5-839.7 nur bei ventralem Zugang?

  • Hallo,


    um bei einer Skoliose OP in die I06A zu kommen, müsste man ein "Release in erster Sitzung" verschlüsseln. Durch neuere OP Techniken ist aber ein ventrales (transthorakales) Release kaum mehr nötig, wofür dieser Code eigentlich entwickelt worden sein dürfte. Wenn man nun vor der eigentlichen Skoliose-Korrektur, jedoch in der selben OP, noch ein ausgiebiges Release durch den selben OP-Zugang macht, d.h. multiple Osteotomien, kann man das dann auch mit der 5-839.7 (Release in erster Sitzung) verschlüsseln?

  • Würde ich nicht tun, der Begriff "in erster Sitzung" wurde meinen Informationen nach für einen zweizeitiges Vorgehen geschaffen.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo,


    der OPS 5-839.7 lautet: "Release bei einer Korrektur von Deformitäten als erste Sitzung, Inkl.: Bei Skoliose"


    Ein ventrales Release ist also im Gegensatz zum OPS 5-837.5 (Dorsale Korrektur mit ventralem Release) nicht erforderlich.


    Das vor einer Korrekturspondylodese von fixierten WS-Deformitäten erforderliche Release ist eine sehr aufwendige Prozedur, die im Sinne der DKR P001f üblicherweise nicht in den OPS für eine Korrekturspondylodese enthalten ist und somit gesondert kodiert wird.


    Aus dem Wortlaut "als erste Sitzung" geht nicht zwingend hervor, dass es sich hierbei um eine eigenständige Operation handeln muss. Warum sollte das erste Release bei WS-Deformitäten nicht in der gleichen (ersten) Sitzung mit der anschließenden Korrekturspondylodese erfolgen dürfen?
    Ein einzeitiges Vorgehen wäre, soweit es medizinisch vertretbar und operationstechnisch möglich ist, außerdem sicherlich wirtschaftlicher sein als ein Splitten in zwei Operationen.


    Wer kennt sich mit der Kodierung solcher komplexen Korrektur-Operationen aus? Was sagen die entsprechenden Fachgesellschaften dazu?


    Beste Grüße
    Konsiliarius

  • Die DWG sagt genau das: Zweizeitig. Als Sitzung wird auf eine durchgehende Anästhesie verwiesen. Also zwei Eingriffe.



    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo,


    es geht nicht darum, dass es nicht einzeitig sein darf, sondern in bestimmten Fällen eben das zweizeitige Vorgehen notwendig ist. Um hier diese Fälle über den OPS entsprechend zu kennzeichnen, wurde der Kode ursprünglich eingeführt.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Grüße zusammen,


    das heißt, ich kann den OPS auch kodieren, wenn der Zweiteingriff in einem folgenden Aufenthalt geplant wird, oder muss dieser im selben Aufenthalt stattfinden?


    Herzlichen Dank+viele Grüße

    da_MediCo