Geplante Cürettage mit Cervixpriming stationär abrechenbar?

  • Liebe Forums-Besucher,


    in unserer Gyn-Belegabteilung ist es Usus, geplante Kürettagen abends aufzunehmen und in den späten Nachtstunden Cergem zur Zervixerweichung zu verabreichen, um am darauffolgenden Tag die Cürettage durchzuführen. Begründung ist, dass nach der Fachinfo des Herstellers unter Cergem eine engmaschige / kontinuierliche Überwachung zu gewährleisten sei. Der MDK-Gutachter (ein Gynäkologe) sieht hier keine Begründung für einen stationären Fall, das ganze können anders organisiert werden und sei auch ambulant erbringbar. Wie sind dazu die Erfahrungen in anderen Häusern? Habe ich irgendeine Chance, die stationäre Behandlung notfalls juristisch durchzusetzen?


    Danke schon mal für hoffentlich viele hilfreiche Antworten...
    S. Brand

  • Hallo,
    wenn wirklich Cergem verwendet wird, ist das begründend für eine stationäre Behandlung, da schwerwiegende Kreislaufkomplikationen beschrieben sind und der Hersteller darauf auch im Beipackzettel hinweist. Mir sind aber auch gynäkologische Abteilungen bekannt, die inzwischen Zytotec sowohl oral als auch vaginal anwenden. Auch da ist mit Kreislaufproblemen zu rechnen. Bei intrauterinem FT oder missed abortion ist zudem mit plötzlich einsetzender Blutung zu rechnen. Damit wäre gegen eine ambulante Vorgehensweise zu argumentieren.
    Gruß

    Dr.Gerhard Fischer
    Medizincontroller/Frauenarzt