aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung ab 2018

  • Guten Tag,

    für den OPS "aufwendige intensivmedizinische Komplexbehandlung" wird ab 2018 gefordert:

    Ein Facharzt mit der Zusatzweiterbildung "Intensivmedizin" (die Behandlungsleitung oder ein anderer Facharzt mit der Zusatzweiterbildung "Intensivmedizin") muss täglich mindestens eine Visite durchführen"

    Nun wird bei uns täglich morgens um 8 Uhr vom Intensivmediziner die Visite durchgeführt. Genügt es für die Dokumentation, einen entsprechenden Standard zu formulieren oder muss wirklich in der Kurve stehen "Visite und entsprechende Befunde und abgezeichnet werden vom Intensivmediziner"? Haben Sie schon überlegt, wie Sie das umsetzen?

    Gruß vom

    DRG-Schlumpf

  • Guten Morgen,


    Sie dürfen wetten, dass genau da der nächste Prüf-Wahnsinn ansetzt.

    Stempel Mit Titel und WB, Handzeichen. Ein Standard wird sicher nicht reichen.

    Gruß


    merguet

  • Guten Morgen,

    danke für die Einschätzung, die ich im übrigen teile, aber man glaubt mir nicht ...

    Was ist "WB"?

    Und: hat schon jemand eine Idee, wie er das umsetzt?

    Gruß vom

    DRG-Schlumpf

  • Ich denke, wir werden nicht umherkommen, die entsprechenden Visitanten präemptiv zu dokumentieren.


    Einen anderen Punkt würde ich hier als Frage anhängen wollen:

    Intrakranielle Druckmessung oder Hybrid-Operationssaal für kardiovaskuläre Eingriffe ist im OPS 2018 einer der Voraussetzungen für die Abbildung der spez. Intensiv. Heisst nach meinem Verständnis, entweder habe ich eine Neurochirurgie oder Thoraxchirurgie im Hause....damit würden extrem viele spezialisierte Intensivstat. durch das Raster fallen und womöglich hs. die Uni's profitieren - oder sehe ich das falsch. Kardiovasculäre Eingriffe im Hybrid-OP impliziert doch auch komplexe Gefäßchirurgie, oder sind hier schwerpunktmäßig kardiochirurgische Eingriffe gemeint?

    Bin gespannt was so kommt.


    Vorab schönen Nikolaustag...

  • Im Ergebnis haben Sie sicher recht, die Intention der Änderung ist ja klar. Neurochirurgie oder Kardiochirurgie oder Gefäßchirurgie muß schon sein, im Ergebnis mit den anderen Änderungen (z. B. Streichung der Inneren und den Anwesenheitsbestimmungen) ist klar, in welchen Häusern man das verortet sieht.


    Viele Grüße,


    V. Blaschke

    _____________________
    Dr. med. Volker Blaschke

  • Hallo,

    und denken Sie daran, wie Sie an Samstagen und Sonntagen und außerhalb der Anwesenheitszeiten Montag bis Freitag die 30-Minuten-Grenzen für den Facharzt nachweislich einhalten wollen.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo doctom99,


    ich kann Ihnen da nur zustimmen. Bei mir entsteht der Eindruck, dass der OPS in den Uni´s verortet sein soll. Die Änderung mit den Messplätzen war ein erster Schritt, hat aber nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Mit dieser Änderung wird es wohl deutlich weniger KH´s geben die den OPS noch abrechnen können.


    MfG

  • Hallo,


    natürlich ist es Sinn dieses OPS, diejenigen Kliniken mit einer Hochleistungsintensivmedizin zu idenfizieren, weil diese höhere Strukturkosten hat. Eine Intensivstation mit einer Ausstattung zur Behandlung von Transplantationspatienten beispielsweise ist eben nicht unbedingt mit einer Wald- und Wiesen-Intensiv zu vergleichen, auch wenn diese die Voraussetzungen fürdie "normale" Intensiv-Komplexbehandlung erfüllt. Wenn dann fast alle, die vorher die "normale" Komplexbehandlung kodiert haben, nun die aufwändige Komplexbehandlung kodieren könnten, dann macht der neue Kode keinen Sinn.


    Ob allerdings OPS die richtige Methode ist, um unterschiedliche Strukturkosten zu beschreiben, ist eine andere Frage. Denn natürlich wird sich jede Klinik, die auch nur annähernd an die Strukturmerkmale rankommt, darum bemühen die Voraussetzungen zu erfüllen. es wird nicht die letzte Änderung am Kode gewesen sein.


    Gruß

  • Nachtrag:


    Übrigens ist es durchaus im allgemeinen Interesse, dass die Erlöse entsprechend der Kosten verteilt werden und wirklich nur diejenigen Patienten den "aufwändigen" Intensivkode bekommen, die auch entsprechend teuer sind. Denn nur wenige wirklich teure Fälle hoch zu vergüten, macht dem Gesamtsystem wenig aus. Dagegen führt eine Überbewertumg von relativ vielen Fällen (indem mit den teuren Fällen kalkuliert wird, aber weit mehr Fälle entsprechend kodiert und abgerechnet werden) dazu, dass den anderen Fällen im System Geld entzogen wird.


    Gruß