Mehrmals durchgeführte Leistungen

  • Hallo DRG-Forum,


    ich habe nochmals eine Fragestellung bzgl. mehrfach durchgeführter Leistungen.


    In den allg. Codierregeln ist nicht ersichtlich, wie folgende mehrfach durchgeführte Leistungen zu verschlüsseln sind.
    Soll ich eine Radiojodid-Therapie bei mehrmaliger Anwendung jeweils neu codieren??


    Was kann man mir raten??
    :dance1:

  • Hallo,


    Eine Verständnisfrage: Erhalten die Leute mehrmals Radiojod???? Oder geht es darum, für jeden Tag des Bunkeraufenthalts den Code einmal anzugeben?


    Freundlichen Gruß


    Christian Jacobs

  • Hallo NGler,


    keine Antwort, sondern noch eine Anschlussfrage zum Thema (mehrfach)erbrachter Leistungen:
    wie halten sie es mit den Datumsangaben bei den stationär - also nicht im OP - erbrachten Prozeduren (ZVK, SPK, Pleurapunktion usw.)?
    Dokumentieren sie jedesmals das Leistungsdatum oder nur das Datum der ersten erbrachten Leistung ?


    Gruß


    Jörg Noetzel


    --
    FA für Chirurgie, Medizincontrolling, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart

    FA für Chirurgie, Leiter Medizincontrolling, Klinikum Stuttgart, Vorstand DGfM

  • Hallo Herr Noetzel,


    Bei uns muss (weil vom KIS so vorgesehen) zu jeder (auch nicht-operativen) Prozedur ein Datum angegeben werden. Das ist deshalb nicht ganz so aufwändig, weil das aktuelle Datum / Uhrzeit bei der Erfassung vorgeblendet werden. Lediglich bei etwaiger Nacherfassung muss der Arzt hier etwas ändern.


    Gruß
    B. Sommerhäuser

  • Hallo Herr Sommerhäuser,


    vielen Dank für Ihre Antwort.
    Sofern bei Ihnen die Ärzte die Prozedureneingabe direkt ins System vornehmen, ist das o.k..


    Bei uns laufen derzeit die Prozedureneingaben jedoch noch zunächst über Strichlisten, die dann in der Patientenverwaltung von extra dafür eingesetzten Mitarbeitern "eingeklopft" werden.
    Die ärztlichen Kollegen kreuzen auf dem Prozedurenzettel die Leistung und noch das Datum der Leistungserbringung an.


    Von daher zielt meine Frage eher dahin, ob sie oder die anderen Kollegen im Forum es für zwingend erforderlich halten, dass bei allem Aufwand, der dahintersteckt, diese ganzen stationären Prozeduren zu erfassen, auch noch das jeweilige Datum erfasst wird ? Insbesondere unter dem Aspekt, dass die Prozeduren vermutlich eh wenig Relevanz bei der Ermittlung des krankenhausindiv. Basis-FP haben werden.


    Gruß


    Jörg Noetzel




    :ops:

    FA für Chirurgie, Leiter Medizincontrolling, Klinikum Stuttgart, Vorstand DGfM


  • Hallo Herr Jacobs,


    um die Verständnisfrage zu klären.
    Meine Frage bezieht sich auf Patienten, die in zeitlich Abständen innerhalb eines stationären Aufenthaltes Radiojod erhalten und somit auch an verschiedenen Tagen einen " Bunkeraufenthalt " haben.


    Freundliche Grüsse
    I.Engelmann



  • Hallo Herr Noetzel!


    Zu Ihrer Frage zwei Anmerkungen:
    1) Ich weiß nicht wo ich es her habe, aber ich bin der Meinung, daß es zwingend ist ein Datum mitzuerfassen und
    2) bin auch der Auffassung, daß sich dies aus grundsätzlichen Überlegungen heraus ergibt. Nach dem Motto keine Kodierung ohne Dokumentation - und eine gute und gründliche Dokumentation hat mit Datum zu erfolgen. Denn Sie wissen, die Dokumentation ist Beweis für unsere erbrachte Leistung (und nicht die Kodierung als solche). Ich denke es könnte zu ernsthaften Problemen kommen, wenn der MDK anfängt die Abrechnungen und damit Dokumentationen im DRG-Zeitalter zu überprüfen und dabei kein Datum findet.
    Also, meine persönliche Einstellung und Empfehlung zum Thema:
    Dokumentation nur mit Datum.


