Tages - bzw. Stundenfall - Nach dem Urteil B 3 KR 34/12 vom 19.09.2013: Jetzt alle Probleme gelöst?

  • Hallo miteinander,


    da sich zu diesem Thema bis heute immer noch niemand geäußert hat, frische ich es nochmal auf.


    Es gibt die verschiedensten Ansichten dazu:
    1. Notaufnahme nicht verlassen- keine DRG abrechnen?
    2. unstrittig vollstationär- egal wo- DRG abrechnen ?
    3. Notaufnahme ist bettenführend im Bettenplan- daher vollstationär?
    4. schon bei Aufnahme ersichtlich, dass nicht Profil des eigenen Hauses - Verlegung in jedem Fall nötig- z.B. größere Verbrennung-daher ambulanter Notfall, obwohl zwingend vollstationär behandlungspflichtig
    5. erst durch die Diagnostik (CT, CT Angio) ergibt sich eine Konstellation, dass die medizinisch angezeigte Therapie im eigenen Haus nicht möglich (OP, selektive Lyse ...), daher Verlegung durch die Diagnostik erst indiziert


    mit Hoffnung auf mehr Resonanz als 2015.

    Uwe Neiser



    "Kenne Dich und Deinen Gegner"
    nach Sunzi





  • Ich denke, in der 2015 von Ihnen geschilderten Situation bleibt Ihnen nur die Abrechung einer Notfallbehandlung. Es gibt dazu jedenfalls ein entsprechendes LSG -Urteil.

  • Ich denke, in der 2015 von Ihnen geschilderten Situation bleibt Ihnen nur die Abrechung einer Notfallbehandlung. Es gibt dazu jedenfalls ein entsprechendes LSG -Urteil.

    Guten Morgen,
    haben Sie zu dem Urteil eine Bezugsquelle?
    Gruß,

    B. Schrader
    Med. Dokumentationsassistent
    Fachwirt im Soz.- und Gesundheitswesen (IHK)

  • LSG Baden-Württemberg, 31.08.2016 - L 5 KR 2479/15
    https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=187286
    Das Urteil geht insbesondere auf die Auslegung der im Landesvertrag BW beschriebenen "Aufnahmeuntersuchung" ein.
    Medizinisch: Stroke-Patient mit Hirnblutung und Verlegung in eine Neurochirurgie nach mehreren Stunden -> nach dem Urteil fällt alles unter "Aufnahmeuntersuchung" und somit sei vorstationär abzurechnen.
     ;( Gruß aus dem Süden.

    Mit freundlichen Grüßen


    k-ontroller

  • Vielen Dank für den Link.
    Gruß,

    B. Schrader
    Med. Dokumentationsassistent
    Fachwirt im Soz.- und Gesundheitswesen (IHK)

  • Das Urteil, welches ich meinte, ist älter, geht aber in dieselbe Richtung:
    LSG Sachsen- Anhalt: L 4 KR 71/07 · Urteil vom 21.12.2010mydrg.de/content/index.php?attachment/438/


    Anmerkung: Der Titel entstammt natürlich nur meiner eigenen Verschlagwortung und ist kein offizieller Leitsatz des Gerichts o.ä. Falls ein Admin den Titel noch ändern kann, möge man das gerne tun.

    Einmal editiert, zuletzt von Breitmeier ()

  • Vielen Dank für die Auskünfte, das Urteil war interessant, ist allerdings aktuell noch als nicht rechtskräftig gekennzeichnet! Ist das beim BSG anhängig? Doch wohl eher nicht?


    Ich halte es für ein Fehlurteil, bin aber kein Jurist. Im Landesvertrag MV gibt es ähnliche Formulierungen, allerdings widersprechen sich da §3 Abs 4 und §5 Abs 1 nach meiner Auffassung. Auch hat sich das BSG in seinen Urteilen für mich anders festgelegt, als es das o.g. LSG Urteil auslegt.
    Ein Aufenthalt auf ITS bei "Warten" auf die Verlegung mit Hirnblutung ist definitiv allein durch die Infusionen und Medikation, eventuell Beatmung? auch eine Therapie, wenn auch nicht kausal, aber das wird ja nicht gefordert.


    Nochmals vielen Dank, es hat mir zumindest einen weiteren Denkansatz gegeben und den Landesvertrag ins Spiel gebracht.

    Uwe Neiser



    "Kenne Dich und Deinen Gegner"
    nach Sunzi





  • Hallo liebes Forum,

    wir haben einen Pat. nach pathologischem Herzkatheter zur Kontrolle eingewiesen bekommen , nochmals einen Herzkatheter durchgeführt, auf Intensiv aufgenommen und von dort unter 24 Std. in das Herzentrum verlegt. Die Krk. will nun eine Abklärungsuntersuchung , da es eine Auftragsleistung war !!

    Das LSG Baden-Württemberg, 31.08.2016 - L 5 KR 2479/15 trifft hier nicht zu... Oder ? Habe schon mit dem Landesvertrag argumentiert und mit Intensivbehandlung...:(


    Vielen Dank für eine Antwort

  • wir haben einen Pat. nach pathologischem Herzkatheter zur Kontrolle eingewiesen bekommen

    Hallo, ich unterstelle mal eine ambulante Untersuchung vorher (daher eingewiesen), also ist die Argumentation mit der Auftragsleistung schon mal irreführend (Sie führen ja keine Auftragsleistung für das aufnehmende Herzzentrum aus). Die stationäre Behandlung beginnt damit doch erst in Ihrem Haus, und dort ist eine stationäre Einbindung (eigene Diagnostik mit anschließend Entscheidung zur Weiterverlegung) m.E. gegeben. Wäre ja auch nicht anders, wenn vorher (in einer Praxis) nur ein pathologisches EKG o.ä. zur stationären Einweisung geführt hätte.

    Gruß

    zakspeed

  • Hallo Smyri,


    "der Aufenthalt auf einer Intensivstation stellt deshalb die nachhaltigste Form der Einbindung in einen Krankenhausbetrieb und damit den Prototyp einer stationären Behandlung dar" (BSG vom 28.2.2007 - B 3 KR 17/06 R).


    Viele Grüße


    Medman2

  • Hallo,

    vorausgesetzt, es bestand die Indikation für eine ITV-Behandlung.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch