Is nu DRG oder altes Recht?

  • Hallo,


    nachdem ich nun mühsam meine Assis zu halbwegs brauchbarem Codieren hingequengelt habe, sich dann doch alle mit DRG beschäftigen und langsam kapieren, dass wir jetzt hier Rechnungen schreiben, wird mir von Seiten unseres EDV/Controlling erzählt, dass wir - obwohl wir Optionshaus sind - doch noch nach altem Recht und Verweiltagen / FP / SE abrechnen, weil nichtmal die Budgetverhandlungen für 2002 abgeschlossen sind und noch keinerlei CMI und Basisfallwerte für unser Haus vertraglich vereinbart seien. Lassen wir uns da alle zum Affen machen?
    Kann das wahr sein? Sollen wir uns weiter mit DRG quälen?


    MR:kong:

    M.Rost

  • Hallo,


    verstehe das Ganze evtl. als Ausdruck der Gemütslage in einem Nachtdienst. Ansonsten ist für das Gros der Kodiererei eigentlich egal, ob Sie nach "alter" Bundespflegesatzverordnung (FP/SE + Pflegetage) oder "neuen" DRGs abrechnen: Die Deutschen Kodierregeln gelten bereits seit 01.01.2002. Nur für die dort beschriebenen Ausnahmen einer Inkompatibilität der Hauptdiagnose zu der alten Abrechnungslogik der BPflV ist die (zusätzliche) Angabe der Hauptdiagnose nach der "alten" (WHO-) HD- Definition zugelassen.


    Ansonsten gibt's ja weiterhin den beabsichtigten "Lerneffekt" bis zur endgültigen "Scharfstellung" des DRG - Systems nach budgetneutraler und Konvergenzphase, den sicherlich auch Sie nutzen wollen.


    Wie allerdings abrechnungstechnisch genau mit den Häusern verfahren wird, die trotz rechtzeitigen Optionsantrags noch keine abgeschlossenen Verhandlungen aufweisen können, weiss ich auch nicht (spätere "Umrechnung", späterer Beginn der DRG-Abrechnung oder ähnliches?).


    Darüberhinaus ist ja auch noch zu fragen, was mit den Häusern geschieht, die Ihre Bereitschaft erst nachträglich (nach den ursprünglichen Stichtag, dem 31.10.2002) erklärt hatten. Hier ist ja noch die Klärung der rechtlichen Grundlage durch den Deutschen Bundesrat (Vermittlungsausschuss?) abzuwarten.


    Mein Fazit: Die Beschäftigung ("Quälen") mit DRGs bleibt Ihnen trotz gewisser Unsicherheiten nicht erspart. Das Kodieren allerdings sollte davon primär nicht sonderlich betroffen sein.
    --
    Mit freundlichem Gruß


    Hermann Scheffer
    Berlin

    Hermann Scheffer
    Berlin

  • Hallo Herr Rost,

    Zitat


    Original von rostm:
    ...
    dass wir jetzt hier Rechnungen schreiben, wird mir von Seiten unseres EDV/Controlling erzählt, dass wir - obwohl wir Optionshaus sind - doch noch nach altem Recht und Verweiltagen / FP / SE abrechnen, weil nichtmal die Budgetverhandlungen für 2002 abgeschlossen sind und noch keinerlei CMI und Basisfallwerte für unser Haus vertraglich vereinbart seien...


    Auch wenn Sie noch keine Rechnungen "in DRG" schreiben (z.B. die Nachmelder zum Optionsmodell), benötigt man für Verhandlungen natürlich schon die entsprechenden Daten aus 2002, u.a. damit man weiss, worüber man verhandeln soll. Ihre Arbeit und die Ihrer Kollegen ist daher nicht vergebens. Am 14.02. wird dann beschlossen, ob die Nachmelder schon ab diesem Jahr oder erst ab 2004 DRG-Rechnungen schreiben dürfen. Auch hier gilt: Falls nicht dieses Jahr, so werden die entsprechenden Daten dieses Jahres für die zukünftigen Verhandlungen benötigt... Es wird ja prospektiv verhandelt und nicht das, was schon vorbei ist.


    Schöne Grüße
    B. Sommerhäuser


    Zitat


    Lassen wir uns da alle zum Affen machen?
    Kann das wahr sein? Sollen wir uns weiter mit DRG quälen?


    ad 1: Sicher nicht
    ad 2: Ja
    ad 3. Wer redet denn von quälen ? Lieben sollen wir die DRGs und uns mit Herzblut um sie kümmern, sie weiterentwickeln und pflegen. ;)


    Kopf hoch und weitermachen.
    Es grüßt herzlich
    B. Sommerhäuser

  • Dank für die schnellen Antworten.


    Zur näheren Erläuterung: Wir sind "frühes" Optionshaus, also nicht Nachmelder.


    Kurz zum Quälen: Wir hatten durch Wechsel zu einem medizinisch sehr fähigen, in der Bevölkerung gut akzeptierten Chef einen Anstieg der Pat. Zahl um 30 % in den letzten 2 Jahren, bei gleichleibendem Personalschlüssel. Dazu kommt die heiße Phase im QM. Die Kollegen schrubben Überstunden ohne Ende, um die Pat. medizinisch halbwegs zu versorgen. Da muss man einfach akzeptieren, dass irgendwo der Deckel vom Topf fliegt. Wer da nicht einsieht, dass das zusätzliche Codieren am Computer einfach nur noch Quälerei ist, hat wahrscheinlich (mit Verlaub) längere Zeit nicht mehr selbst an der Front gearbeitet.


    Nix für ungut.


    MR.:p

    M.Rost

  • Guten Abend, Herr Rost,

    Zitat


    Original von rostm:
    ...
    Wer da nicht einsieht, dass das zusätzliche Codieren am Computer einfach nur noch Quälerei ist, hat wahrscheinlich (mit Verlaub) längere Zeit nicht mehr selbst an der Front gearbeitet.


    Nix für ungut.


    Wohl wahr :D Und, falls Sie mich gemeint haben sollten: Nicht nur wegen Ihrer Schilderungen (mit Verlaub) habe ich diese Entscheidung auch nie bereut :p , weil sich "die Front", über längere Intervalle gesehen, schon mal bewegen kann.


    Auch nichts für ungut.


    Herzliche Grüße
    B. Sommerhäuser :rolleyes:

  • Zitat


    Original von rostm:


    Wer da nicht einsieht, dass das zusätzliche Codieren am Computer einfach nur noch Quälerei ist


    MR.:p



    Hallo und guten Abend,


    bitte nicht falsch verstehen:


    "Praktischer ist es zu fragen: Was kann ich jetzt tun? Handeln statt Jammern! Sie haben es sich ausgesucht... Sie können all dies auch abwählen."


    Reinhard K. Sprenger
    Die Entscheidung liegt bei Dir!
    Frankfurt 1997



    schöne Grüße


    Eberhard Rembs


    Bochum

  • Zitat


    Original von Rembs:
    "Praktischer ist es zu fragen: Was kann ich jetzt tun? Handeln statt Jammern! Sie haben es sich ausgesucht... Sie können all dies auch abwählen."


    Reinhard K. Sprenger
    Die Entscheidung liegt bei Dir!
    Frankfurt 1997


    Guten Morgen Herr Rembs,


    na dann noch den Klassiker dazu:


    ..., ask not what your country can
    do for you: Ask what you can do for your country.


    President John F. Kennedy at his inaugural address on January 20, 1961 ;)


    Gruß
    D. D. Selter

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau