Kardiale Dekompensation versus TAA / Vorhofflimmern

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    kennt jemand eine zitierfähige Quelle bzw. hat einen zielsicheren Argumentationsansatz bei Konstellationen der Aufnahme von Patienten mit kardialer Dekompensation unter Tachyarrhythmie bei / und Vorhofflimmern?


    Ansatz Ätiologie / Manifestation ?


    Ansatz konkurriernde Hauptdiagnosen ?


    Vielen Dank vorab


    Stephan Wegmann

  • Guten Tag



    “Acute decompensation heart failure (ADHF), that is, the new onset ofsevere HF or the sudden intensification of chronic HF, is a life-threateningcondition that usually requires hospitalization and is, in fact, the most common cause ofhospital admission among patients with HF.


    ADHF may result from 1 or more precipitating events, including thedevelopment of a variety of dysrhythmias;…”


    http://heartfailure.onlinejacc…le.aspx?articleID=1568320



    Gruss


    E Rembs

  • Hallo, Herr Rembs


    danke für dei Rückmeldung - ich werde mal am Wochenende die benannte Quelle studieren.


    Dennoch auf diesem Wege noch einmal die Frage in das Forum, wie die Kollegen konkret mit dieser Konstellation umgehen?


    Muss aktuell entscheiden, ob ich einen Casus beklagen lassen.


    Aufnahme mit VHF und kardialer Dekompensation; Re - Rhythmisierung mittels Kardioversion und med. Konversion. Zudem Rekompnesation mittels oraler Furosemid - Gabe. Hierunter binnen 9 Tagen 4 kg Gewichtsreduzierung.


    Viele Grüße


    Stephan Wegmann

  • Hallo, Medicos


    die Kollegin aus der Fachabtelung argumentiert dahingehend, das hier konkurrierende Hauptdiagnosen vorliegen würden und die Verweildauer eher durch die Rekompensation begründet wäre.


    Wie bewerten Sie dieses ?


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende


    Stephan Wegmann

  • Guten Morgen,


    überlegen sie auch bei den Fällen die mit einer Lungenembolie beiThrombose aufgenommen werden??? Hier kodieren sie auch die Thrombose???


    Hallelujha


    Gruß Attila

  • Hallo Attila,
    bei einer Thrombose kommt es zur LE. Damit ist hier klar eine zeitliche Abfolge gegeben. Das ist bei der Kombination VHF und Dekompensation nicht so einfach. Eine kardiale Dekompensation kann im Rahmen der damit verbundenen Prozesse zu einem VHF, bzw. einer TARA führen. Genauso kann aber auch eine TARA zu einer Dekompensation einer Herzinsuffizienz führen. Retrograd rauszufinden, was eher vorhanden war, ist eher schwierig

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    das dürfte schon klar sein. Deshalb ist ein guter Ebrief mit den Ideen zu dem Fall vom behandelnden Arzt doch meist die Lösung des Problems. Der MDK wird so oder so Variante B aus dem Hut zaubern...


    Gruß Attila

  • Sehr geehrter Herr Wegmann,


    das sind für mich konkurrierende Hauptdiagnosen. Ätiologie/Manifestation spielt außerhalb des +/*-Systems keine Rolle, eine kardiale Dekompensation ist ein eigenständiges Krankheitsbild, ebenso wie die TAA.


    Mit freundlichen Grüßen


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo,
    ich finde Hr. Horndasch bringt es auf den Punkt, wir wissen alle nicht was zuerst da war neue TAA oder die kardiale Dekompensation im Prinzip wird immer beides behandelt, ich meine es handelt sich wieder mal um einen Inek Berechnungsfehler oder DRG-Zuweisungsfehler!!! die Kombination muss eigentlich logischwerweise in die gleiche DRG führen! dann gäbe es auch keinen Streit den sowieso keiner lösen kann, da beide Varianten der Haupt- und ND Reihenfolge irgendwie begründbar wären,(s.o.) Und wie der MDK dahingehend über uns gestellt ist weiß hier jeder.
    Es wird so viel komplexe DRG-Systematik betrieben! warum, nicht einfacher machen...
    (hab ich mal vor einiger Zeit versucht als Vorschlag einzubringen, wurde aber schnell abgewiesen da es ja woh klare Zuweisungen gäbe...


    sorry, war jetzt auch nicht hilfreich...nur für die Seele


    rokka

  • Hallo Hr. Münsterländer und an alle anderen,


    haben Sie oder jemand im Forum so eine Konstellation nun schon mal beklagt oder klären lassen?

    Problem liegt ja kostentechnisch nach 4 Jahren immer noch vor 1600 vs. 3000 Euro!!!


    MfG


    reinhold

  • Hallo

    Vielleicht noch eine kleine Ergänzug: Selbst der MDK sieht eine Herzinsuffizienz als eigenständige Erkrankung unabhängig von der Ursache (Siehe SEG4 Nr 82). Wenn beides ab Aufnahme behandelt wurde, entscheidet schon nicht mehr der Brief sondern der höhere Ressourcenverbrauch. Und den hat der Inek durch das RG der jeweiligen DRG bereits berechnet.

    Gruß