OPS 301 Version 2.1 ab 01.01.2002

  • Liebe DRG Gemeinde,
    in der OPS Version 2.1 fallen die Monitoring Codes 8933 wie zum Bsp. Atmung bis zu 8950 Monitoring Nierenfunktion weg. Dies sind aus meiner Sicht doch Hinweise für den Grouper, das der Patient auf Intensivstation liegt. Wenn diese Ziffern nun wegfallen, wie kann der Grouper das abbilden?


    Schon mal besten Dank an die Profis.



    Kurt Mies

    Kurt Mies

  • Zitat


    Original von Kmies:
    in der OPS Version 2.1 fallen die Monitoring Codes 8933 wie zum Bsp. Atmung bis zu 8950 Monitoring Nierenfunktion weg. Dies sind aus meiner Sicht doch Hinweise für den Grouper, das der Patient auf Intensivstation liegt. Wenn diese Ziffern nun wegfallen, wie kann der Grouper das abbilden?



    Hallo Hr. Mies,
    diese Codes haben den Grouper vorher auch nicht interessiert, sie führen zu keiner DRG-Zuordnung/Höherbewertung. Deswegen kann man aus dieser Sicht auf sie verzichten. Auf was man nicht verzichten kann, ist die Dokumentation der Beatmungszeit und/oder die Prozedurverschlüsselung zur Tracheostomie.


    Gruß


    --
    Dirk Dorian Selter
    Arzt, Leiter Med. Cont., DRG-Beauftragter, Kliniken d. Main Taunus Kreises GmbH, Hofheim/Taunus

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau




  • --
    Norbert Roeder
    DRG Research Group
    Universitätsklinikum Münster

  • Vielen Dank Herr Selter und Herr Roeder,
    für die schnelle Antwort.
    Darf ich noch eine Frage nachschiessen?
    Thema Nebendiagnosen hier auch besonders "pflegerelevante Nebendiagnosen" ohne CCL Wert.Sollten diese auch kodiert werden um eine bessere Abbildung für die DRG`s und den Eindruck eines upcodings zu vermeiden, oder ist das auch unnützer Ballast? Ich persönlich bin für eine breite, relevante Kodierpraxis. wie sehen Sie das ?


    Besten Dank


    Ihr
    kurt Mies

    Kurt Mies

  • Guten Morgen Hr. Mies,


    Zitat


    Original von Kmies:
    Thema Nebendiagnosen hier auch besonders "pflegerelevante Nebendiagnosen" ohne CCL Wert.Sollten diese auch kodiert werden um eine bessere Abbildung für die DRG`s und den Eindruck eines upcodings zu vermeiden, oder ist das auch unnützer Ballast?


    Die Kodierrichtlinie für relevante Nebendiagnosen gibt Ihnen vor, Nebendiagnosen zu verschlüsseln, wenn daraus ein erhöhter Pflegeaufwand entsteht. Diese Regel betrifft selbstverständlich alle Nebendiagnosen und nicht nur die mit einem CCl > 0. Bei der Befolgung der Regel gibt es kein upcoding. Natürlich muß die Krankenakte aber Hinweise darauf geben, dies sollte auch im Zusammenhang mit dem AEP (manche sagen "Aggressives Enthospitalisierungs Programm" dazu ;) ) gesehen werden.
    Ballast ist das, was nicht gebraucht wird. Allerdings muß man sich fragen wo die Grenze zu ziehen ist, die Definition muß jeder zu einem Teil, losgelöst von Kodierrichtlinien usw., in Abhängigkeit der eigenen Rahmenbedingungen finden.


    Zitat


    Original von Kmies:
    Ich persönlich bin für eine breite, relevante Kodierpraxis. wie sehen Sie das ?


    Ich möchte vorallem nicht nur Nebendiagnosen verschlüsselt sehen, die einen (australischen!) CCL haben. Durch diese Praxis werden wir immer nur das AR-DRG System bestätigen und keine Datengrundlage zur Entwicklung unseres Systems liefern.


