DRG Kalkulation

  • Liebe Mitstreiter,


    der neue Fallpauschalen Katalog, ICD-10, OPS Codes und BBWF sind für 2018 verfügbar. Jetzt kann man ja wunderbar sehen wie sich die DRGs 2018 zu 2017 verändern. Mir ist jedoch noch nicht klar wie ich die einzelnen Posten (Personal/Sach/Infrastuktur) für die jeweilige DRG kalkulieren kann. Wie gehe ich da am besten vor bzw. welche Informationen brauche ich noch? Das Kalkulationshandbuch des InEKs liegt mir nur bis Version 4/2016 vor und konnte mir bis dato nicht weiterhelfen.


    Vielen Dank.


    MsKardio

  • Hallo MSKardio,

    das vorliegende Kalkulationshandbuch scheint die aktuelle Version zu sein. Wenn man das Ganze ernst nimmt - und dass sollte man tun - dann ist dort eigentlich alles Wesentliche beschrieben. Möglicherweise - so lese ich Ihren Beitrag - meinen Sie, dies alles mal eben selbst kalkulieren zu können. Ich glaube indes, dass es so einfach nicht ist. Die große Version: Sie müssen in Ihrem Krankenhaus im geforderten Rahmen zunächst eine Leistungserfassung aller relevanten beteiligten Leistungserbringer planen und - nach Schulungen - umsetzen. Falls noch nicht vorhanden, sollten diese einen Leistungskatalog mit Minutenwerten oder einem anderen zulässigen Schlüssel aufstellen und danach die Leistungen erfassen. Vielleicht geschieht das ja auch schon? Dann müssen Sie mit Ihrer Fibu die Zubuchungen der einzelnen Leistungen auf den Fall besprechen. Diese erfolgt entweder direkt (z.B. Implantate für diesen einen Patienten) oder über die im Kalkulationshandbuch genannten und erlaubten Verteilungs- und Verrechnungsschlüssel, z.B. PPR-Minuten oder Schnitt-Naht-Zeit, oder, oder, oder... Das richtet sich nach den Vorgaben im Kalkulationshandbuch. Letztlich sollen Sie JEDEN Ressourcenverbrauch (auch Heiz- oder Stromkosten) dem Patientenfall direkt oder mit sachgerecht gewichteten Verteilschlüsseln zubuchen (nach dem Motto: Grüne Damen 4 Cent, Hüftimplantat 4000 EUR, teure Medikamente 2000 EUR, sonstige Sachkosten 120 EUR, Verwaltung 58 EUR, etc.). Wie genau dies vorzunehmen ist, steht im Kalkulationshandbuch. Es empfiehlt sich, für die Vornahme dieser Zubuchungen einen eigenen Mandanten oder eine separate Buchungsumgebung zu benutzen. In der Finanzbuchhaltung werden Sie für das ehrgeizige Projekt vermutlich keine Freunde finden, bei den Schwestern und Funktionsdiensten auf Station wohl auch nicht. Belohnt werden Sie im Nachgang mit einer Aufstellung der Kosten pro Fall und - aggregiert - mit den Durchschnitts-IST-Kosten je DRG, die in Ihrem Hause erbracht wurde. Wieso belohnt? Weil Sie dann wissen, ob Sie in Ihrem Hause mit der Behandlung von Patienten, die in diese DRG gruppiert werden, durchschnittlich ein eher positives oder negatives wirtschaftliches Ergebnis erzielen. Eine Erkenntnis, mit der sich so allerhand anstellen lässt, wiewohl das positive medizinische Ergebnis für Ihre Patienten im Vordergrund stehen sollte... Dies in aller Kürze. Ein normales Krankenhaus dürfte bei forschem Vorgehen etwa ein Jahr brauchen, um das in dieser genannten Form umzusetzen, schätze ich mal.

    Beste Grüße

    B. Sommerhäuser