Allergietest /Pricktest

  • Hallo miteinander,
    zum Freitag nur eine ganz kurze Frage, ich bin grad doch sehr irritiert. :augenroll: Es wurde (u. a.) ein Pricktest durch geführt. Den haben wir mit 1-700 (spezifische allergologische Provokationstestung) kodiert. Der MDK teilt nun mit, dieser Pricktest sei mit 1-761 (Pankreasfunktionstest mit Aspiration von Duodenalsaft über eine Duodenalsonde) zu kodieren.
    Was meinen Sie dazu?
    Ihnen ein schönes Wochenende,
    herzliche Grüße
    medcont

  • Hallo,
    sie haben richtig kodiert.
    Wir haben hier in unserer Hautklinik jede Menge Prickteste und da werden keine Duodenalsonden gelegt!!

    Viele Grüße aus Sachsen
    D.Zierold

  • Hallo,

    Zitat

    Original von medcont:
    Der MDK teilt nun mit, dieser Pricktest sei mit 1-761 (Pankreasfunktionstest mit Aspiration von Duodenalsaft über eine Duodenalsonde) zu kodieren.


    ...schon bemerkenswert, welch \"Fachleute\" (Gutachter) Medizin lehren (wollen).....
    Manchmal ist manN versucht, sich die Approbation zeigen zu lassen :d_zwinker:

    Mit freundlichen Grüßen

    Lunge - Internist / Pneumologe

  • Hallo zusammen,


    der Pricktest ist keine spezifische allergologische Provokationstestung (dies wären z. B. orale Provokationen oder Stichtestungen, siehe hierzu auch den Hinweis im OPS: \"Die Anwendung dieses Kodes setzt die kontinuierliche ärztliche Überwachung in Notfallbereitschaft voraus\") sondern ein diagnostischer Test. Natürlich erfolgt strenggenommen durch das Pricken auch eine \"Provokation\", indem kleinste Allergenmengen in die Epidermis eingebracht werden, aber in der allergologischen Sichtweise werden Prick- und Intrakutantests als Diagnostik und keine Provokation gesehen. Für die Pricktestung gibt es, soweit mir bekannt, keinen eigenen Code. Ich habe auch keinen unspezifischen Code gefunden, mit dem man eine Pricktestung sinnvoll verschlüsseln könnte.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo Herr Blaschke!


    Ihre aussage zur nichtkodierung des normalen diagnostischen pricktests ist beruhigend für mich. Sonst wär früher einiges \" grob fahrlässig \" gewesen.


    Für die kodierbarkeit von 1-700 scheint vor allem die kontinuierliche ärztliche überwachung in notfallbereitschaft wichtig. Ohne sie ist ein provokationstest nicht kodierbar.


    Unter diesen kautelen sollte dann aber auch ein provokationstest in pricktechnik kodierbar sein.
    Z. B. wird der hauttest mit hymenopteren-\" gift \" ja nur stationär durchgeführt. Dazu wird von vornherein ein iv-zugang gelegt und es erfolgt eine ärztliche überwachung, auch bei den niedrigen konzentrationen, die mittels lanzette / prick eingebracht werden. Die höheren konzentrationen werden - nur wenn noch keine reaktion aufgetreten ist - als intrakutantest vorgenommen.



    mfg ETgkv

  • Hallo ETgkv,


    der Pricktest bei Hymenopterenallergie wird nicht nur stationär durchgeführt und ein i.V.-Zugang ist nicht zwingend notwendig. Ich habe dies selbst mehrere Jahre lang in unserer Allergologie durchgeführt. Sie führen ja auch eine Titration durch und haben in der Regel schon einen RAST vorliegen.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • hallo Herr Dr. Blaschke!


    offenbar wird dies in verschiedenen kliniken verschieden gehandhabt.


    In Monatsschr Kinderheilk 2009;158:71-86 war zu lesen:
    \" Der Test darf nur stationär und unter Überwachung ... durchgeführt werden.\"
    Author B. Schaud, München.


    Unabhängig davon denke ich, daß jetzt die kodierung von 1-70 geklärt ist.


    mfg ETgkv

  • Hallo ETgkv,


    bei anamnestisch schwerer Reaktion und bei hochgradiger Sensibilisierung im RAST könnte man eine Notfallbereitschaft als notwendig ansehen, nicht jedoch bei leichteren Reaktionen und einem nicht übermäßigen RAST. Aber das kommt darauf an.


    V. Blaschke

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    Dr. med. Volker Blaschke