    Kleine Zusatzbemerkung: Woher wissen Sie, daß die Prozeduren nicht einfließen? Bedenken Sie, daß wir im Moment mit australischer Software arbeiten, die auf deutsche Prozeduren nur unzureichend zusammenarbeitet, insbesondere bei den nicht-chirurgischen Prozeduren. Im Übrigen gilt es die deutschen DR-Gruppierungen und -definitionen abzuwarten. Was wäre, wenn Sie jetzt auf die Dokumentation bestimmter Prozeduren verzichten, weil sie vermeintlich nicht berücksichtigt werden, dann nach deutschen Definition aber doch einfließen. Ich bin da sehr pragmatisch eingestellt: Ich bin zwar nicht dafür die "aller kleinste und unwesentlichste" Prozedur zu erfassen, aber trotzdem lieber eine mehr als zu wenig - auch auf die Gefahr hin, daß wir ein bestimmtes Maß an Datenmüll erzeugen.


    MfG und einen schönen Tag
    Riklu
    :look:

    Riklu
    Hünfeld, Rhön
    Helios-St.Elisabeth-Klinik



  • ?(
    Hallo Herr (?)Engelmann!


    Ich denke man sollte hier nur einmal kodieren, sofern es sich um EINE zusamengehörige Therapie handelt, auch wenn sie an unterschiedlichen (Bunker-)Tagen erfolgt.
    Mehrfache Kodierung würde nur dann erfolgen, wenn es sich um zwei oder mehrere, jeweils abgeschlossene Therapien handelte; also wenn eine erste z.B. nicht erfolgreich war.


    MfG
    Riklu
    ?(

    Riklu
    Hünfeld, Rhön
    Helios-St.Elisabeth-Klinik

  • liebe ngler,


    das hier vorgestellte problem (mehrfachkodierung, radiojodtherapie mehrfach etc.) berührt die mir leider immer noch auf den nägleln brennende frage, welche prozeduren wirklich wichtig sind. natürlich fällt es uns schwer, dies prospektiv zu sehen, daher spricht nach meiner ansicht zunächst alles dafür mehrfach durchgeführtes, wo nicht ausdrücklich ausgeschlosssen, auch mehrfach zu codieren. mit datum, denn dies macht für den mdk verläufe auch transparent und damit nachvollziehbar.
    aus sicht des intensivmediziners ist allerdings die gefahr der überfrachtung des systems mit zu vielen diagnosen / prozeduren gegeben (von eineigen forum-teilnehmern so schön als müll-codes bezeichnet). dhaer mien verzweiflete suche nach der antwort auf die frage, was zu codieren wirklich wichtig ist. wenn ein code unwichtig ist und dann auch noch mehrfach aufgeführt ist -> datenfriedhof.


    hilfe ruft aus essen


    peter merguet


    [ Dieser Beitrag wurde von merguet am 06.09.2001 editiert. ]

  • :ops: Welche Leistungen sind wichtig... :ops:


    Zur Antwort die Systematik, nach der in Deutschland vorgegangen (werden) wird: Man erfaßt Diagnosen, Leistungen und Fallpreise, gibt diese in eine riesige statistische Maschinerie, und ermittelt, welche kostenhomogenen Gruppen sich bilden lassen. Diese ergeben dann eine DRG. Stellt sich heraus, daß eine einzelne erbrachte Leistung ein statistisch sinnvolles Kriterium für einen signifikant unterschiedlichen Ressourcen- (=Geld-) verbrauch einer Gruppe darstellt, so kann dieses durchaus zum Trennkriterium werden.


