MDK-Anfragen im PEPP

  • Guten Morgen!
    Seit Januar diesen Jahres rechnen wir mit PEPP ab und seit etwa 14 Tagen werden wir mit MDK-Anfragen erschlagen. Selbst Krankenkassen, die in der Vergangenheit zögerlich mit MDK-Anfragen umgingen sind dabei. Überwiegend geprüft werden sollen die Intensivmerkmale, die ein Zusatzentgelt auslösen.


    Fragen der Kasse:
    Ist die PEPP korrekt?
    Ferner: Legen Sie Nachweise zu OPS 9-61, OPS 9-62 un OPS 9-64 bei
    - siehe auch Dateianhang mydrg.de/content/index.php?attachment/400/


    Da diese Nachweise sehr ausführlich sein sollen, möchte ich gerne Ihre Meinung dazu wissen.
    Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie verhalten Sie sich? Was schicken Sie alles zum MDK? usw.


    Ich freue mich schon auf Ihre Antworten!
    Vielen Dank

  • Hallo,


    so ist das auch bei uns. Die Prüfquote ist von ca. 2% auf über 7% gestiegen, Tendenz weiter steigend.
    Häufigste Prüfgründe sind die ET (von den Kassen immer noch falsch als ZE bezeichnet).
    Unser MDK (Ba-Wü) fordert immer alles an, also schicken wir die komplette Krankenakte mit allem Drum und Dran.


    Viele Grüße - NV

  • Hallo NuxVomica!


    Komplette Krankenakte ist ok. Die wird von uns auch geschickt.


    In einer Fortbildung hörte ich von Kollegen einer Kinder- und Jugendpsychiatrie (auch Ba-Wü), dass der MDK Arbeitsverträge von Mitarbeitern anfordert, damit ersichtlich ist, dass sie auch Leistungen erbringen, für die sie eine Ausbildung in der jeweiligen, in den Primärkodes (9-60 bis 9-63) spezifizierten Berufsgruppe abgeschlossen haben und in einem dieser Berufsgruppe entsprechend vergüteten Beschäftigungsverhältnis stehen.


    Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht?


    PS: warum ist mein Dateianhang nicht mehr sichtbar?

  • Guten Morgen!


    Wir sind in der gleichen Situation, wenn auch die Fragestellungen etwas variieren. Es kam auch schon mehrfach vor das wir nach der "korrekten DRG" gefragt werden 8| ....
    Wir verschicken nur das was explicit nachgefragt wird und was unserer Meinung nach die Intensivmerkmale bzw. die daraus resultierenden OPS Codes erklärt.
    Zusätzlich haben wir uns ein "Formular" erstellt das die Mindestmerkmale bzw. -anforderungen unserer Klinik erschöpfend darlegt, auch die unsägliche Geschichte mit dem entsprechend vergüteten BlaBla..., gezeichnet von Geschäftsführer und Chefarzt. Was hier akzeptiert wird muß abgewartet werden.
    Möglicherweise war ich in der selben Fortbildung (Econt München?)


    Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald

  • Guten Tag,


    mich würde interessieren, wie Sie die erfüllten Intensivmerkmale "belegen"? Dokumentieren Sie, bzw. Ärzte und/oder Psychologen, tatsächlich täglich etwas Ähnliches wie einen psychopathologischen Befund? Auch an Wochenenden und Feiertagen, an denen die ärztliche Besetzung ja doch etwas ausgedünnt ist?


    Mit freundlichem Gruß


    Jorge

  • "Für den Nachweis der Merkmale ist die Regeldokumentation in der Patientenakte ausreichend" - Dementsprechend gehe ich davon aus, dass eine ärztliche/psychologische Dokumentation der Mindestmerkmale nicht erforderlich sei.

  • "Für den Nachweis der Merkmale ist die Regeldokumentation in der Patientenakte ausreichend" - Dementsprechend gehe ich davon aus, dass eine ärztliche/psychologische Dokumentation der Mindestmerkmale nicht erforderlich sei.

