Modulare Endoprothesen ab 2018

  • Hallo zusammen,

    ich habe da mal eine Frage an die Spezialisten aus der Endoprothetik.

    Wie ist im OPS 2018 die Differenzierung zwischen

    5-829.k1 Schaftkomponente ohne eine dem Knochendefekt entsprechende Länge und Dicke

    und

    5-829.k2 Schaftkomponente mit einer dem Knochendefekt entsprechenden Länge und Dicke

    zu verstehen? Muss die mindestens so groß sein oder exakt so groß? Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass ich den Kode sowieso nur dann nehmen kann, wenn damit ein Defekt überbrückt wird. Welchen tieferen Sinn hat dann die Differenzierung nach der Übereinstimmung? Ich habe bis jetzt noch keinen Unfallchirurgen gefunden, der mir hier weiterhelfen konnte.

    Verunsichert bin ich dann auch noch durch den Vorschlag der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie zum OPS 2018, in der ausgeführt wird, dass die Kodierung einer modularen Mega-Endoprothese als Sonderprothese oder modulare Endoprothese unscharf und klassifikatorisch nicht optimal sei.

    Und jetzt ist sie genau da drin.

    Vielen Dank für eine kurze Erläuterung, die ich dann an meine Kodierfachkräfte und an die Operateure weiter geben kann.

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Hallo,


    da die Megaprothesen deutlich teurer sind, galt es sie von anderen Prothesen abzugrenzen. Das ist durch die Aufsplittung nun vollzogen. k2/4 wird dann genommen, wenn eben der (Teil)Knochen selber durch die Prothese ersetzt wird, somit die Prothese in diesem Bereich so "dick" ist, wie der fehlende/zu ersetzende Knochen, also sog. Megaprothese. k1 sind die modularen Prothesen, die eben keine Megaprothesen sind. Einfach mal Megaprothesen googlen, dann sollte es eigentlich klar sein. Die Bezeichnung ist doch auch nicht neu, sondern bei Tumorprothesen schon so (ähnlich) definiert. Nur sind eben nicht alle Megaprothesen bei Tumoren im Einsatz, sondern eben auch bei anderen Erkrankungen, womit 5-829.c nicht angegeben werden konnte und kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Danke, ich denke ich habe es in etwa verstanden.

    Nur noch mal zur Kontrolle:

    Also ist - vereinfacht gesprochen - eine Megaendoprothese eine "Tumorendoprothese", aber nicht bei einem Tumor sondern bei anderen Erkrankungen/Unfällen/Defekten?

    Herzliche Grüsse aus Mittelfranken
    E. Horndasch

  • Prinzipiell geht das in diese Richtung.


    Einfach mal "was ist eine megaprothese" googlen. Dann auf "Stattdessen suchen nach: was ist eine megaprothese"

    Dann sieht man Beispiele.

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Guten Tag!


    Was ich in dem Kode vermisse, sind die modularen Endoprothesen am KNIEGELENK. Hier bemängelt der MDK die Ansetzung des 5-829.k2, welche ich behelfsweise genutzt habe, da ja an beiden Teilen des Kniegelenkes ein Schaft hängt. Bei der Prothese handelte es sich auch noch um eine tibial und femoral schaftverankerte Prothese. Also in diesem Fall erklärbar angesetzter Kode.

    Aber was bleibt, ist die Frage der richtigen Kodierung bei modularen Endoprothesen am Kniegelenk.


    Danke für Vorschläge!


    der Wriezener

  • Hallo,


    es gibt keine Unterteilung des Kodes nach Gelenken, sondern nach Komponenten (Schaft, Pfannen) und knöchernen Defekten/Prothesendicke. Wieso denken Sie, dass damit keine Knie-TEPs zu kodieren sind? Zudem finden Sie doch auch folgenden Hinweis unter .k2:

    Hinw.: Bei zweiseitiger Schaftverankerung ist der Kode nur einmal anzugeben

    Mit freundlichen Grüßen

    D. D. Selter

    Ärztlicher Leiter Medizincontrolling

    Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau

  • Liebe Mitdenker,


    ich hänge meine Frage hier mal an:

    schließen die neuen 5-829.k-Kodes es aus, z.B. ein Knieendoprothesenteil an der Tibia als modular zu kodieren, wenn ein Defekt an einer der Tibiakondylen durch ein Wedge ausgeglichen wird? Denn der Defekt sitzt ja nicht am Schaft. Insgesamt ist das Tibiateil zwar geschaftet, aber ich bin irritiert durch den Begriff "Schaftkomponente". Genau gesagt besteht das Endoprothesenteil aus Tibiaplatte, Wedge und Schaft, die zusammen die Schaftkomponente bilden, und das Wedge gleicht den Defekt aus.


