Fallzusammenführung wegen Komplikationen - Vorhofflimmernrezidiv nach PVI

  • Hallo,

    m.E. ist die Definition in der FPV eindeutig (§2 (3)): "Werden Patienten oder Patientinnen, für die eine Fallpauschale abrechenbar ist, wegen einer in den Verantwortungsbereich des Krankenhauses fallenden Komplikation im Zusammenhang mit der durchgeführten Leistung innerhalb der oberen Grenzverweildauer, bemessen nach der Zahl der Kalendertage ab dem Aufnahmedatum des ersten unter diese Vorschrift zur Zusammenfassung fallenden Aufenthalts, wieder aufgenommen, hat das Krankenhaus eine Zusammenfassung der Falldaten zu einem Fall und eine Neueinstufung in eine Fallpauschale vorzunehmen."


    Gruß
    GenS

  • Moin GenS,


    das BSG betrachtet als Leistung m. E. die gesamte Behandlung, nicht nur die durchgeführte Therapie. Und damit ist auch die Grunderkrankung Teil der Leistung, somit ist fast immer die FZF durchzuführen.


    Gruß


    MF Bern

  • Hallo Bern,


    ehrlich gesagt, fehlt mir die Fantasie, um die Grunderkrankung als Teil der Leistung zu sehen. Jedoch gerade das Begehren der KK zeigt, dass man die Sache auch so verstehen kann.
    Wenn diese Betrachtungsweise Schule macht, wird die Geschichte erneut beim BSG landen ...


    Gruß
    GenS

  • Guten Tag


    Siehe auch:


    Unterdessen werden die Patienten zu rentablen oder
    unerwünschten Patienten, während die ursprüngliche ärztliche Qualifikation
    verraten wird: „Die Qualität des Zuhörens, des In-Beziehung-Tretens, des
    Sich-Einlassen-Könnens“.


    Wer die Ärzte so beraubt, der beraube auch die Patienten,
    sagt Maio.


    Vortrag
    Prof. Giovanni Maio auf dem 116. Deutschen Ärztetag in Hannover



    Gruß
    E Rembs



  • Gutes Zitat, guter Ansatz, ob es etwas hilft?


    Zum VHF nach PVI: Ist selbstverständlich keine Komplikation, da Fortbestehen der Grundkrankheit, aber ob unsere Sozialgerichte das auch so sehen, ist unsicher. Ich würde mich hier aber nicht mit dem BSG Urteil abspeisen lassen.
    Leider zeigen eigene leidvollen Erfahrungen mit dem SG in der Anwendung dieser BSG Interpretation, dass ein Behandlungsfall mittlerweilen solange gilt, bis der Patient aus anderen- medizinischen - Gründen aufgenommen wird. Dies führt besonders bei der Anwendung von FPV §1 Abs.7 "Beurlaubung" zu folgenden Interpretationen:


    "Nach Auffassung der Kammer kommt §2 FPV erst zur Anwendung, wenn eine medizinische Behandlung grundsätzlich abgeschlossen ist."
    und weiter


    ".. ist unter Behandlungsfall bei einer stationären Behandlung im Fallpauschalensystem die gesamte Behandlung derselben Erkrankung zu verstehen, die ein Patient von der stationären Aufnahme bis zur Entlassung aus der stationären Behandlung erhält."


    soweit so gut, aber


    "Ein neuer medizinischer Behandlungsfall kann unter Berücksichtigung des Sinns und Zwecks des Fallpauschalensystems erst dann zur Abrechnung gelangen. wenn der vorhergehende medizinische Behandlungsfall als abgeschlossen anzusehen ist. Dies ist aber erst anzunehmen, wenn der /die Versicherte die aus medizinischer Sicht erforderliche Behandlung in vollem Umfang erhalten hat."


    Das klingt doch wie O-Ton BSG!


    Schönen Tag noch.

    Uwe Neiser



    "Kenne Dich und Deinen Gegner"
    nach Sunzi





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