Psych Entgeltsystem - PEPP 2013

  • Schönen guten Tag,


    ich habe gerade die Information erhalten, dass die DKG den Katalog für das Entgeltsystem in der Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) im Spitzengespäch mit der GKV am 14.09.2012 abgelehnt hat. Es gab extrem ablehnende Stellungnahmen der Fachgesellschaften (u.a. ACKPA, BDK und DGPPN), daher die Ablehnung der DKG.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hallo und schönen guten Tag Herr Schaffert,


    wenn der Katalog seitens der DKG abgelehnt wurde, wie geht es dann weiter?


    EDV Entwickler werden den Grouper bestimmt so gut wie fertig gestellt haben und hohe Entwicklungskosten investiert haben, einige Häuser sich auf eine Optionsphase vorbereitet haben.... kann das ganze Vorhaben dann noch kippen und das PEPP 2013 nicht starten?


    den Personen, die schon einen Einblick in den PEPP Katalog hatten, wird klar geworden sein in welche Richtung es geht.... verhindern wird man es wohl nicht mehr können, oder?

  • Hallo bibi307,
    der Katalog wurde erstmal "nur" von der Psychiatrie Kommission der DKG abgelehnt. Die abschließende Entscheidung der DKG wird -so hört man - am 04.10. in der DKG Vorstandssitzung fallen. Wenn das Entgeltsystem dann wieder abgelehnt wird, kann das Bundesgesundheitsministerium eine sogenannte Ersatzvornahme durchführen und wir dürfen raten welches System dann vom BMI eingesetzt wird. Die bisherigen Kalkulationskrankenhäuser und die anderen Häuser die optieren wollen sollten sich das unter diesen Voraussetzungen überlegen. Stellt euch vor es gibt ein Entgeltsystem und keiner macht mit....
    helmutwg

  • Schönen guten Tag allerseits


    Die abschließende Entscheidung der DKG wird -so hört man - am 04.10. in der DKG Vorstandssitzung fallen.


    wie verträgt sich das mit:


    (4) Die Vertragsparteien auf Bundesebene vereinbaren bis zum Jahresende 2009 die Grundstrukturen des Vergütungssystems sowie des Verfahrens zur Ermittlung der Bewertungsrelationen auf Bundesebene, insbesondere zur Kalkulation in einer sachgerechten Auswahl von Krankenhäusern. Sie vereinbaren bis zum 30. September 2012 die ersten Entgelte und deren Bewertungsrelationen. Das Vergütungssystem wird erstmals für das Jahr 2013 budgetneutral umgesetzt.



    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hallo allerseits!


    Es wird doch niemand ernsthaft glauben, dass das PEPP 2013 noch zu stoppen ist! Notfalls spricht eben der Gesetzgeber ein Machtwort und ordnet die Umsetzung an. Dass alle Seiten "Hurra" schreien, war ja wohl nicht zu erwarten.


    Ich persönlich bin schon zufrieden damit, dass sich der Nebel langsam lichtet.


    Gruß an alle

  • Hallo zusammen,

    Notfalls spricht eben der Gesetzgeber ein Machtwort und ordnet die Umsetzung an


    Das mag ja durchaus sein. Aber wenn es wirklich so ist, wie die stellungnehmenden Verbände anmerken, dass nämlich die gesetzlichen Vorgaben nicht mit diesem Versuch eines Entgeltkataloges übereinstimmen, gibt es ja tatsächlich für die optionswilligen Häuser die Möglichkeit, nicht zu optieren (siehe HelmutWG) oder aber die Gewaltenteilung in Anspruch zu nehmen.


    Von der InEK wird, in Haupt- und Nebensätzen, immer wieder die Betreuungsintensität erwähnt; im Tenor: dies wäre zumindest eine Möglichkeit, den täglichen Aufwand zu definieren und somit auch Kosten- und Erlösfaktoren abzuleiten. Und zwar ohne den riesigen Aufwand, den die 960-ger OPS verursachen (die nicht zu aussagefähigen Daten führen).


    Wir benutzen seit ein paar Wochen das modifizierte Modell 2.1 und machen die besten Erfahrungen damit. Ich kann mir nur wünschen, dass die jetzt lesenden InEK-Mitarbeiter den angedeuteten Weg wirklich verfolgen.


    Freundliche Grüße


    Jorge

  • Schönen guten Tag allerseits,


    Das mag ja durchaus sein. Aber wenn es wirklich so ist, wie die stellungnehmenden Verbände anmerken, dass nämlich die gesetzlichen Vorgaben nicht mit diesem Versuch eines Entgeltkataloges übereinstimmen, gibt es ja tatsächlich für die optionswilligen Häuser die Möglichkeit, nicht zu optieren (siehe HelmutWG) oder aber die Gewaltenteilung in Anspruch zu nehmen.