    Freundliche Grüße

    E. Kosche

  • Foristen,


    ich bitte um Hilfe bei der Verschlüsselung:

    Situation:

    "Distale Oberschenkelpseudarthrose links nach periprothetischer distaler

    Stückfraktur mit zunehmender Achsabweichung."


    Im OP-Bericht heißt es:

    "Auf einer Zone von ca. 3 cm findet sich eine proximale Pseudarthrose mit avitalen Knochenfragmenten. Es erfolgt die distale Femurresektion. Entfernung des Resektats. Die tibiale Basisplatte wird im Zementköcher angehoben und entfernt. Intramedulläres Eröffnen der Tibia und schrittweises Aufarlen bis zur Größe 14. Hier zeigt sich ein regelrechter knöcherner Kontakt. Aufbringen der Sägelehre. Resektion von ca. 3 mm der tibialen Gelenkfläche, so dass der Pallacos vollständig untersägt wird. Die Probekomponente Größe small zeigt, nach entsprechendem Zurichten des Tibiakopfes mit einem Stem 14 x 80 mm, eine optimale Größe und einen optimalen Sitz. Aufahlen des Femurs bis zu einem Durchmesser von 13 mm, so dass der zementierte Stem 127 x 11 mm gewählt wird. Mit einer Probehülse von 30 mm sowie einer Probecondyle Größe 65 mm resultiert eine regelrechte Artikulation des linken Kniegelenkes. Entfernen der Probekomponenten und Kaltverschweißen der 65 mm Condyle links mit einer 30 mm Verlängerungshülse sowie einem Stem 11 x 127 mm. Die Prothesen werden im Original in die Tibia und das Femur einzementiert. Aufsetzen des 10 mm Inletts nach Einbringen der Rotationshülse. Einbringen der beiden Achshülsen in die Oberschenkelkomponente. Einbringen des Kopplungsmechanismus."


    Postoperativ findet sich das beigefügte Abschlussbild.

    Welche Prothesenform ist hier beschrieben?


    Die Kliniker hatten versehentlich / fälschlich die TU-Prothese genommen.


    Ich schwanke zwischen 5-882.h1: Implantation einer femoral und tibial schaftverankerten Prothese am Kniegelenk, zementiert


    oder: 5-822.91: Implantation einer Sonderprothese am Kniegelenk, zementiert


    Ist das auch eine modulare Prothese? kann diese Zus. mit 5-829.k2 verschlüsselt werden?


    Bitte um Hilfe der Spezialisten.


    Danke und Gruß


    merguet

  • Moin,


    ich bitte hier noch einmal die Spezialisten um Hilfe.


    Gruß


    merguet

  • Hallo merguet,

    hier war ja schon eine Prothese verbaut. Daher würde ich eher einen Kode aus 5-823. .. wählen. Vermutlich(!!!) 5-823.2b. Aber was für eine Prothese wirklich "verbaut" war, geht aus ihrem Post nicht hervor.

    MfG findus

    3 Mal editiert, zuletzt von Findus ()

  • Hallo merguet,


    das ist doch ein schönes Beispiel für den Zusatzkode (mit dem entsprechenden Zusatzentgelt) 5-829.k2 Implantation einer modularen Endoprothese oder (Teil-)Wechsel in eine modulare Endoprothese bei knöcherner Defektsituation und ggf. Knochen(teil)ersatz, Schaftkomponente mit einer dem Knochendefekt entsprechenden Länge und Dicke.

    Der Knochendefekt ist ja im OP- Bericht beschrieben ("findet sich eine proximale Pseudarthrose mit avitalen Knochenfragmenten. Es erfolgt die distale Femurresektion.") und die Prothese ist modular aufgebaut. Der distale Femuranteil ist durch die Prothese mit einem dem Konchendefekt entsprechenden Länge und Dicke ersetzt. Im post-OP- Röntgenbild schön zu sehen.

    Schöne Grüße

    J. Frings

    J. Frings
    Medizincontrolling
    Bethlehem-Krankenhaus Stolberg

  • Moin,


    danke für die Empfehlungen. Nach eingehender Beratung mit dem Operateur und unter Berücksichtigung dieser Empfehlungen werden wir 5-823.k4 + 5-829.k2 wählen.


    Danke


    merguet