• Guten Tag,
    und bitte um Hilfe!


    Unser MDK torpediert wo es geht unsere Mangelernährungscodes mit der E90*!!! Vor allem bei Krebspatienten!
    Begründung Kreuz-Stern-Systematik verlangt das! (DKR D012)
    Ich habe schon argumentiert das ja die E44 etc. das Problem viel spezifischer beschreibt,müsste also eher dann noch dazukodiert werden. Die E90* ist doch total unspezifisch, steht am Ende des Kapitels - ohne weitere Erläuterung in die ICD hingeklatscht (sieht aus wie eine absichtliche billigere Ausweichdiagnose für den MDK)
    Hat einer Ideen?! - was soll das überhaupt sein E90* Ernährungs-und Stoffwechselstörung bei andernorts klassifizierten Krankheiten...Ernährungstörung/Mangelernährung hat doch (abgesehen von reiner armutsbedingter Magelernährung) immer eine Ursache, sprich Diagnose internistisch, chiurgisch, zahnmedizinisch oder psychisch . mE. total sinnlose Diagnose.


    Vielen Dank im Voraus
    rokka

  • Hallo nochmal...
    also wenn keiner damit bisher konfrontiert war bitte auch schreiben..dann scheint es ja nämlich ein hier vor Ort MDK-eigener Gedankengang zu sein.

  • Hallo rokka,


    wir bekommen ebenfalls Gutachten, in denen die E90* anstatt einer kodierten Nummer aus E40-E46 oder R64 vorgeschlagen wird. Sie sind also nicht alleine mit Ihren MDK-Gutachten, oder haben wir denselben Gutachter?! :)


    Ich sehe diesen Sachverhalt genau wie Sie, der Kode ist unspezifisch und beschreibt letztendlich rein gar nichts.


    Eine Klassifikation wie der ICD hat zum Ziel, medizinische Sachverhalte in festgelegte Kategorien einzuordnen. Und wie in jeder anderen Klassifikation auch, muss der Kode so genau wie möglich sein, sodass die Rückübersetzung in Klartext den zu kodierenden Sachverhalt so exakt wie möglich beschreibt.


    Demzufolge ist auch eine der Grundregeln, die das DIMDI aufführt:


    „Es wird immer so spezifisch wie möglich kodiert. Restgruppen wie "sonstige" oder "nicht näher bezeichnet" werden nur dann kodiert, wenn tatsächlich keine spezifische Information dokumentiert ist.“


    Wie kann nun eine E90* spezifischer sein als z. B. eine R64 oder eine Nummer aus Kategorie E40-E46, wenn sie den Sachverhalt exakt beschreiben? Zumal R64 durch den MDK selbst in seinen SEG definiert wird und allgemeiner Konsens ist.


    Nebenbei finden Sie im alphabetischen Verzeichnis keinen einzigen Eintrag, wann und in welcher Kombination E90* zu verwenden ist, hingegen unzählige Einträge in Zusammenhang mit o. g. Nummern.


    Würde mich auch über weitere Antworten freuen.


    LG

    Einmal editiert, zuletzt von S.Poetzsch ()

  • Hallo,
    und Danke.
    hatte diese Frage auch den Kodierfachkollegen einer DRG2017er Weiterbildung Innere gestellt. Die kannten dieses Problem (im übrigen auch diese ICD-Nummer) nicht.
    Problem scheint also lokal angesiedelt zu sein (östl. Norddeutschland?)

  • Hallo,


    jetzt beruft sich der MDK bei dieser Thematik z.b. bei Eiweißmangel/Albuminmangel obwohl im Alphabet. Verzeichnis unter E46 zu finden auf E90* da der zugrundliegende Sachverhalt so näher beschrieben ist, denn unter E46 steht ...,nicht näher bezeichnet (und nach Alphabet kommt ja noch die Systematik in der ICD u. die DKR mit Kreuz-Stern).

    Aber das kann doch echt nicht so vom DIMDI gemeint sein?! Bewertet vom Inek ist die E90* ja sicher darum nicht, weil sie außer unser MDK sonst nie einer benutzt, daher gibts ja auch keine Berechnungsgrundlage.

    Gibts neue Erfahrungen, ggf. Urteile?


    MfG


    rokka

  • Hallo Forum,


    es spricht ja gar nichts dagegen, die E90* im Rahmen einer Kreuz-Stern-Kodierung zu verwenden.

    Aber wieso sollte dadurch die zusätzliche Verwendung eines Kodes aus E40-E46 ausgeschlossen sein, wenn hierdurch weitere Informationen übermittelt werden können :/?

    Ich verweise nur auf das Beispiel 10 in DKR 0403. Hier wird der diabetische Fuß mit E10.75 kodiert, die Stern-Diagnose I79.2* und zusätzlich die I70.24.
    Es findet sich der ausdrückliche Hinweis:" Der Kode I70.24 Atherosklerose der Extremitätenarterien (...) dient in diesem Beispiel zur näheren Spezifizierung der durch das Kreuz-Stern-System beschriebene Diagnose".


    Insbesondere wenn man den Grad der Mangelernährung benennen kann (Ernährungsassesment durchgeführt), ist E43/E44 zusätzlich kodierbar.

    Viele Grüße aus Melle
    Dr. Th. Wagner 8)
    Facharzt für Chirurgie
    Leiter Medizincontrolling
    christl. Klinikum Melle