Mal wieder: Virushepatitis, Z22.5 vs. B18.2

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich durch die Suchfunktion gekämpft (mit "Z22.5" oder "B18.2" wird nichts gefunden - Anwenderfehler?), alle noch lesbaren älteren threads durchgelesen (mehrere links auf frühere postings scheinen ins Nirvana zu führen) und festgestellt, dass es die frühere DKR 0102 nicht mehr gibt. Die SEG 4 hat zum Thema Virushepatitis (Z22.5 / B18.2) nichts zu sagen.
    Man werfe mir also nicht mangelnde Sorgfalt vor!


    Meine Frage: es scheint den Konsens zu geben, dass nur der aktiv Erkrankte, der auch spezifisch gegen die Virushepatitis behandelt wird, mit B18.2 kodiert wird.


    Aber wo ist das festgelegt?


    Die ICD sagt in der Einleitung zum Kapitel I: "Exkl.: Keimträger oder -ausscheider, einschließlich Verdachtsfällen (Z22.-)"
    Wie genau unterscheidet sich bei der chron. Hep. C der Keimträger vom B18.2-Patienten (der vemutlich ja auf jeden Fall auch Keimträger ist)?


    Wie kann ich aus alldem schlussfolgern, dass ein Pat., der eine chron. Hep.C hat und im Krankenhaus sowohl spezielle Laboruntersuchungen erhält als auch höhere pflegerische und ärztliche Aufwände verursacht NICHT mit B18.2 kodiert wird, sondern diese Aufwände "nur" für die Z22.5 ausreichen?



    Viele Grüße - NV

  • Hallo,

    Meine Frage: es scheint den Konsens zu geben, dass nur der aktiv Erkrankte, der auch spezifisch gegen die Virushepatitis behandelt wird, mit B18.2 kodiert wird.


    Wo ist der Konsens. Ich sehe bis jetzt nur Diskussionen.


    M.E.: Wenn Sie durch den gesunden Keimträger einen erhöhten Aufwand hatten ist dieser mit B18.2 zu kodieren.

    Gruß


    MiChu ;)
    Sei nicht unglücklich vor der Zeit, denn was dich, als dir drohend, in Angst versetzt, wird vielleicht nie kommen. (Seneca)

  • Hallo,
    m.E. muss zur Kodierung der B18.2 zum einen ein Mehraufwand nachgewiesen werden und der Betreffende muss erkrankt sein, also z.B. entsprechende histologische Veränderungen haben oder eine Erhöhung der Leberenzyme aufgrund der Virushepatitis . Das "zeichnet" eben eine Hepatitis aus.
    -Nur- ein "gesunder" Keimträger ist eben nicht ausreichend.


    Viele Grüße


    Medman2

  • Hallo,


    Hinweis auf alten Thread und bitte bedenken, dass die alte DKR aus REDUNDANZGRÜNDEN gestrichen wurde, nicht, weil der Inhalt nicht mehr zählt.


    http://mydrg.de.dedi694.your-server.de/apboard/thread.php?id=7219&start=1&seuser=&sepost=Virushepatitis%20Aufwand#2

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Guten Morgen,


    warum wird die B18.2 (u.a.) als gruppierungsrelevant im PEPP-System kalkuliert? Es ist ja wohl kaum anzunehmen, dass in den psychiatrischen Kalkulationshäusern tatsächlich eine spezifische Behandlung stattgefunden hat. Dennoch scheint die B18.2 (bei den Suchtpatienten) ein Kostentrenner zu sein. Warum?


    Viele Grüße - NV

  • Guten Morgen,


    das ist eine Frage, die sie dem InEK stellen müssen. Auch als wir das australische DRG-System übernommen haben, haben wir Jahre gebraucht, die CC-Matrix (langsam) anzupassen. Zudem beziehen sie sich auf das PEPP-System, womit die Frage in dem eigens dafür eingeführten Forum besser platziert wäre. Sollte dies aber als Kriterium für die "korrekte" Angabe des B-Kodes bei Keimträger sein, hat dies allerdings gar keine Relevanz bezüglich der hier diskutierten richtigen oder falschen Kodierung.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Herr Selter,


    vielleicht könnten Sie freundlicherweise den thread ins PEPP-Forum verschieben?


    Ich nehme an, dass sich viele psychiatrische Kollegen fragen, wie mit der B18.2 umzugehen ist, da sie in der Sucht eine von wenigen relevanten Nebendiagnosen ist....


    Eine Anfrage ans InEK werde ich versuchen, mal sehen was daraus wird.


    Viele Grüße - NV

  • Hallo NuxVomica,


    da der Thread ja ursprünglich nichts mit PEPP zu tun hatte, möchte ich ihn nicht verschieben. Sie können ja aber Ihre Frage dort widerholen und auf diesen Thread inhaltlich verweisen oder zitieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo,


    weder noch. Eher zu flinke/lahme Finger... Ist korrigiert.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Hallo Zusammen,
    das dies der aktuellste Thread zu sein scheint, hänge ich mich mal dran.
    Bei HIV ist ja eindeutig geklärt, wann Z und wann B-Kode zu nutzen sind.
    Nach wie vor finde ich zur Hepatitis Nichts, außer dem, von NuxVomica zitiertem Exklusivum am Anfang des 1. Kapitel.
    Gibt es weitere Meinungen oder Literaturhinweise.
    Das Argument, dass ein gesunder Keimträger, der Aufwand verursacht den B-Kode verdient, kann ich nicht ganz vertreten, denn dann bräuchte man ja den Z-Kode gar nicht, da ja wohl immer erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Und bei HIV gilt es ja auch nicht.
    Ich bin gespannt auf aktuelle Hinweise und Erfahrungen. Vielleicht hat ja jemand ein Statement vom MDK?
    Vielen Dank im Voraus!!
    tuschke