    Es wurde immer wieder und von Anfang an - nicht zuletzt hier im Forum - kritisiert, dass die Therapieeinheiten im OPS nicht für Abbildung der Leistung und des Aufwandes in der Psychiatrie geeignet sein. Die Fachgesellschaften haben es nicht geschafft, diese Kritik in den OPS einfließen zu lassen. Wenn Leistung und Aufwand nicht abgebildet werden können, kann auch kein leistungsorientiertes Klassifikationssystem entwickelt werden. Für 2013 lässt sich da auch nichts mehr machen und für 2014 ( =Datenjahr 2012 ) nur bedingt.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hallo zusammen,
    wir haben im Rahmen der Kalkulation die Erfahrung gemacht, dass nur die OPS Kodes und die Betreuungsintensität den Aufwand der Behandlung einigermaßen abbildet. Sehr schwierige Patienten habe oft nur niedrig-wertige Kodes, dafür aber hohe Werte bei der Betreuungsintensität. Patienten deren Behandlung sich eher im Bereich der Psychotherapie bewegt, sammeln aufgrund des strukturierten Therapieprogramms viele Therapieeinheiten, haben aber eine niedrige Betreungsintensität.
    Dass sowohl die Kodes, als auch die BI noch verbesserungsfähig sind steht dabei außer Zweifel...


    Hier noch eine Info an Anyway: Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Krankenhäuser Hr. Hübner hat bereits dazu aufgerufen nicht zu optieren falls sich das INEK nicht bewegt...

  • Schönen guten Tag allerseits,


    Hier noch eine Info an Anyway: Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Krankenhäuser Hr. Hübner hat bereits dazu aufgerufen nicht zu optieren falls sich das INEK nicht bewegt...


    Der Spielraum des InEK, sich "zu bewegen" dürfte relativ gering sein. Schließlich liegen dem Katalog ja Daten und eine Kalkulation zu Grunde, die nicht mal so eben über den Haufen geworfen werden können, nur weil nicht das herausgekommen ist, was sich die Fachgesellschaften vorgestellt haben. Die Ursache liegt in den Komplex-OPS und der Abbildung über Therapieeinheiten, die offensichtlich nichts mit dem ökonomischen Aufwand zu tun haben! Die Gleichung TE=Aufwand stimmt eben nicht, da kann und darf sich das InEK auch nicht "bewegen".


    Unabhängig davon halte ich den Rat, nicht zu optieren, für einen guten Rat! Das hat aber nichts nur etwas mit dem Katalog zu tun. Vielmehr halte ich das Risiko für viel zu hoch, angesichts der noch bestehenden Kodierungsunsicherheiten (interpretierbare Aussagen im OPS, keine speziellen Kodierrichtlinien) eine ausreichend sichere Leistungsplanung für das nächste Jahr vorzulegen. Entspricht die Leistungsplanung nicht der IST-Abrechnung, wird das Budget nicht erreicht. Daran ändern auch die veränderten Erlösausgleiche nichts.


    Ich wünsche noch einen schönen Tag,

  • Hier noch eine Info an Anyway: Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger psychiatrischer Krankenhäuser Hr. Hübner hat bereits dazu aufgerufen nicht zu optieren falls sich das INEK nicht bewegt...


    Hallo helmutwg,


    die Entscheidung, bereits 2013 zu optieren ist bei uns zwar noch nicht gefallen, sie wird aber definitiv nach eigenen Maßstäben und nicht nach Empfehlungen von irgendwelchen Organisationen erfolgen!


    Im Übrigen ist das Entgeltsystem nicht so schlecht, wie es derzeit zerrissen wird. Sollte beispielsweise die Einstufung von Betreuungsintensitäten obligatorisch werden und sich im System wiederfinden, wäre das doch schon mal was. Außerdem soll und muss das System ja "lernend" bleiben. Tja, und dann müssen die ausgehandelten Basisentgelte stimmen...


    Jede neue Lage ergibt eine neue Perspektive!


    Gruß
    Anyway

  • Hallo zusammen,


    ich freue mich über die Maßen, dass auch hier im Forum immer öfter die "InEK-Betreuungsintensität" als zielführend erwähnt wird.
    Ich hatte meine Anfrage vom 7.Juni nicht ganz ohne Hintersinn gestellt. Wir arbeiten seit Anfang August mit dem modifizierten Modell 2.1 auf 5 Pilotstationen und haben in den ersten Auswertungen wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht. Insbesondere sind die Aufnahmestationen hoch motiviert, weil sie ihren tatsächlichen Aufwand darstellen können (ganz im Gegensatz zu den unsäglichen 25-Minuten-OPS). Über Textbausteine werden Punktwerte ab 5 von der Pflege dokumentiert. Wenn etwas gegenüber dem MDK "bomben"sicher ist, dann das.


    Ich habe heute gerüchteweise gehört, dass es doch einige Kliniken gibt, die tatsächlich ihre Meinung geändert haben und nicht optieren werden.


    Ist eigentlich der geheime Geheimentwurf des Entgeltkatalogs inzwischen veröffentlichbar?


    Und was ist eigentlich mit den 960-ger OPS? Die spielen wohl gar keine Rolle mehr? Sie werden in 2013 für nichts eingegeben? Die KollegInnen an der Basis machen weiterhin Zeit tot mit etwas, das keine Rolle mehr spielt? Wenn das so wäre - das ist niemandem zu vermitteln!!


    Freundliche Grüße


    Jorge