    Für das Vorgehen gibt es in Australien klare Regeln: so müssen für einen DRG-Split beide Untergruppen eine Mindestgröße (in Prozent) haben, der Ressourcenaufwand um mindestens den Faktor x unterschiedlich sein usw...


    Man kann sich also gut vorstellen, daß "Bagatellleistungen" damit keine Bedeutung haben werden. Dies sieht man auch bei Betrachtung der australischen relevanten Prozeduren. Standardverfahren ohne statistische Trennschärfe wie Echo, Sono tauchen ja auch im nächsten OPS gar nicht mehr auf.


    Selbst viele sonstige Prozeduren werden sicher von statistisch signifikanteren Indikatoren verdrängt werden: Warum sollten z.B. die Details des (Standard-)Intensivmonitoring eine Rolle spielen, wenn bereits über die Beatmungsdauer und die Tracheotomie wichtige Indikatoren für einen Intensivaufenthalt zur Verfügung stehen.


    Wenn man bei der Auswahl der selbst dokumentierten Verfahren nur nach Australien schielt, so liegt man zwar sicher nicht ganz falsch, wird aber nicht die Auswirkungen deutscher Anpassungen berücksichtigen.


    Unser Vorgehen daher: Wenn in unserem Hause ein Verfahren so aufwendig ist, daß wir uns vorstellen können, daß es zu einem DRG-Split führt (wobei zu bedenken ist, daß für ALLES maximal 800 Pauschalen möglich sind), so soll es kodiert werden.

    Jan Haberkorn
    Internist/Medizincontroller
    St. Elisabeth-Krankenhaus Köln

  • In den allg. Codierregeln ist nicht ersichtlich, wie folgende mehrfach durchgeführte Leistungen zu verschlüsseln sind.
    Soll ich eine Radiojodid-Therapie bei mehrmaliger Anwendung jeweils neu codieren??


    Wenn Sie meinen, dass dem Aufenthalt zur Radioiodbehandlung eine (zumeist ambulant durchgeführte) Szintigraphie mit Radioiod vorausgeht, so haben Sie die Lösung. Zur Radioiodbehandlung wird ja in den allermeisten Fällen nur einmal therapiert und danach ein zusammenhängender stationärer Aufenthalt angehängt. Sollte in Ihrem Haus eine spezielles Schema verwendet werden, wenden Sie sich an die Kollegen.
    Im übrigen ist mir unklar, was diese spezifisch deutsche Behandlung in der ADRG K64 zu suchen hat. In Australien jedenfalls wird ambulant therapiert. Weiss jemand etwas von Aktivitäten, eine eigene Radioiod-DRG zu kreieren?
    Grüße
    Hänseler

  • Hallo an alle Fragenden,


    vielleicht nicht die richtige Antwort aber es könnte daraus abgeleitet werden:
    Ein Auszug aus den Speziellen Kodierrichtlinien, hier geht es um die DKR 0206, Chemo- und Strahlentherapie bei bösartigen Neubildungen


    [b]Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie[b]
    Prozeduren
    Für die durchgeführten Maßnahmen ist/sind der/die passende(n) Kode(s) aus
    8-52 Strahlentherapie
    anzugeben, und zwar so oft, wie diese Prozeduren während des Aufenthaltes durchgeführt wurde sowie einmal pro Aufenthalt der zutreffende Kode aus
    8-54 Chemotherapie
    Zur Chemotherapie bei Kaposi-Sarkom siehe auch "Chemotherapie bei HIV-Infektion" in DKR 0102 HIV/Aidserkrankung


    Hoffe damit etwas weitergeholfen zu haben und verabschiede mich jetzt in mein wohlverdienter Urlaub. Macht mir kein Blödsinn und kodiert immer fleissig (Tipp: versuchen Sie mal den Kode R47.7 auf seine Aussage zu überprüfen!!!)



    Ciao Kuypers:dance1:

    Kuypers Hügo, MeDoKu, Waiblingen