DKR-Psych Version 2018 / PEPP 2018

  • Guten Morgen GW,


    ich möchte gar nicht ellenlang antworten, da wir vom Thread-Thema mittlerweile ein Stück weit abgewichen sind. Ihre Hinweise widersprechen meinen ja auch gar nicht, sondern präzisieren diese eher.


    Trotzdem ein paar wenige Ergänzungen:

    • zu 1) Im PSY-Bereich (ja, in der DRG-Welt läuft es anders) funktioniert (nach den Neuregelungen des PsychVVG) die Erlösbildung wie folgt: Krankenhaus A verhandelt mit den Krankenkassen individuell das Gesamtbudget, z.B. 20 Mio. EURO. Dieses ist allerdings nicht völlig frei verhandelbar, sondern es gelten die bekannten Bedingungen der Zwei-Säulen-Theorie. Anschließend wird dieses Budget auf das PEPP-Leistungsspektrum aufgeteilt. Dies ist nur noch bedingt verhandelbar. Das dann gefundene PEPP-Leistungsgerüst hat einen Casemix-Wert (z.B. in Summe der einzelnen PEPP's von 80.000 Bewertungsrelationen), der eben, wie Sie richtig beschreiben, vom InEK auf IST-Kosten-Basis der Kalkulationshäuser durchkalkuliert wurde. Budget geteilt durch Casemix = krankenhausindividueller Basisentgeltwert, im Beispiel also 250,- EUR. Insofern kann ich Ihrer Bemerkung zustimmen, wenn wir von einer nur bedingten Verhandelbarkeit des Basisentgeltwertes ausgehen.
    • zu 2) Ich arbeite in einem frei-gemeinnützigen Haus, insofern sind mir Ihre Anmerkungen nicht fremd... ;-) Zu Ihrer Ausführung bzgl. der kommunalen Krankenhäuser: Sie haben die Geschichte um den Fall des Kreisklinikums Calw nicht zu Ende erzählt: Nach Rückverweisung des Falls vom BGH an das Berufungsgericht OLG Stuttgart hat dieses festgestellt (AZ 2U11/14 vom 23.03.2017), dass der Verlustausgleich des Landkreises Calw für seine Kreiskliniken kein Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht war und er nicht nur zulässig, sondern auch notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung im Einzugsgebiet zu gewährleisten ( siehe auch hier). Aber das nur am Rande: Schwierig wird es meiner Meinung nach vor allem dann, wenn eher das Gegenteil vorliegt, nämlich dass das kommunale Krankenhaus Erlöse erwirtschaftet, die in der Kommune zur Quersubventionierung anderer defizitärer Bereiche herhalten müssen. Krankenversicherungsbeiträge sollten nicht zweckentfremdet werden, das ist meine Botschaft. Und dies ist bei gemeinnützigen Häusern mit Einvernehmen noch am ehesten gegeben. Ihren weiteren Ausführungen zur nicht ausreichenden Investitionsfinanzierung der Bundesländer stimme ich zu.
    • zu 4, 1. Unterpunkt: Wenn Krankenkassen nicht erkennen wollen, dass es bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen nicht um ein 'entweder oder' sondern um ein 'sowohl als auch' geht, dann kann ich den Krankenkassen (und ich habe selbst längere Zeit bei einer großen Krankenkasse gearbeitet) auch nicht helfen.


    MfG,


    ck-pku