Genauigkeit des Medinfoweb Kostentools

  • Hallo Zusammen,


    da ich noch neu im DRG Bereich bin, hoffe ich hier Anregungen, Tipps etc zu bekommen zu folgender Problematik:


    Ein externer Berater fand bei einer Prüfung bzgl Kosten in einer kardiologischen Abteilung heraus, dass die tatsächlichen Kosten über denen der jeweiligen DRG liegen. Hierbei bezog er sich auf das Medinfoweb Tool.


    Meine Frage: Wie genau ist diese Tabelle und was ist bei dem Umgang mit ihr zu beachten? Was bedeutet es, wenn der Sachkostenanteil im Tool niedriger ist als die tatsächlichen Materialkosten? (Meinem Verständnis nach stellt das Tool nur die durchschnittlich abzudeckenden Kosten da- also müssten auch die durschnittlichen Gesamtkosten betrachtet werden und keine einzelnen Materialien) Und welche Faktoren können den Erlös der DRG noch beeinflussen? Bspw. eine höhere Verweildauer bei elektiven Aufnahmen. (Welche anderen Gründe können vorliegen?)


    Ich hoffe meine Fragen deutlich genug beschrieben zu haben.
    Vielen Dank.

  • Hallo MSKardio,


    zunächst zeigt Ihnen das Tool keine Kosten, sondern die Erlöse auf. Diese werden aus dem InEK-Browser unter "Kosten" ermittelt (Achtung, Umrechnung auf Landesbaserate erforderlich). Der Browser wiederum zeigt die Erlöse nur für Inlier.


    Die Gesamterlöse einer DRG teilen sich in die für die Hauptleistung (OP-Bereich, Anästhesie, Kreißsaal, Kardiolog. Diagnostik/Therapie, Endoskop. Diagnostik/Therapie, Kosten für Im- u. Transplantate - s. InEK-Browser Kostenarten und -bereiche). Diese werden für jeden Fall verweildauerunabhängig gleich vergütet.


    Die übrigen Nebenleistungserlöse (z.B. Kostenart ärztlicher Dienst/Station) unterliegen den uGVD-Abschlägen bzw. oGVD-Zuschlägen.


    Eine gute Übersicht finden Sie hier:


    Das Krankenhaus 01/2008: Siebers S., Helling J., Fiori W., Bunzemeier H., Roeder N.; Krankenhausinterne DRG-Erlösverteilung auf der Basis der InEK-Daten - Möglichkeiten und Grenzen.


    Je nachdem, welche Kosten Ihr Berater betrachtet hat, sind diese mit den Erlösen der InEK-Matrix gut abgleichbar (z.B. Sachkosten OP-Implantate). Dies funktioniert halbwegs auch mit den Personalkosten für z.B. ärztlichen Dienst und Pflegedienst, wobei da die Zuordnung der Kosten auf den einzelnen Fall schon schwieriger ist. Unübersichtlich ist dies jedoch bei den gemischten Bereichen (Sach- und Personalkosten), z.B. Kostenarten "Med. Infrastruktur", "Nicht Med. Infrastruktur".


    Viele Grüße


    Medman2