Monokausale Kodierung

  • Hallo,
    Ich habe eine Frage zur Monokausalität Kodierung.
    In der Zahnklinik werden stat. Zahnextraktionen durchgeführt , meist bei Pat. mit Gerinnungsstörungen (Marcumarpat., Wilebrand Syndrom etc).
    In der Abteilung wird die Zahnex und die Gingivaplastik (erlösrelevant) kodiert.
    MDK sagt geht nicht wg. Grundsatz der monokausalen Kodierung...,
    Jetzt will ich dagegen argumentieren, dass nicht nach jeder Zahnex die Verschiebeplastik durchgeführt wird. Wundfläche verschließen um Nachblutungen zu minimieren, da diese Pat eine erhöhte Nachblutungsgefahr haben. Erfolg? :/

    Was meint Ihr? Erfahrung, Tipps ?!
    Vielen Dank Jenny

  • Hallo Jenny510,

    wenn die Gingivaplastik nicht normaler Bestandteil der Zahnextraktion ist, und das ist sie sicher nicht, sondern nur in diesen Spezialfällen aus gutem Grund und zusätzlich gemacht wird, können Sie diese zusätzlich kodieren.

    Es bedarf im Übrigen auch nicht eines gesonderten Hinweises im OPS, dass die Gingivaplastik ggf. zusätzlich zu kodieren ist (FAQ DIMDI).


    Viele Grüße
    Medman2

  • Guten Morgen, Forum,

    ich bitte um Unterstützung bei der folgenden Kodierung:

    OP-Bereicht:

    Eingriff:

    Rückenlage und Auslagerung beider Arme auf gepolsterten Armschienen. Desinfektion und Abdecken mit sterilen Tüchern. Mediane Laparotomie mit links-umschneiden des Nabels. Nach Vervollständigen der Laparotomie Herausluxieren der deutlich dilatierten Dünndarmschlingen. Hier zeigt sich, dass eine Schlinge in das kleine Becken zieht, parallel hierzu verläuft ebenfalls ein Omentumstrang. Dieser wird mittels blauer Schere gelöst, dann Einsetzen eines Fritsch-Hakens nach caudal und Exploration. Es zeigt sich, dass bei der Patientin eine inkarzerierte Hernia obturatoria linksseitig vorliegt. Vorsichtiger Versuch des Herausluxieren des Darmes, was sich als frustran erweist. Somit wird der Darm zunächst abgesetzt, sowohl im Bereich der zu- und abführenden Schlinge, die sich als Hungerdarm darstellt. In der Folge Herausluxieren des karzerierten Darmanteils sowie eines kleinen Stückchen Omentums. Mittels Katheter Spülen des Bruchkanals mit 150 ml NaCl, da es beim Herausluxieren des Darmanteils auch zur Entleerung von Eiter gekommen ist. Aus diesem Grunde ist ein Verschluss der Hernie ebenfalls nicht angezeigt. Der Versuch das vorgewölbte Peritoneum herauszuluxieren gelingt nicht.

    Nun Zuwenden zum Dünndarm. Hier zeigen sich im Bereich der zuführenden gestauten Schlinge fleckartige Läsionen, sodass aus Gründen der Risikominimierung bei der betagten Patientin der Entschluss zur Resektion dieses Anteils (ca. 120 cm) gefasst wird. Zuvor jedoch Dekompression des Dünndarms über einen Kamerabezug in den untergestellten Mülleimer. Dann erneute Exploration der Darmschlingen. Die zuführende Schlinge beträgt ca. 160 cm ab Treitz, die abführende Schlinge 200 cm bis Bauhini. Nebeneinanderlegen der Schlingen. Zunächst Erstellen einer seroserösen Hinterwandnaht. Dann mittels GIA 65 mm Erstellen einer anisoperistaltischen Seit-zu-Seit-Jejuno-Ileostomie. Der endständige Defekt wird mittels Vicryl 3/0 fortlaufend verschlossen. Zusätzlich erfolgen Z-Nähte im Bereich der Vorderwand zur Deckung der Stapler-Anastomose. Dann Verschluss des Mesenterialschlitzes fortlaufend mit Vicryl 3/0. Die Zählkontrolle stimmt. Ausgiebige Lavage und Absaugen des Sekretes. Handschuhwechsel. Über dem linken Unterbauch Einbringen einer 15 Charriere Robinsondrainage, die im Bruchkanal platziert wird. Von rechts ausgehend Einbringen einer 21 Charriere Robinsondrainage und Platzierung im kleinen Becken. Annaht jeweils mit Mersilene. Dann Faszienverschluss mittels zweier mittig geknoteter PDS-Schlingen. Kontrolle auf Bluttrockenheit subcutan. Hautverschluss mittels Hautklammernahtgerät. Desinfektion. Steriler Verband.

    Meine Frage:

    Ist der OPS Kode 5-459.0 Bypass-Anastomose des Darmes nach der DKR P003 ( monokausale Kodierung) in der Hauptprozedur 5-454.10 bereits enthalten?

    Vorab vielen Dank.

    B. Schrader

  • Hallo,

    eine Anastomose ist bei einer Darmresektion (hier 5-454.10) bereits enthalten. Unter dem OPS ist als Inklusivum angegeben: Inkl. Rekonstruktion.

    Eine Bypassanastomose ist auch etwas anderes: Hier wird kein Darm reseziert, sondern ein Darmabschnitt aus der Darmkontinuität herausgenommen und durch eine Anastomose von einem davor liegenden und einem danach liegenden Darmabschnitt ausgeschaltet. Dies kann erforderlich werden, wenn Darm durch einen Tumor so stark befallen ist, dass ein Ileus besteht/droht und der Tumor so ausgedehnt ist, dass der Darmabschnitt nicht reseziert werden kann.

    MfG AlterEgo

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für Ihre Hilfe.

    Gruß,

    B. Schrader