Komplikation nach Hysterektomie

  • Hallo Forum ...


    eine Patientin entwickelte nach einer Hysterektomie im März eine Peritonitis. Die obere Grenzverweildauer des ersten Falles ist überschritten, folglich kann eine neue DRG abgerechnet werden.


    Frage:
    HD: K65.9 Peritonitis
    ND: T81.4 Infektion nach einem Eingriff


    ergibt DRG G12A


    oder darf die T.x Diagnose in diesem Fall nicht kodiert werden?


    Viele Grüsse aus dem sonnigen Niedersachsen


    Claudia



    :lickout: :look: :lickout:

  • Hallo Frau Lindner,


    im Prinzip finde ich, gehört die T81.4 dazu. Ob am Ende der Behandlung eine A-DRG abgerechnet werden soll? Solche Entscheidung treffe ich dann oft mit der Frage: ist der Fall adäquat vergütet oder nicht? Im Einzelfall bin ich der KK auch schon entgegen gekommen und habe einen Code weggelassen bzw. weggenommen. Statt K65 könnte auch N73.3 od. 4 in Frage kommen, geht dann nach DRG T61B Postop. Inf.



    --
    Einen freundlichen Gruß vom MDA aus Schorndorf

    [size=12]Freundlichen Gruß vom Schorndorfer MDA.

  • Tja, also wenn ich die 1919a richtig verstanden habe, geht nur die Peritonitis.
    -----------------------------------
    Zitat DKR
    1919a Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer
    Behandlung
    Die Kategorien T80-T88 Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert in Kapitel XIX der ICD-10-SGB-V stehen zur Kodierung bestimmter Komplikationen zur
    Verfügung, die in Zusammenhang mit Operationen und anderen Eingriffen auftreten, zum Beispiel Infektionen von Operationswunden, mechanische Komplikationen von Implantaten,Schock usw.
    Diese Kategorien sind nur dann zu verwenden, wenn kein spezifischer Kode aus einem anderen Kapitel der ICD-10-SGB-V zur Verfügung steht.
    --------------------------------------


    Die Peritonitis steht aber zur Verfügung, und dann kann ich nicht noch zusätzlich die T81.4 angeben, das wäre ja gedoppelt... Die Y84.9 geht natürlich auch noch.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke


    --
    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke
    Arzt für Dermatologie / Allergologie
    Medizincontroller
    Herzzentrum Göttingen
    http://www.herzzentrum-goettingen.de

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    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo Herr Blaschke,


    das sieht auf den ersten Blick so aus, wenn man weiterliest, bekommt man eine andere Auffassung.
    DKR 1919 a
    Die meisten anderen Kategorien der ICD-10-SBG-V enthalten Kategorien für Zustände, die entweder als Folge bestimmter Prozeduren oder als Folge der Entfernung eines Organs auftreten (z. B. Hypothryreose nach Strahlentherapie).[...]


    Beim codierten K65.9 fehlt dieser direkte Bezug.


    1919 a bedeutet der K65.9 kann als Komplikation nicht alleine stehen, da er nicht Peritonitis nach OP heißt.


    Oder???


    Schönes Wochenende ...


    Claudia




    :chili: :chili: :chili:

  • Ja, aber bei der F09 fehlt er ebenso (s. Beispiele 1919a), und trotzdem wird die F09 und nicht Txx genommen.


    Es macht ja auch vom Aufwand her Sinn. Man behandelt die Peritonitis, und zwar unabhängig von der Ursache. Ansonsten würde man sagen, die postoperative Peritonitis mache mehr Aufwand als eine Peritonitis anderer Ursache, wo ich keine Txx codieren kann.


    Schönes Wochenende,


    V. Blaschke


    --
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