Akutes Ulcus ventriculi mit Blutung und R15

  • Hallo an alle,



    Patient hat ein akutes Ulcus ventrikuli und führt mehrmals täglich frischblutig rektal ab (--> Pampers). Deshalb wurde auch die Stuhlinkontinenz als Nebendiagnose zusätzlich verschlüsselt, da eben erhöhter Aufwand.


    Der MDK streicht diese Diagnose mit der Argumentation: "Primär keine Inkontinez, die fehlende Kontrolle der Ausscheidungsfunktion ist als Begleiterscheinung der zugrunde líegenden Krankheit zu sehen"



    Wie wird dies hier im Forum gesehen, muß diese Nebendiagnose gestrichen werden?



    Danke schon mal

  • Hallo Benjamin,
    ich würde die Stuhlinkontinenz nicht kodieren, da damit was anderes gemeint ist. Es handelt sich hier um eine Hämatochezie, die mit K92.1 kodiert wird.
    Gruß

    Dr.Gerhard Fischer
    Medizincontroller/Frauenarzt

  • Hallo zusammen,


    unter Beachtung der speziellen Kodierrichtlinie 1105d Gastrointestinale Blutung ist die K92.1 nicht zu kodieren, sondern das Ulcus ventrikuli mit Blutung.


    Daher ist das Problem der Kodierung der Inkontinenz weiter bestehend.Ich neige dazu die Inkontinenz zu kodieren,da diese bei einer Ulcusblutung nicht als normal zu betrachten ist und auch nicht mit jeder Ulcusblutung vergesellschaftet ist.


    Mit freundlichen Grüßen


    Karla

  • Hallo,


    dazu gibt es doch eine Kodierrichtlinie:


    Der Befund Inkontinenz ist von klinischer Bedeutung, wenn
    • die Inkontinenz nicht als im Rahmen einer Behandlung „normal“ angesehen werden kann (z.B. nach bestimmten Operationen und bei bestimmten Zuständen).
    • die Inkontinenz nicht als der normalen Entwicklung entsprechend angesehen werden kann (wie z.B. bei Kleinkindern).
    • die Inkontinenz bei einem Patienten mit deutlicher Behinderung oder geistiger Retardierung andauert.


    Also kann die Inkontinenz nur kodiert werden, wenn sie andauert.


    Gruß
    B.W.

  • Hallo,
    das mit dem "andauern" kann ich aber in Verbindung mit dem Eingangs-Problem nicht aus der DKR entnehmen.
    Pat. hat ständig blutigen Stuhl oder Teerstuhl in der Windel; ist das normal bei der Erkrankung?
    der normale Manager mit seinem blutenden Stressulkus schaftt es im Normalfall noch zur Toilette und benötig keine Pampers.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    trotzdem würde ich bei einem Pat. der sonst kontinent ist, keine Inkontinenz kodieren. Es scheint sich hier ja wohl um eine heftige Magenblutung zu handeln, wenn er frischblutig (kein Teerstuhl) absetzt. Warum schafft er es denn nicht bis zur Toilette?


    Viele Grüße
    B.W.

  • Guten Abend,


    sicherlich kommt es in dem geschilderten Fall auf die Schwere der Blutung an.Eine akute Blutung, die eine Notfallsituation mit ggf. operativer Therapie nach sich zieht ist sicher von einer nicht so bedrohlichen Situation abzugrenzen. Bei einer massiven GI Blutung wird sicher niemand von Inkomtinenz sprechen.


    Dennoch ist mit einem blutenden Ulcus nicht immer eine Inkontinenz einhergehend, sodass diese bei vorliegen auch kodiert werden kann.
    Hilfreich wäre natürlich eine Pflegedokumentation, die weitere Beobachtungen beschreibt: Hat der Pat. den Blutabgang bemerkt? Wie war die Blutungsmenge? Waren es ggf. nur blutige Beimengungen?


    Einen schönen Abend wünscht


    Karla