    Viele Grüße




    --
    Dirk Dorian Selter
    Arzt, Leiter Med. Cont., DRG-Beauftragter, Kliniken d. Main Taunus Kreises GmbH, Hofheim/Taunus

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau



  • lieber herr mies,


    einige monitoring -codes bleiben ihnen doch erhalten. auch ich sehe es wie sie, nämlich dass die codes nicht nur gruppierungsrelevant sein sollten, sondern auch für die controller als marker für etwaig nicht erfaste sonstige prozeduren oder diagnosen dienen können. wenn sie sie tatsächlich so nutzen wollen, giessen sie also wasser auf meine argumentations-mühle.


    gruß aus essen,


    peter merguet



    [ Dieser Beitrag wurde von merguet am 26.09.2001 editiert. ]

  • Zitat


    Original von merguet:
    einige monitoring -codes bleiben ihnen doch erhalten. auch ich sehe es wie sie, nämlich dass die codes nicht nur gruppierungsrelevant sein sollten, sondern auch für die controller als marker für etwaig nicht erfaste sonstige prozeduren oder diagnosen dienen können. wenn sie sie tatsächlich so nutzen wollen, giessen sie also wasser auf meine argumentations-mühle.


    Dass Codes nicht nur (derzeit!) gruppierungsrelevant sein dürfen ist klar -> um, wie Herr Selter ja andeutete, eine Weiterentwicklung / Verfeinerung überhaupt zu ermöglichen.


    Allerdings reichen diese Codes m.E. als Marker für das Controlling bei weitem nicht aus. Vom Prinzip her müßte man für die Leistungen ein gänzlich anderes Verfahren wählen:


    Ein hausinterner Leistungskatalog, mit dem ALLE Leistungen wertungslos erfaßt werden können. Bei der EDV-Erfassung werden zu diesem Leistungskatalog passende OPS-Codes vorgeblendet, die bei Bedarf bestätigt werden können.
    Der Vorteil bei diesem Verfahren: Sie wüßten wirklich, welche Leistungen an dem Patienten durchgeführt wurden und wären nicht von fragwürdigen OPS-Änderungen abhängig, andererseits könnten Sie zum Beispiel für das Jahr 2001 rückwirkend den neuen OPS anwenden (automatisiert) und wüßten, bei welchen DRGs Sie eventuell landen.


    - Leider vermisse ich ein KIS, das dieses Verfahren ausgiebig unterstützen würde und einem die Arbeit dann tatsächlich erleichtern würde. Aber ich bin mir sehr sicher, daß das kommen wird (muß). Alles andere scheint mir keinen Sinn zu machen.


    mfG


    Christoph Hirschberg
    http://www.september11.de

  • Post merguet:


    einige monitoring -codes bleiben ihnen doch erhalten. auch ich sehe es wie sie, nämlich dass die codes nicht nur gruppierungsrelevant sein sollten, sondern auch für die controller als marker für etwaig nicht erfaste sonstige prozeduren oder diagnosen dienen können. wenn sie sie tatsächlich so nutzen wollen, giessen sie also wasser auf meine argumentations-mühle.


    gruß aus essen,


    peter merguet


    Lieber Herr Merguet,
    vielen Dank für die "gleiche Gesinnung".
    Nach meinen Recherchen bleibt nur noch das neurologische Monitoring bestehen,(liegt sicher an der Fachgruppe)oder kennen Sie noch weitere interesante Monitoring-Codes in der Version 2.1, Sie sind ja schließlich Fachmann.(danke für Ihr Outing).
    Warum bin ich an den "intensiv-codes" so interesiert ?
    Kleines Krankenhaus mit 6 Betten interdiziplinäre Intensiv.
    Wie bilde ich Intensivpatienten ohne Beatmung ab ? Wir konnten das bisher über die Monitoring-Ziffern herausfiltern. Oder liege ich hier völlig falsch.


