Kodierung Dekubitus

  • Hallo,
    ein Patient kommt mit einen Dekubitus (Grad3). Innerhalb des Verlaufes verbessert er sich ungemein und zur Entlassung ist er abgeheilt.
    Wie verschlüssel ich den Dekubitus zur Entlassung?
    Aufnahme- und Verlaufsdiagnosen sind für die DRG- ermittlung nicht relevant, somit spiegelt sich der Aufwand der Behandlung in der Abrechnung nicht wieder, wenn ich den aktuellen Stand zur Entlassung (abgeheilt) codiere.


    Vielen Dank

  • Wenn der Dekubitus 3. Grades die Aufnahme veranlasst hat, kodieren Sie ihn als HD, sonst als ND.
    Dass eine Krankheit nach einem KHS-Aufenthalt abgeheilt ist, ist meistens so (hoffentlich), trotzdem kodieren Sie ja die ursprüngliche Krankheit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Breitmeier

  • Hallo,


    es wird der schwerste Grad herangezogen zur Kodierung.
    Vgl. pAVK-Kodierung.


    Schönen Feierabend,


    F15.2

    Grüße aus dem Allgäu ^^

  • Guten Tag!

    Eine Patientin mit schwerer, immobilisierender MS und Kniegelenkskontraktur entwickelt eine Nekrose über der Patella. Nach diversen lokalen Debridements ohne Heilungsaussicht erfolgt eine Oberschenkelamputation. In pathologischen Befund wird eine geringgradige Arteriosklesose beschrieben. Eine Arteriosklerose war bislang nur in den Carotiden bekannt.

    Strittig ist hier die HD: Dekubitus oder pAVK?

    Freundlicher Gruß
    Gefäßchirurg

  • Hallo Gefäßchirurg,

    sicherlich kann ein Dekubitus an der Ferse oder wie hier über der Patella durch eine pAVK begünstigt oder sogar hauptsächlich mit verursacht werden. Bei nur geringgradiger Arteriosklerose gehe ich mal eher von "begünstigt" aus und nicht von "ursächlich". In dem von ihnen beschriebenen Fall würde ich daher den Dekubitus als HD kodieren. Schließlich sind die Kontrakturen und auch die Immobilität sicherlich auch mit "verantwortlich" zu machen.

    MfG findus

  • Hallo Findus!


    Genau meine Meinung. Aber der MDK und leider auch ein externer vom Gericht bestellter Gutachter (Chirurg/Unfallchirurg) sehen die pAVK und nicht den Dekubitus als HD.

    Freundlicher Gruß
    Gefäßchirurg

  • Hallo,


    kommt auch auf die Wertung in der Dokumentation an, wenn überall stehen würde Ulcus/Dekubitus bei pAVK dann schlecht. Wird aber sicher multifaktoriell sein mit entsprechenden Diagnosen, dann kann man nämlich nicht mehr monokausal kodieren dann Ulcus/Dekubitus HD.


    MfG


    rokka

  • Hallo,

    letztlich wurde die Oberschenkelamputation sicherlich wegen der fehlenden Heilungsaussicht bei Lagerungsproblemen im Rahmen der Gelenkkontrakturen durchgeführt und weil es bei Immobilität keine "Konsequenzen" für die Pat. hat. Wenn der Stumpf ohne Komplikationen verheilt ist, spricht es m. M. nach dafür, dass die pAVK hier nicht ursächlich war. Bei einer wirklich relevanten pAVK hätte man doch sicher noch angiologisch "was gemacht", um die Durchblutung zu verbessern, außer die Amputation erfolgte eher proximal. Daher m. E. der Dekubitus definitiv als HD zu wählen.

    MfG findus

  • geringgradige Arteriosklerose ist aber keine pAVK. Relevante Stenosen hätte der Pathologe sicher besser gesehen als alle anderen Fachgebiete vorher...


    MfG


    rokka