der Ablagerung von Thrombozyten an aktiven atherosklerotischen Plaques, gesteigerte Fibrinolyse, verbesserte arterielle Durchblutung.


    Quelle

    Uwe Neiser







  • Hallo miteinander,


    hat sich den bezüglich des Kodes intraarterielle Spasomylse noch etwas getan. Wir haben jetzt vom MDK folgendes erhalten:


    Eine intraarterielle Spasmolyse erfolgte nicht. Die Applikation von Prostatglandin E1 führt u.a. zu einer Vasodilatation der Arteriolen und ist zugelassen in der Behandlung der pAVK. Es therapiert keinen Gefäßspasmus der großen Arterien.


    Hierzu muss ich sagen, Patient ist primär zur pAVK Behandlung zu uns gekommen. Wenn ihr mehr Infos braucht einfach sagen.


    Angiosachen sind für mich neu. Habe unseren Angiologen zwar schon eine Anfrage gestellt, würde aber gerne eure Meinung dazu wissen.


    Danke euch schon mal.