    Danke an Sie und alle Anderen


    Ihr


    Kurt Mies

    Kurt Mies

  • Lieber Herr Mies,


    es ist ausgesprochen heikel, was Sie da thematisieren. Denn eine Intensivstation ist nicht gleich einer Intensivstation. Man kann total unauffällige Patienten herrlich überwachen und dies alles dokumentieren, aber muss das auch bezahlt werden? Au fder anderne Seite sind aber beatmete Patienten oft weniger aufwendig als nicht beatmete, um die man stundenlang herumläuft mit der nagenden Frage: "Intubieren oder nicht Intubieren". Intermittierendes CPAP ist oft wesentlich ressourcenaufwendiger als Beatmungsstunden. USW., usw..
    Mir ist irgenwie auch noch nicht der Stein des Weisen eingefallen (außer, dass eine Intensivstation mit <2000 Beatmungsstunden im Jahr keine Intensivstation ist, auch wenn das eine rein willkürliche Grenze ist).
    Vieles werden wir einfach dem ärztlichen Know how überlassen, dann wird es schon klappen. Die Überwachungsleistungen wird man zweifellos in die Kalkulation mit einbeziehen, man wird aber sicher diesen Aufwand diagnoseadaptiert mitteln müssen. So wird zwar jede Klinik mit üppiger Intensivbettenausstattung einen Schluck über den Durst nehmen, und die Kliniken mit zu geringen Kapazitäten werden die gelachmeierten sein. Aber in 10 jahren werden wir auf Grund der datensituation wissen, welche Diagnosen zu welchem Intensivaufwand führen. Wenn diese DRG&acute;s dann entsprechend kalkuliert und finanziert sind, können sich auch nur solche Kliniken hohe Intensivkapazitäten leisten, die die entsprechenden DRG&acute;s auch tatsächlich erbringen. Wär das nun tatsächlich eine Rationierung? Oder wäre dies nicht eine Rationalisiserung?
    Es grüßt wie immer Patricia



    --
    Patricia Klein

    Patricia Klein

  • lieber herr mies, liebe frau klein, lieber herr hirschber u.a.anderen


    herr mies, sie kriegen mal als attachement mein code-liste, dort sind die codes 8-930 bis 8-932 für sie vielleicht die interessantesten.


    frau klein, da die o.g. ziffern meiner kenntnis nach keine einfluss auf die gruppierung haben, sind sie demnach auch nicht erlösrelevant. es bleibt mithin doch problem des einelnen krankenhauses, die patietnen durcxh intensivüberwachung &quot;überzuversorgen&quot; (vorsicht, vorsicht). meiner ansicht nach könnte aber tatsächlich ein code für monitoring dem controller entscheidende hinweise auf vergessene op-diagnosen / op-prozeduren liefern und damit hilfreich sein.


    herr hirschberg, leider haben es unser lieben `player` nicht geschafft, ein system zu etablieren, was die tatäschliche leistung auch abbildet. das wäre natürlich der traum jeden arztes und auch jeden betriebswirtes, weil es endlich einen entscheidenden schritt zur eigenen qualitätskontrolle und zur echten kostenträgerrechnung bedeuten würde. da aber kein kis-system dies im moment leisten kann, kann man sich nur auf die etablierung von standards zurückzeihen, die unabhängig vom dokumentierbaren fester bestandteil der krankenversorgung sind.


    gruß


    peter merguet

  • Zitat


    Original von merguet:
    frau klein, da die o.g. ziffern meiner kenntnis nach keine einfluss auf die gruppierung haben, sind sie demnach auch nicht erlösrelevant.


    Man darf aber mutmaßen, daß die Ziffern eventuell auch keine Trigger zur Fallschweregradunterscheidung in Australien waren, und in der Fallkostenkalkulation in .de auch potentielle Intensivkosten in den Pauschalen enthalten sind (immer im großen Schnitt).
    Natürlich fährt man dann bei uns besser, wenn diese Intensivkosten nicht entstehen ;)


    Zitat


    es bleibt mithin doch problem des einelnen krankenhauses, die patietnen durcxh intensivüberwachung &quot;überzuversorgen&quot;


    Was sein muß, muß sein. Da wird erst die nachhinkende Qualitätskontrolle Einfluß nehmen.


    Zitat


    herr hirschberg, leider haben es unser lieben `player` nicht geschafft, ein system zu etablieren, was die tatäschliche leistung auch abbildet. das wäre natürlich der traum jeden arztes und auch jeden betriebswirtes, weil es endlich einen entscheidenden schritt zur eigenen qualitätskontrolle und zur echten kostenträgerrechnung bedeuten würde.


    Aber die echte Kostenträgerrechnung ist doch auch nicht das erklärte Ziel.


    mfG


    Christoph Hirschberg

  • Aber die echte Kostenträgerrechnung ist doch auch nicht das erklärte Ziel.



    mfG


    Christoph Hirschberg



    allenfalls für das einzelne haus, um hebel für wirtschaftlicheres arbeiten zu haben bzw. detektieren


    gruß


    peter merguet