    Guten Morgen,


    das sehen wir ebenso, wir haben hier eher die Pflege geschult und gestärkt in der wirklich Defizit orientierten Dokumentation. Ein durchaus schwieriges Unterfangen da dies immer noch falsch verstanden wird. Eine tgl. Dokumentation der Behandler (Ärzte/Psychologen) ist fast nicht zu schaffen, allerdings haben wir ein "Stammblatt" in dem Dinge wie Unterbringung, Ausgangsregelung, Suizidalität etc. angeordnet und abgelegt werden und hier wird akribisch auf korrekte Doku geachtet.


    Freundliche Grüße

  • Hallo,


    suse104 : Bzgl. der defizitorientierten Dokumentationsweise gebe ich Ihnen Recht, dass allein das eine schwierige Aufgabe ist...! Ihr "Stammblatt" hat mich allerdings neugierig gemacht, da wir in unserem Haus z.Zt. auch daran arbeiten, eine möglichst klare/eindeutige "Checkliste" anzulegen, in welchem sowohl für die Intensivbehandlung als auch für die Betreuungsintensität (psychisch, somatisch, sozial) eindeutige und für jeden (einheitlich) verständliche Kriterien festgelegt werden sollen, die möglichst "MDK-wasserdicht" sein sollen. Wir planen zudem einige Fallbeispiele sowie "Faustregeln" hierfür selbst zu "entwickeln"/sammeln, damit unsere Ärzte konkrete Fälle zum Nachlesen/Vergleichen haben.
    Wären Sie an einem entsprechenden Austausch interessiert?

  • Guten Morgen!
    @'Kodier-Assi, sehr gerne! Ich bin immer für einen Austausch und frischen Input, nur gemeinsam kann man in diesem System bestehen ;)

  • Guten Morgen!
    Ich freue mich sehr über die rege Beteiligung. Danke dafür!


    @NV und @Suse 104: Wie sehen die Ergebnisse des MDK-Prüfung aus? Gibt es Probleme wegen fehlender/unzureichender Unterlagen? Wir haben bisher noch keine Rückmeldung bekommen.


    suse104 : Nein, ich war nicht bei Econt München?


    @ Jorge: Auch wir haben die Pflege in Defizit orientierter Dokumentation geschult (mit mehr oder wenigem positiven Erfolg) und gehen davon aus, dass hier eine Regeldokumentation ausreichend ist. Wir arbeiten mit der elektroischen Patientenakte, nur die Fieberkurve fehlt noch (Agfa NICE).


    Kodier-Assi : wir haben ebenfalls das Stammblatt. Es wird jedoch von ärztlicher Seite aktuell noch sehr vernachlässigt. Wir sehen es auch so wie suse104, dass dies aber sehr hilfreich und auch notwendig ist. Ist eine sehr gut Idee mit den Fallbespielen und "Faustregeln". Bin an einem entsprechenden Austausch interessiert.


    Liebe Grüße

  • Hallo,
    das klingt doch wunderbar! :-)
    Verwenden Sie (jammerkater & suse) eigentlich ein einheitliches "Stammblatt", welches online irgendwo verfügbar ist, oder haben Sie diese (unterschiedlichen) Stammblätter selbst entwickelt? Und dienen diese der Rechtfertigung der Intensivbehandlung auf Ihren Stationen oder was sind Ihre Absichten hinter der (verpflichtenden) Einführung eines solchen Stammblattes?
    Sobald bzgl. unserer Checklisten für die Intensivbehandlung / Betreuungsintensität und selbst-entwickelte Fallbeispiele Dokumente bestehen, lade ich diese einfach in diesem Thread hoch, sodass der Austausch darüber weitergehen kann. So sparen wir einander unnötige weil doppelte Arbeit. :-)


    Freundliche Grüße